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Neuer Rekord für 2018 erwartet Mehr als zwölf Millionen Radfahrten in Köln

Schmaler Weg, viele Radfahrer: Die Venloer Straße ist die Messstelle mit den meisten registrierten Radfahrten in Köln: 1,94 Millionen Fahrten in 2018.

Schmaler Weg, viele Radfahrer: Die Venloer Straße ist die Messstelle mit den meisten registrierten Radfahrten in Köln: 1,94 Millionen Fahrten in 2018.

Köln – Die Stadt Köln steuert auf einen neuen Rekord bei den gemessenen Radfahrten an ihren zwölf Zählstellen zu. Nach 10,94 Millionen Fahrten im vergangenen Jahr (mit elf Messpunkten) sind schon bis diesen Dienstag 10,67 Millionen Fahrten registriert worden – und das Jahr dauert noch mehr als zwei Monate. Der städtische Fahrradbeauftragte Jürgen Möllers sagte: „Wenn der Trend annähernd so bleibt, selbst mit schlechterem Wetter, werden wir definitiv einen absoluten Rekordwert erreichen.“ Zum Vergleich: Von Ende Oktober bis Ende des Jahres 2017 wurden rund 1,5 Millionen Fahrten gemessen. Demnach könnte die Zwölf-Millionen-Marke in diesem Jahr fallen.

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Die Zehn-Millionen-Grenze wurde in 2018 laut Stadt erstmals am 7. Oktober geknackt, das entspricht einem Zuwachs von 13,5 Prozent zum 7. Oktober 2017 – üblich sind zwischen drei und fünf Prozent. „Wir registrieren exorbitante Zuwächse, dort wo wir Maßnahmen treffen“, sagte Möllers. Verkehrsdezernentin Andrea Blome sagte: „Die deutlichen Zunahmen an den Radzählstellen bestätigen unsere Arbeit und sind eine große Herausforderung, dem Radverkehr den angemessenen Raum zur Verfügung zu stellen.“

Spitzenreiter Venloer Straße

Test für Radler

Registrierte Radfahrten an den Messstellen in 2018.

Registrierte Radfahrten an den Messstellen in 2018.

Die Stadt Köln sucht Nutzer der Fahrrad-Navigations-App „Bike Citizens“. Bis zum 31. Oktober können Radler die App und die auf die Kölner Bedürfnisse ausgestatteten Funktionen in einer Testphase kostenlos nutzen.

Die Stadt erhofft sich so Informationen über die Radwege, die Radler tatsächlich im Alltag nutzen. Diese Informationen sollen in die spätere Verkehrsplanung einfließen. Die Daten würden anonym erfasst. Zudem können die Radfahrer beispielsweise Baustellen melden, die den Radverkehr beeinträchtigen. So soll auch die Kommunikation zwischen Verwaltung und Radfahrern vereinfacht werden. (mhe)

Seit 2008 misst die Stadt die Radfahrten, zunächst an vier Messpunkten, später an elf, seit 2018 an einem Dutzend. Über Sensoren im Boden auf Radwegen oder Schutzstreifen schaut die Verwaltung, wie viele Fahrräder die Stelle passieren. Es können also Radfahrer mehrfach gezählt werden, deshalb spricht man von Radfahrten und nicht Radfahrern.

Sieben der Messpunkte zählen zum Alltagsradverkehr, also Strecken, die an viel befahrenen Straßen der Innenstadt liegen. Weitere fünf liegen im „touristischen Netz“, zum Beispiel am Niederländer Ufer. Für das erste Quartal 2019 sollen sechs weitere Messpunkte folgen, bislang liegen sie nur linksrheinisch.

2018 wurden an den 12 Messstellen jeden Tag im Schnitt 3014 Fahrten verzeichnet, Spitzenreiter ist die Deutzer Brücke mit einem Tageshöchstwert von 10 289. Durchschnittlich werden dort täglich 5475 Fahrten registriert, ein Plus von 46 Prozent im Vergleich zu 2017. Spitzenreiter bei den absoluten Zahlen ist die Venloer Straße mit 1,635 Millionen Fahrten. An vier der zwölf Anlagen wird die Millionen-Grenze geknackt, zusätzlich zur Venloer Straße sind das Neumarkt, Deutzer Brücke und Zülpicher Straße.

Christoph Schmidt, Vorstandsmitglied des Kölner Kreisverbands des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, sagte: „Wir freuen uns natürlich über die Zunahme des Radverkehrs. Die Kölner steigen in unserer kompakten Stadt der kurzen Wege auf das schnellste und praktischste Verkehrsmittel um. Um die Verkehrswende nachhaltig zu unterstützen, fehlen aber weiterhin durchgehende Routen statt dem Klein-Klein über 300 Meter hier und da.“

Die Zahlen stützen einen Trend, den die Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ feststellte: Wie berichtet hatte sie einen Anstieg des Anteils der Radfahrer in Köln seit 2006 von zwölf auf 19 Prozent registriert.