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Konrad-Adenauer-Ufer„Gen Z regelt“-Demo in Köln verlegt – Geschäfte verbarrikadieren Schaufenster

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ARCHIV - 25.09.2026, Berlin: Menschen demonstrieren mit einem Schild mit der Aufschrift "Sozialleistungen statt Wehrpflicht" beim Schulstreik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht (Symbolbild). (zu dpa: «Gen Z protestiert: Tausende Zusagen für Demo in Mainz») Foto: Sven Kaeuler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Juwelier Wempe rüstet sich für die Gen-Z-Demo in der Kölner Innenstadt

Die Demonstration an Halloween sollte ursprünglich am Heumarkt stattfinden. Nun treffen sich die Teilnehmenden am Konrad-Adenauer-Ufer.

Für die Demonstration der Initiative „Gen Z regelt“ am Samstag, 31. Oktober, in Köln gibt es eine wichtige Planänderung: Die Kundgebung um 14 Uhr soll nun am Konrad-Adenauer-Ufer stattfinden und nicht wie zunächst gemeldet am Heumarkt. Das bestätigte die Polizei am Donnerstagmittag (29. Oktober).

Grund für die Verlegung ist die gestiegene Teilnehmerzahl. Zunächst waren 5000 Teilnehmende angemeldet worden, seit Mittwoch ist aber klar, dass die Veranstalter mit 15.000 Menschen rechnen. Für eine solche Menge ist der Heumarkt zu klein, daher wird jetzt auf den Bereich am Rhein ausgewichen. Dort ist mehr Platz. Die Polizei will mit vielen Kräften vor Ort sein.

Verkehrsbehinderungen am Samstag

Der Menschenstrom zu dem Bereich am Rheinufer dürfte über den Breslauer Platz am Hinterausgang des Hauptbahnhofs erfolgen. Die Polizei rechnet mit Verkehrsbeeinträchtigungen. Ob die Rheinuferstraße gesperrt werden muss, ist aber noch unklar. Dies hänge davon ab, wie viele Menschen tatsächlich zur Demo erscheinen, so der Sprecher.

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) informieren ihre Kundinnen und Kunden ebenfalls, dass es am Samstag in den Nachmittagsstunden zu „geänderten Betriebsabläufen des Stadtbahn- und Busverkehrs“ kommen kann.

Unklar ist auch noch, ob die Kundgebung zu einem Aufzug wird, wie von den Veranstaltern gewünscht. Hierzu liefen am Donnerstagmittag noch „Kooperationsgespräche“ zwischen den Veranstaltern und der Polizei, um eine mögliche Route abzuklären. Zunächst hatte „Gen Z regelt“ zu einer Standkundgebung aufgerufen.

Die Initiative sucht dringend noch Ordnerinnen und Ordner für die Veranstaltung. „Da wir so riesig geworden sind, brauchen wir eure tatkräftige Unterstützung“, heißt es von den Organisatoren. Voraussetzung ist ein Mindestalter von 14 Jahren. Dabei sollte eine Ordnerin oder ein Ordner auf 50 Teilnehmende kommen, sodass insgesamt 300 Personen benötigt würden.

Polizei richtet Bürgertelefon ein

Neben friedlichem Protest liegen der Polizei nach eigenen Angaben Hinweise zu Gewaltaufrufen einzelner Gruppierungen und Personen vor, die die Versammlung für Straftaten nutzen wollen. „Es bestehen unter anderem Aufrufe zu möglichen Brandstiftungen und Sachbeschädigungen“, so die Polizei. Gegen gewalttätiges Verhalten werde man frühzeitig und konsequent vorgehen. Die Sicherheit der Bevölkerung habe höchste Priorität.

„Wir nehmen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger angesichts der Berichterstattungen und Bilder zu den Protesten und der aktuellen Entwicklungen sehr ernst“, sagte der Einsatzleiter der Kölner Polizei, Martin Lotz, am Donnerstag. „Wir werden alles dafür tun, damit es nicht zu gewalttätigen Aktionen oder Ausschreitungen, vergleichbar mit den Ereignissen im europäischen Ausland, kommt. Dafür sind wir mit zahlreichen Beamtinnen und Beamten, darunter der Bereitschaftspolizei, im Stadtgebiet präsent.“

Für Fragen und Anliegen ist vom 29. bis 30. Oktober, jeweils von 8 bis 16 Uhr, und am 31. Oktober von 10 bis 21 Uhr ein Bürgertelefon der Polizei unter 0221 229-7777 erreichbar.

Unabhängig davon, ob ein Demonstrationszug durch die Kölner Innenstadt ziehen wird oder nicht, wollen einige Geschäftsleute offenbar vorsorgen. Zu sehen sind vereinzelt verbretterte Schaufenster. Prominentes Beispiel ist der Juwelier Wempe auf der Hohe Straße, hier begründet man dies mit dem Schutz der Mitarbeitenden. Deutschlandweit werden alle Filialen geschlossen.

Juwelier Wempe rüstet sich für die Gen-Z-Demo in der Kölner Innenstadt

Starbucks rüstet sich für die Gen-Z-Demo in der Kölner Innenstadt.

Die Starbucks-Filiale in der Gürzenichstraße ist ebenfalls vernagelt, sie soll aber am Samstag dennoch geöffnet sein.

„Gen Z regelt“ blockiert TH Köln am Kölner Ubierring

Die Proteste von „Gen Z regelt“ sollen an Halloween in ganz Deutschland stattfinden. In Köln hatten zuletzt unter anderem auch Vertreter der Linken und der Grünen über Instagram zur Teilnahme aufgerufen. Ausgangspunkt für die Proteste von Schülerinnen und Schülern und Studierenden sind die Demonstrationen in Frankreich, die teilweise in Gewalt eskalierten. In Deutschland betonen die Organisatoren den friedlichen Protest. Gefordert werden unter anderem mehr Geld für Bildung, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen, ein bezahlbares Leben, ein Nein zur Wehrpflicht sowie konsequenter Klimaschutz.

In Köln blockierten einige Vertreter der Initiative am Donnerstagmorgen den Eingang zum Campus Süd der TH Köln am Ubierring. Sie türmten Barrikaden vor dem Haupteingang auf. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften vor Ort, es blieb aber alles friedlich. Die rund 30 Protestierenden versammelten sich von 7.30 Uhr bis 10.30 Uhr vor dem Gebäude, dann löste sich die Demo auf. (mit mt)