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Grabanlage Aachener StraßeRömischer Gutshof in Köln-Weiden entdeckt

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Alles Original: Büsten mit dem Antlitz der reichen Bauern von nebenan und ein verzierter Sarkophag aus dem 2. Jahrhundert.

Köln-Weiden – Unweit der Stadtbahn-Haltestelle „Schulstraße“ in Weiden sind Spuren eines römischen Gutshofs in der Erde entdeckt worden. Er gehört zu der seit 1843 bekannten Grabanlage an der Aachener Straße. Archäologiestudenten haben die Mauerreste des Gutshofs unter dem Garten des Wärterhauses am Römergrab gefunden, als sie vor rund zwei Wochen mit Magnetometern das Areal untersuchten. „Sie gehören eindeutig zum Gutshof, obwohl dessen Hauptgebäude weiter Richtung Lövenich stand“, erklärt Dirk Schmitz, Abteilungsleiter der Bodendenkmalpflege im Römisch-Germanischen Museum (RGM): „Eine Villa Rustica war immer von Mauern und Gebäuden umgeben.“

Überreste der Bewohner wurden ab dem Jahr 190 unter einem Grabmonument in einem Sarkophag und Urnen aufbewahrt. Mit dem neuen Fund wächst nun das Wissen über die reichen Bauern, die hier lebten – passend zur Einrichtung eines Lern- und Erlebnisortes, der gerade im 1843 von der preußischen Denkmalverwaltung errichteten Wärterhaus installiert wird. Am 10. Juli, 18 Uhr, soll er öffnen und vom Förderverein „Römergrab Weiden“ betrieben werden. Schon vorab führt der 78 Jahre alte Archäologieprofessor Heinz Günter Horn als Vorsitzender Interessierte gegen eine Spende in die Grabanlage. „Nördlich der Alpen gibt es sonst keine Grabstätte der Römerzeit, die als Raum komplett erhalten ist. Hier kann man demütig die Aura des Steins spüren, in einem ewigen Haus, das kein Museum mit Glasbarrieren ist“, schwärmt Horn.

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Er hat alle Erklärungstafeln entfernen lassen. Lediglich die Kabel der Alarmanlage blieben, um die Original-Büsten zu schützen, die das Aussehen der dort bestatteten Menschen haben. Die Einhausung hat der preußische Staats-Architekt entworfen, der auch den Weiterbau des Doms leitete: Ernst Friedrich Zwirner.

Im benachbarten „Wärterhaus“, wo also der Pförtner und Aufseher wohnte, sind einige Bauteile 175 Jahre alt: die Kellertür, der Fußbodenbelag, die Holztreppe und sogar das Fenster im Giebel. Aber sie mussten Brandschutzvorschriften angepasst werden. 240.000 Euro kostete der Umbau, 140.000 davon stammen von der NRW-Stiftung, 40.000 von der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland sowie der Sparkasse Köln Bonn.

Der Förderverein braucht für den ehrenamtlichen Betrieb mit etwa sieben sachkundigen Aufpassern jährlich 20 000 Euro. Fördermitgliedschaften sollen Geld bringen. Einzelperson zahlen 25 Euro im Jahr. Infos gibt es unter (02 21) 22 12 44 25.

www.roemergrab.de