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Kölner Kult-Eiswagen von Heiko MariakEiswagen „Kurti“ bringt selbst gemachte Spezialsorten

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Heiko Mariak stellt ausgefallene Sorten her und bringt sie mit Eiswagen „Kurti“ zu den Kunden.

Köln – Ein großer, blauer Eiswagen biegt in die Straße ein, der Fahrer läutet mit einer Kuhglocke aus dem Fenster. Weit ist er nicht gefahren, da werden die Haustüren aufgerissen und Erwachsene und Kinder stürmen heraus. „Kurti!“, rufen die Kinder. Kaum halten die Leute ihr Eis in der Hand, tauschen sie sich schon über die Sorten aus. „Heute gibt es wieder Pistazie, mein absolutes Lieblingseis“, sagt eine Frau. „Hast du schon die Tonkabohne probiert? Die Sorte ist ganz neu“, fragt ein anderer.

Weil die Bank keinen Kredit gab, ging Heiko Mariak auf Achse

Wo Heiko Mariak mit seinem „Kurti“ auftaucht, da herrscht Begeisterung. Seit Mai dieses Jahres ist der 46-Jährige auf den Straßen Kölns unterwegs und verkauft sein selbst gemachtes Eis. „Ursprünglich wollte ich eine Eisdiele eröffnen“, berichtet Mariak. Weil ihm die Bank keinen Kredit gewährte, musste er eine andere Möglichkeit finden, seinen Traum zu leben. Aufgeben kam nicht in Frage. Er gründete das Start-up-Unternehmen „Mein Eis“ und fand gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Karen Thilo in der Nähe von Frankfurt den perfekten Begleiter für seine zukünftigen Eis-Touren: einen Bedford Blitz aus dem Jahr 1984. „Wir haben das Auto gesehen und sofort war klar, dass es „Kurti“ heißen sollte, weil es so kurz und knuffig aussieht“, erzählt Karen Thilo.

Nach viermonatiger Restaurierung ging es dann im Frühjahr zum ersten Mal auf die Straße. Inzwischen fährt „Kurti“ nicht nur gegen Nachmittag viele Straßen im Kölner Westen an, sondern sorgt auch mittags in Gewerbegebieten für eine Abkühlung, nimmt an Street-Food-Festivals teil und kann auch für private Anlässe gebucht werden.

Neun Sorten bietet Mariak in seiner kleinen Theke an. „Ich bringe immer unterschiedliche Sorten mit und passe sie auch je nach Kundschaft an“, erklärt der 46-jährige, „das Schöne daran ist, dass die Leute so nicht auf eine Sorte fixiert sind, sondern immer wieder etwas anderes probieren.“ Besonderes Augenmerk legt Mariak auf die natürliche Herstellung und Verarbeitung seines Eises. „Bei mir gibt es 100 Prozent Qualität ohne Ablenkungsmanöver.“

Veganes Fruchteis

Der gelernte Küchenmeister und Speiseeishersteller verwendet regionale Produkte und stellt sein Eis ohne Farbstoffe und künstliche Zusatzstoffe oder Aromen her. „Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen an einer Lebensmittelunverträglichkeit leiden, möchte ich den Kunden eine verlässliche Aussage geben, was im Eis ist. Meine Fruchtsorten sind beispielsweise alle vegan.“ Von seinen Kunden bekommt er häufig Inspirationen für neue Sorten und bei größeren Bestellungen produziert er auch nach Wunsch des Kunden. „Solange der Geschmackswunsch nicht zu verrückt ist, versuche ich ihn umzusetzen. Es muss charakteristisch schmecken und wer weiß, vielleicht entdecke ich dabei eine ganz neue Sorte.“