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Kölner LandgerichtWasserschaden im baufälligen Haus sorgt für Chaos

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Landgericht Köln (1)

Das Kölner Landgericht 

Köln – Es war das Hauptthema am Morgen im Justizzentrum an der Luxemburger Straße: „Und wo geht man dann heute auf Toilette, wenn man mal muss?“, fragte eine Anwältin die Protokollführerin. Die zuckte, mit solchen Vorfällen bereits bestens bekannt, mit den Schultern und meinte lakonisch: „Draußen auf der Baustelle steht ein Dixi-Klo.“

Am Montag stellte das Justizzentrum, in dem Land- und Amtsgericht beheimatet sind, mal wieder seine Baufälligkeit unter Beweis. Während die Eingangstüren zu den Toiletten kreuzweise mit rot-weißem Flatterband abgesperrt waren, herrschte im Treppenhaus Hochbetrieb, weil die Aufzüge nicht fuhren. Für viele Justizmitarbeiter in dem 23 Stockwerke zählenden Gebäude eine durchaus sportliche Angelegenheit.

Defekte Sicherung eines Hydranten

Der Grund für die Einschränkungen: Die Sicherung eines Hydranten war defekt. Daraufhin wurde das Untergeschoss — samt Vorführstelle, jenem Trakt, in dem sich die Zellen für in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte befinden — überflutet, wie eine Gerichtssprecherin auf Nachfrage mitteilte. Als Reaktion musste im gesamten Haus das Wasser abgedreht werden. Aus Sicherheitsgründen wurden auch die Aufzüge außer Betrieb genommen, damit die Motoren keinen Schaden nehmen, und die Belüftungs- und Klimaanlage musste ausgestellt werden.

Den Justizbediensteten war schon zuvor freigestellt worden, ob sie weiter bei der Arbeit bleiben oder gehen, was zu einem Exodus an Bediensteten führte, die über äußerst schlechte Luft klagten. Ab Mittag wurde dann das Wasser aber wieder angestellt und wenigstens die Toiletten konnten wieder benutzt werden. Die Belüftungs- und Klimaanlage blieb aber weiter ausgestellt. Man könne die Anlage erst anschalten, wenn sich kein Wasser mehr in den Luftschächten befinde, erklärte eine Gerichtssprecherin. Die Wiederinbetriebnahme kündigte sie für Mittwoch an. Zuvor solle noch das Wasser abgepumpt werden. Die Sprecherin sagte, es habe einen „massiven Wasserschaden“ gegeben.

Immer wieder macht das 1981 in Betrieb genommene Gebäude an der Luxemburger Straße Schlagzeilen mit seiner Baufälligkeit. Vor knapp zwei Jahren musste der erste Verhandlungstag gegen den Hauptangeklagten im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach, Jörg L., ausfallen, weil ein Sicherungskasten der Belüftungs- und Klimaanlage im Keller gebrannt hatte. Im Juni 2020 war eine rund fünf Tonnen schwere Sonnenblende aus Beton bei der Demontage an der Gebäudefassade von einem Kran gefallen und auf das Dach eines Sitzungssaals gefallen, der völlig zerstört wurde.