Kölner RheinauhafenSchiffer protestieren mit Hupkonzert gegen Anlegeverbot

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Liegeplätze für Binnenschiffe sind knapp in Köln. Im Mülheimer Hafen wurden vom Bund Anleger für Tankschiffe errichtet.

Liegeplätze für Binnenschiffe sind knapp in Köln. Im Mülheimer Hafen wurden vom Bund Anleger für Tankschiffe errichtet.

Köln – Die Proteste von Binnenschiffern gegen das Anlegeverbot am Rheinauhafen weiten sich aus. Nicht nur in sozialen Netzwerken machen immer mehr Betroffene ihrem Unmut Luft. Kapitäne aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien, die an den Kranhäusern vorbeifahren, lassen lautstark ihre Schiffshörner ertönen – bei Tag und bei Nacht.

Anlass für das Hupkonzert: Wie die Rundschau bereits vorige Woche berichtete, hat die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) aus Sicherheitsgründen am 6. Februar ein Festmachverbot für die gesamte 1400 Meter lange Kaimauer zwischen dem Sportmuseum und der Autoabsetzanlage an der Südbrücke verhängt. Grund sind statische Probleme. Die Verankerungen der Poller und Stahlringe an der alten Kaimauer aus dem 19. Jahrhundert sind für heutige Schiffe, die viel größer und schwerer sind als früher, zu schwach dimensioniert. Zweimal hatten um die Jahreswende in Höhe des „Siebengebirges“ festgemachte Schiffe bei Hochwasser Teile der Kaimauer herausgerissen. Deshalb lässt die HGK derzeit alle Poller und Ringe entfernen.

„Wichtigste Liegeplätze in Köln“

„Das Verbot am Rheinauhafen tut uns Binnenschiffern richtig weh. Das waren für uns die wichtigsten Liegeplätze in Köln“, sagt Christian Niemann (41), der auf einem Schiff groß geworden ist und seit 1999 das Kapitänspatent besitzt. Schiffer bräuchten Möglichkeiten zum Landgang – für Schichtwechsel, zum Einkaufen oder für einen Arztbesuch. „Jetzt sagt man uns, wir könnten vor der Kaimauer ankern. Aber wie sollen wir dann an Land kommen? Mit Ruderboot und Leiter?“ Auch Binnenschiffer müssten Lenk- und Ruhezeiten einhalten, betont Niemann.

„Lkw-Fahrer können zur Not von der Autobahn abfahren, wir müssen einen Liegeplatz im Fluss finden – und die werden immer knapper.“ Auch in Bingen oder Mainz seien Liegeplätze verschwunden, das könne so nicht weitergehen. Niemann ist Sprecher der „Europäischen Vereinigung der Binnenschiffer“ – einer Bewegung, die aufgrund des Rheinauhafen-Verbots ins Leben gerufen wurde. Bei Facebook haben sich bereits mehr als 3300 Unterstützer mit den Schiffern solidarisiert. Gestern trafen sich Vertreter der HGK und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. Vereinbart wurde nur, dass man gemeinsam eine Lösung suchen wolle. Derweil haben einige Binnenschiffer schon Knöllchen über 35 Euro von der Wasserschutzpolizei bekommen, weil sie „ohne Anlass“ gehupt haben. (EB)

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