Abo

Mehr SchulplätzeKölner Taskforce will Not an Gymnasien und Gesamtschulen lindern

3 min
Ein Transparent bei einer Protestaktion am Hölderlin Gymnasium, die Eltern veranstaltet haben: „Mer stonn zesamme!“

Protestaktion am Kölner Hölderlin Gymnasium, Archiv-Foto Nabil Hanano

In Köln fehlen Plätze an Gymnasien und Gesamtschulen. Eine Taskforce der Stadt will das systematisch ändern. Ein Ausblick.

Ein halbes Jahr nach ihrer Gründung hat die „Taskforce Schulbau“ Ergebnisse präsentiert, wie systematisch Schulplätze an Gymnasien und Gesamtschulen in Köln ausgebaut werden sollen. Hintergrund der Taskforce-Gründung ist die extrem angespannte Situation in Köln: An Gesamtschulen werden pro Jahr bis zu 1000 Schülerinnen und Schüler abgelehnt, viele Fünftklässler erhalten keinen Platz am Gymnasium ihrer Wahl.

Kurzfristig: Zusätzliche Räume für Gymnasien

Zum Schuljahr 2023/24 sollen an sechs Kölner Gymnasien rund 60 neue Räume als Klassen- oder naturwissenschaftliche Fachräume in Betrieb genommen werden. Diese sogenannte „Nachverdichtung“ ist eine Maßnahme, die kurzfristig greift. Entweder werden in der Regel Container aufgestellt oder zusätzlich Räume angemietet. Kurzfristig baulich erweitert werden können: das Humboldt-Gymnasium, Gymnasium Neue Sandkaul, Gymnasium Pesch, Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wahn, Genoveva-Gymnasium und Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium in Buchheim.

Mittelfristig: Start von zusätzlichen Gymnasien

Zum Schuljahr 24/25 sollen sowohl in Nippes als auch in Rondorf zwei neue Gymnasien an den Start gehen. Ein Jahr später sollen vier weitere Gymnasien in Deutz, am Gladbacher Wall, in Porz und in Humboldt/Gremberg hinzukommen. Zusätzliche Herausforderungen bei den Gymnasien bereitet die Rückkehr zum neunjährigen Bildungsgang (G9) im Schuljahr 2026/27. Rund 4300 Gymnasiasten bleiben dann ein Jahr länger in der Schule und absolvieren 13 Schuljahre bis zum Abitur.

Keine neue Gesamtschule zum nächsten Schuljahr

„Ich mache keinen Hehl daraus, dass wir gerne für das Schuljahr 23/24 eine Gesamtschule in Betrieb genommen hätten“, sagt Voigtsberger. Wie berichtet hatte der Rat dagegen gestimmt, eine Hauptschule in Neubrück in eine Gesamtschule umzuwandeln. Sieben neue Gesamtschulen sollen entstehen. Davon sollen bis zum Schuljahr 2024/25 die Schulen in Weidenpesch, Vogelsang und Ossendorf fertig sein. Hinzu kommt eine Gesamtschule des Erzbistums in Kalk. Wann die neue Gesamtschule Nippes an den Start gehen kann, ist noch unklar. „Nachfrage und Angebot bei den Gesamtschulen könnten im Schuljahr 28/29 ausgeglichen sein“, prognostiziert Frank Pfeuffer, Leiter der Schulentwicklungsplanung.

Hotspots bei den Gymnasien bleiben

„Wir werden auch im nächsten Jahr eine schwierige Situation erleben. Nicht alle Eltern und Kinder werden zufrieden sein“, räumt Voigtsberger ein. Vor allem in Sülz und Lindenthal, wo viele Fünftklässler keinen Platz am Wunsch-Gymnasium erhalten hatten, haben die Mitglieder der Taskforce bisher keine Möglichkeit gefunden, die bestehenden Schulen zu erweitern. Fahrten zu weiter entfernt liegenden Gymnasien dürften auch für künftige Fünftklässler notwendig sein.

Anstrengungen werden beibehalten

Damit der Schulbau in Köln schneller und agiler wird, will die Taskforce weiterhin nach neuen Wegen und Lösungen suchen. „Es gibt keine Denkverbote. Wir wollen einen Befreiungsschlag“, sagt Voigtsberger, „Wir sind in der Verwaltung wild entschlossen, das umzusetzen.“ Über Investorenverträge sollen Neubauten möglichst rasch umgesetzt werden. Ziel ist es, die Klassengröße an Gymnasien von 30 bis 31 auf den Richtwert von 27 zu verringern. Zudem soll mittelfristig die hohe Zahl der Ablehnungen an Gesamtschulen auf null heruntergefahren werden.

Schulbaugesellschaft für Stadtentwicklungsgebiete

Die Planungen für die beschlossene Schulbaugesellschaft gehen voran. Diese als GmbH ausgelagerte Gesellschaft soll in den großen Stadtentwicklungsgebieten wie Deutzer Hafen, Parkstadt Süd oder Kreuzfeld dafür sorgen, dass sich der Schulbau dort an den Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner orientiert. Die Bezirksregierung hat der GmbH-Gründung zugestimmt. Derzeit wird die Ausschreibung für die hauptamtliche Geschäftsführung vorbereitet.