Die Filmreihe findet bereits zum zweiten Mal im Odeon-Kino statt. Am Freitag, 17. April wird der Film über den Verlust der Autorin Barbara Pachl-Eberhart gezeigt, die auch zu Gast ist.
Filmreihe über SterbenKölner Trauerbegleiterin will Tod und Verlust enttabuisieren

Die Kölner Trauerbegleiterin Golrokh Esmaili organisiert bereits zum zweiten Mal eine Filmreihe zum Thema Sterben, Tod und Trauer. Start ist der 17. April mit einer Film über die Autorin Barbara Pachl-Eberhart.
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Als ihre Tante und später ihre Oma im Iran gestorben sind, konnte Golrokh Esmaili nicht hinfahren, um Abschied zu nehmen. Das sei belastend gewesen, sagt die ausgebildete Trauerbegleiterin im Gespräch mit dieser Redaktion. Sterben und Trauer: Im Iran seien diese Themen noch tabuisierter als hierzulande, beobachtet Esmaili, die im Iran geboren wurde und in Köln lebt. Der Tod werde regelrecht „totgeschwiegen“, sagt die 49-Jährige, die unter anderem im Palliativzentrum der Uniklinik Köln arbeitet.
„So kam ich dazu eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin zu machen“, sagt die 49-Jährige, die unter anderem im Palliativzentrum der Uniklinik Köln arbeitet. Eine Filmreihe zum Thema Sterben, Tod und Trauer organisiert Golrokh in Kooperation mit dem Südstadtkino Odeon und dem Verein Endlich bereits zum zweiten Mal. Insgesamt sieben Filme stehen auf dem Programm, im Anschluss gibt es immer ein begleitendes Gespräch mit jeweils einem Gast. Am heutigen Freitag geht es los: Gezeigt wird der Film aus dem Jahr 2026 „Vier minus drei“, zu Gast ist Autorin Barbara Pachl-Eberhart.
Filmreihe im Odeon-Kino: Erster Film über den Verlust der Autorin Barbara Pachl-Eberhart
Der Film basiert auf ihrem autobiografischen Roman, der ein Bestseller wurde. Bei einem Verkehrsunfall verlor Pachl-Eberhart ihren Partner und ihre beiden Kinder. Der Film begleitet ihren Weg durch Verlust, Schmerz und den Versuch, wieder ins Leben zurückzufinden. „Der Unfall ist 18 Jahre her. „Es wird viel um Resilienz gehen. Ich finde es spannend zu sehen, wie Menschen aus dieser tiefen Krise herauskommen. Und das ist hoffnungsgebend“, sagt Esmaili. Überhaupt soll das Thema Sterben aus verschiedenen Blickwinkeln und gesellschaftlichen Positionen heraus beleuchtet werden. „Es gibt einen Film über queeres Sterben, einen Film zum Thema Demenz und Begleitung bei sogenannter weißer Trauer.“
Das bezeichnet das Phänomen, bei dem Menschen um jemanden trauern, der physisch nicht gestorben ist, aber aufgrund einer Demenzerkrankung mehr und mehr ihre Persönlichkeit verändern. Neu in diesem Jahr: ein Film für Kinder und Familien. „Es ist mir eine besondere Herzensangelegenheit, auch junge Menschen früh für diese Themen zu öffnen – auf eine sensible und altersgerechte Weise“, sagt Esmaili.
„Wir wollen den Raum für Gespräche öffnen. Selbst wenn der Film bereits im Streaming gezeigt wurde, kamen viele Besucher, weil sie wissen, dass andere trauernde Menschen dort sitzen und man zuhören und sich nochmal anders begegnen kann.“ Mit der Filmreihe vereint die Trauerbegleiterin zwei berufliche Bereiche, in denen sie aktiv ist: das Thema Sterben, aber auch Film. „Ich bin schon länger im Filmbereich tätig, und habe das iranische Filmfestival mit Social-Media-Marketing unterstützt.“
Als Trauerbegleiterin kann sie auch ihre interkulturelle Kompetenz miteinfließen lassen. „Ich kann Menschen mit Migrationsbiografie durch meine eigene Geschichte anders abholen.“ Die Auseinandersetzung mit den existenziellen Themen des Menschen habe ihr eines klar gemacht: „Ich habe keine Lust mehr über unwichtige Dinge zu sprechen.“
Am 20. Mai findet die zweite Vorführung statt: „Die unendliche Erinnerung – Gespräch zum Thema ‚weiße Trauer‘“, am 1. Juli im Rahmen des Cologne Pride „Spoiler Alarm – Fokus auf queere Perspektiven auf Krankheit und Abschied“. Die Familienvorstellung ist am 1. November: „Der letzte Walsänger“. Weitere Infos gibt es unter palliativ-hospiz-koeln.de/.
Tickets für die Vorstellung am Freitag, 17. April kosten online 11,50 Euro, erm. 9,50 Euro.