Kölner Zoo feiert Premiere: Erstmals krabbelt ein Filander-Baby aus dem Beutel – mitten im neuen, begehbaren Drachenhaus.
Erste Ausflüge aus dem BeutelZoo-Baby erkundet neue Känguru-Anlage im Kölner Zoo

Seltener Nachwuchs im Kölner Zoo. Das Junge wird von ihren Eltern gehegt und gepflegt.
Copyright: Marcel Vogelfänger
Es ist noch ein bisschen wackelig auf den Beinen: Seit rund einer Woche wagt sich ein Jungtier aus dem Beutel seiner Mutter „Gisela“ hervor, tapst über den frischen Untergrund der neuen Anlage – und macht dabei Zoo-Geschichte. Erstmals zeigt der Kölner Zoo Nachwuchs bei den Südlichen Neuguinea-Filandern, einer kleineren Känguru-Art aus Papua-Neuguinea.
Seltene Känguru-Art im Kölner Zoo – Geschlecht steht noch nicht fest
Das Geschlecht des Jungtiers steht noch nicht fest. Vater „Gerry“ (4) und Mutter „Gisela“ (3) stammen beide aus Tschechien und passen laut Zoo gut auf ihren Nachwuchs auf. Die Familie lebt gemeinsam mit weiteren Känguru-Arten auf einer neuen, begehbaren Anlage am Drachenhaus, das der Zoo vergangene Woche als neue Attraktion eröffnet hatte. Besucherinnen und Besucher können dort durch den Känguru-Bereich flanieren und den Tieren mit dem nötigen Respekt besonders nah kommen.

Raus aus dem Beutel und raus ins Abenteuer.
Copyright: Marcel Vogelfänger
Die Südlichen Neuguinea-Filander zählen zu den kleineren Kängurus und haben einen stämmigen Körperbau. Wie bei den meisten Kängurus sind die Hinterbeine deutlich länger als die Vorderbeine, der Schwanz ist relativ kurz und spärlich behaart. Das Fell ist dunkel graubraun gefärbt, die Unterseite deutlich heller. Die Tiere leben vorwiegend in Regenwäldern und Regenwald-Savannen-Mischgebieten und ernähren sich als reine Pflanzenfresser von Gräsern und Blättern.
Neuguinea-Filander werden wegen ihres Fleisches gejagt
Für die Art ist die Situation in der Wildnis ernst: Der Südliche Neuguinea-Filander wird wegen seines Fleisches mit Hunden gejagt, was zum Verschwinden der Tiere aus dem südöstlichen Neuguinea geführt hat. Auch andernorts gehen die Bestände zurück. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) listet die Art daher als „gefährdet“ (vulnerable). Zoos setzen sich unter anderem mit Erhaltungszuchtprogrammen für ihren Fortbestand ein – der Kölner Nachwuchs ist damit auch ein kleiner Erfolg für den Artenschutz.
Der Nachwuchs lebt im neu eröffneten Drachenhaus, der Heimat der Filander. Dort tummeln sich außerdem viele weitere südostasiatische Tiere: Komodowarane, Paradiesvögel, Tigerpython, Zwergotter, Balistare, Hornvögel und exotische Enten. Näher ist man Südostasien im Rheinland nirgends. Die Komodowaran-Anlage zählt zu den größten ihrer Art weltweit und ist die einzige in Nordrhein-Westfalen – sie hat sich bereits zu einem der Publikumsmagneten im Kölner Zoo entwickelt.
