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Gebühren, Garagen, AppsKölns Masterplan Parken kommt nur schleppend voran

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An vielen Orten in Köln blockieren parkende Autos die Gehwege, sodass Fußgänger die Stellen nicht mehr problemlos passieren können.

An vielen Orten in Köln blockieren parkende Autos die Gehwege, sodass Fußgänger die Stellen nicht mehr problemlos passieren können.

Das Vorhaben sollte für besseren Klimaschutz und eine höhere Luftreinhaltung sorgen. Fortschritte gibt es bei der Kontrolle von Falschparkern.

Vor fast fünf Jahren beschloss der Stadtrat einen „Masterplan Parken“. Er sollte den öffentlichen Raum neu ordnen, Parkplätze reduzieren, Gebühren erhöhen und Gehwege freihalten. Doch viele zentrale Vorhaben sind bis heute nicht umgesetzt. Vor allem bei Parkgebühren, Quartiersgaragen und Digitalisierung kommt die Stadt kaum voran.

Begründet hatte das damalige Ratsbündnis aus Grünen, CDU und Volt den Plan mit dem knappen Raum in einer wachsenden Stadt, mit Klimaschutz, Luftreinhaltung und mehr Sicherheit. Doch was ist inzwischen aus den ambitionierten Plänen geworden? Ein Überblick.

Neue Zonen, höhere Gebühren

Die Idee: Der Ratsbeschluss sieht vor, Köln in unterschiedliche Parkzonen einzuteilen. Für öffentliche Stellplätze am Straßenrand sollen je nach Lage verschiedene Gebühren gelten. Vorgesehen sind außerdem eine maximale Parkdauer von zwei bis vier Stunden sowie eine kostenlose Nutzung der ersten 15 Minuten.

Die Parkgebühren sollten angehoben und die Parkraumbewirtschaftung überall dort ausgeweitet werden, wo hoher Parkdruck besteht. Ziel war es, Anwohnerinnen und Anwohner sowie den fließenden Verkehr zu entlasten. Bereiche ohne Parkraumbewirtschaftung sollten regelmäßig überprüft werden. Bestehende Ausnahmegenehmigungen, etwa für Pflegekräfte, Sozialdienste, Handwerkerinnen und Handwerker sowie Menschen mit Einschränkungen, sollten weiter gelten.

Der aktuelle Stand: Aus der geplanten Erhöhung der Parkgebühren ist noch immer kein Beschluss geworden. Eine entsprechende Vorlage hatte die Verwaltung vor rund einem Jahr in den Rat eingebracht, wurde dort aber nicht beschlossen, weil die CDU mehrfach Beratungsbedarf anmeldete.

Nach der Kommunalwahl im September 2025 hat die Stadtverwaltung die Vorlage nicht erneut vorgelegt. Ein Stadtsprecher teilte auf Anfrage mit, die Vorlage sei bislang noch nicht beschlossen worden, weil weiterhin „Abstimmungsbedarf bestehe und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen“ würden.

Quartiersgaragen

Die Idee: Der Masterplan nimmt auch Parkplätze außerhalb des öffentlichen Straßenraums in den Blick. Ein wichtiger Punkt sind dabei Quartiersgaragen in städtischer Trägerschaft. Sie sollen geprüft, gebaut und betrieben werden – finanziert unter anderem durch Einnahmen aus der ausgeweiteten Parkraumbewirtschaftung.

Im Juli 2025 beschloss der Rat, die Verwaltung solle die Gründung einer kommunalen Mobilitätsgesellschaft als Tochtergesellschaft der Stadt vorantreiben. In dieser Gesellschaft soll die Prüfung und Umsetzung von Quartiersgaragen organisiert werden.

Der aktuelle Stand: Gegründet ist diese Gesellschaft nach Angaben der Stadt aber bisher nicht. Ein Stadtsprecher verweist auf Abstimmungen zwischen mehreren Dezernaten. Eine Vorlage für den Verwaltungsvorstand sei in Arbeit, um die Verfahrensschritte für die Gründung der Gesellschaft und eine Potenzialanalyse festzulegen. Die Inhalte seien in einer dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe abgestimmt worden. Die Vorlage befinde sich derzeit in der finalen Abstimmung. Nach einer Beratung im Verwaltungsvorstand sollen die politischen Gremien über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen informiert werden. Wann das sein wird, lässt die Stadt offen.

Private Parkhäuser

Die Idee: Die Verwaltung soll Gespräche mit Betreibern von Parkplätzen und Tiefgaragen sowie mit Autohändlerinnen und Autohändlern führen. Dabei soll geklärt werden, ob deren Stellplätze von Anwohnerinnen und Anwohnern genutzt oder zu Mobilitätshubs umgewandelt werden können.

Der aktuelle Stand: Wie realistisch solche Modelle sind, lässt sich nach Angaben des Bundesverbands Parken nicht pauschal sagen. Ob entsprechende Angebote entstehen, sei eine unternehmerische Entscheidung der jeweiligen Betreiber, sagt eine Sprecherin. Auch freie Kapazitäten hingen stark von Standort, Nutzungsprofil und Tageszeit ab. Eine Übersicht über Beispiele in deutschen Städten führt der Verband nach eigenen Angaben nicht. Interesse hatten einige private Parkhausbetreiber in Köln in der Vergangenheit zumindest bekundet.

Parken ohne Papier

Die Idee: Ein zentraler Baustein des Masterplans ist die Digitalisierung der Parkraumbewirtschaftung. Parken soll mittelfristig vollständig papierlos funktionieren. Parkscheinautomaten sollen perspektivisch überflüssig werden und schrittweise aus der Stadt verschwinden. Parkplätze sollen per App verwaltet werden können, auch um den Parksuchverkehr zu reduzieren.

Der aktuelle Stand: Ein breites Bündnis aus Grünen, CDU, SPD, Linken, Volt und FDP/Kölner Stadtgesellschaft hat diesen Teil des Masterplans im Februar dieses Jahres erneut aufgegriffen, da es bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorangegangen war. Die Fraktionen beauftragten ein digitales „Parkraum-Dashboard“. Es soll in Echtzeit freie Plätze in städtischen Parkhäusern und auf P+R-Anlagen der KVB anzeigen – private Betreiber sollen möglichst eingebunden werden. Auch Informationen zu Sperrungen, Alternativen, Öffnungszeiten, Tarifen, Barrierefreiheit und Bezahlmöglichkeiten sollen abrufbar sein. Das neue Dashboard soll Parksuchverkehr, Staus und illegales Parken verringern. Umgesetzt ist das Vorhaben bislang nicht.

Strengere Kontrollen gegen illegales Parken

Die Idee: Der Masterplan sieht eine konsequentere Kontrolle des ruhenden Verkehrs vor – nicht nur in der Innenstadt. Der Ordnungs- und Verkehrsdienst soll die gesetzlichen Regeln auf Plätzen, Gehwegen und Radwegen stärker durchsetzen.

Besonders im Fokus steht das Gehwegparken. Wenn weniger als 1,80 Meter Restbreite für Fußgängerinnen und Fußgänger bleiben, soll grundsätzlich ein Verwarn- oder Bußgeld verhängt werden. Fahrzeuge, die illegal auf Geh- oder Radwegen stehen, sollen in der Regel abgeschleppt werden, wenn sie andere Verkehrsteilnehmende behindern, insbesondere Fußgängerinnen und Fußgänger.

Der aktuelle Stand: Die Kontrollen haben seit dem Ratsbeschluss zugenommen. Laut der Stadt Köln ist die Zahl der geahndeten Verstöße gegen das Parkverbot auf Gehwegen zuletzt deutlich gestiegen. Stellte das städtische Ordnungsamt im Jahr 2023 insgesamt 50.531 Verstöße fest, waren es im Jahr 2024 insgesamt 65.641. Das entspricht einem Anstieg um rund 30 Prozent. Die Stadtkasse nahm 2023 mit den Verwarn- und Bußgeldern ohne Gebühren und Auslagen 2,6 Millionen Euro ein, 2024 waren es bereits rund 3,3 Millionen Euro.

Somit ist vor allem der Teil des Masterplans sichtbar vorangekommen, der sich mit Kontrollen beschäftigt. Bei anderen zentralen Vorhaben – höhere Parkgebühren, Quartiersgaragen und digitale Parkrauminformation – bleibt es dagegen bislang vor allem bei Prüfungen, weiteren Vorlagen und offenen Zeitplänen.