Der ADFC ruft erneut zum Fahrradklima-Test auf. Bis Ende November kann man abstimmen.
Ist die Stadt fahrradfreundlich?Kölns Radfahrende stimmen jetzt wieder im ADFC-Test ab

Radfahrende auf den Kölner Ringen. Dort gibt es inzwischen eine durchgängige Radspur (Archivbild).
Copyright: Alexander Schwaiger
Wie fahrradfreundlich ist Köln? Der ADFC befragt alle zwei Jahre Radfahrende zu den Erfahrungen in ihrer Kommune. Seit dem 1. September läuft die Abstimmung wieder für drei Monate, und jeder und jede kann mitmachen. Man muss sich nur über die Homepage des Fahrradklima-Tests (FKT) registrieren und kann bis zum 30. November verschiedenste Fragen beantworten. Die Ergebnisse werden dann im Frühjahr 2027 veröffentlicht.
2024 hatten nach Angaben des ADFC 55.000 Menschen an der Umfrage teilgenommen, die Tendenz ist steigend. Denn immer mehr Menschen wechseln auch in Nordrhein-Westfalen aufs Rad und sind auf sichere Verkehrsführung und gute Fahrradwege angewiesen. Mit der höheren Zahl der Radfahrenden sei auch die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrenden in NRW 2025 sprunghaft um 33% gestiegen, so der ADFC.
Drei Radfahrende starben 2025 auf Kölner Straßen
In Köln verunglückten 2025 2.117 Radfahrende bei Verkehrsunfällen, 182 von ihnen wurden schwer verletzt, drei starben. 2024 verunglückten fünf Radfahrende in Köln tödlich. Obwohl die Zahlen seit mehreren Jahren trotz immer mehr Radlern im Wesentlichen konstant bleiben, zeigen sich doch gravierende Defizite. Bei den deutschen Großstädten wies Köln 2024 nach Dresden und Hannover die dritthöchste Radunfall-Rate auf.
Im Fahrradklima-Test 2024 konnte sich Köln im Vergleich zu 2022 minimal verbessern. In den vergangenen Jahren rückte die Stadt von Platz 14 auf Platz 11 in der Liste der 15 größten Städte Deutschlands vor. Positiv hervorgehoben wurde die Umgestaltung der Ringe mit inzwischen einer durchgängigen Radspur oder auch das Verkehrskonzept in Ehrenfeld. Ebenso wurden neue Fahrradstraßen eingerichtet.
Radfahren außerhalb der Kölner Innenstadt bleibt unsicher
Allerdings hinken viele Stadtteile noch hinterher. „Viele Stadtbezirke haben überhaupt kein Radverkehrskonzept“, erklärte Christoph Schmidt vom ADFC Köln im vergangenen Jahr. „Die Menschen aus diesen Vierteln wollen aber denselben Fortschritt sehen wie in der Innenstadt“, so Schmidt. 85 Prozent der Radfahrenden in Köln gaben laut Klima-Test 2024 an, sich nicht sicher zu fühlen.
Viele Kreuzungen bergen immer noch die Gefahr, dass abbiegende Autos Radfahrer übersehen. Eine Gefahr geht auch von parkenden Autos aus, da das Öffnen einer Autotür zu schweren Verletzungen führen kann. Zu schmale Radwege und das Überholen ohne Sicherheitsabstand gehören ebenfalls zu den gefährlichen „Klassikern“.
Ob und was sich für Radfahrende in Köln verbessert hat, wird sich anhand der 27 Fragen des ADFC bald zeigen. Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf jungen Radfahrenden, denn mit dem „FKT Jugendliche“ gibt es eine eigene Umfrage. „Gerade junge Menschen brauchen besonders sichere Bedingungen, um selbstständig mit dem Rad unterwegs zu sein – zur Schule, zum Sport oder in der Freizeit“, heißt es beim ADFC.
Der Verein betont: „Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.“
