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Kölsche MaßarbeitDombauhütte gewährt Einblick in Restaurierung alter Fenster

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Kein einfaches Unterfangen: die Wiederherstellung historischer Fenster nach alten Vorlagen, die Glasrestauratorin Sandra Williger erklärte.

Köln – Am Tag des offenen Denkmals öffnet auch die Dombauhütte regelmäßig ihre Werkstätten. Und da gab es in der Abteilung Glasrestaurierung diesmal eine Besonderheit zu erleben: Seit etwa einem Jahr bereiten die beiden Kunstglaser und die zwei Glasmalerinnen ihre traditionelle handwerkliche Tätigkeit mit einer Computer-Software aus der Gruppe der CAD-Programme vor. Bereits kurz nachdem die Türen zur Dombauhütte aufgingen, strömten Besucherinnen und Besucher in die Werkstätten, um den Fachkräften über die Schulter zu schauen.

Vor einer zwei Meter großen Umrisszeichnung der heiligen Mathilde führte Natalia Scheck vor, wie zunächst von einem 35 Zentimeter großen farbigen Entwurf maßstabgetreu am PC eine Vorlage erstellt wird. Sie dient als Schablone für den ab diesem Zeitpunkt rein handwerklichen Teil der Anfertigung eines neuen Fensters.

Glaskunstwerke nach historischen Kartons

„Zweitausfertigung“ ist der Fachbegriff für die Herstellung der Glaskunstwerke nach historischen Kartons von Fenstern des 19. Jahrhunderts. Die Vorlagen für Fenster im Dom-Obergeschoss, die im Zweiten Weltkrieg völlig oder teilweise zerstört wurden, werden in der Dombauhütte in Kisten aufbewahrt.

Nach jahrzehntelanger Lagerung gibt es bei Öffnung der Kisten allerdings manche Unwägbarkeit, in welchem Zustand die Kartons erhalten blieben, ob sie vollständig oder überhaupt noch nutzbar sind. Da die Kartons eng zusammengerollt in den Kisten deponiert wurden, müssen sie erst einmal in die Papierrestauration. Danach beginnt die Maßarbeit in der Glaswerkstatt.

Bei Vorarbeiten hilft ein Computerprogramm

Bis in die kleinsten Einzelheiten müssen die Vorlagen überarbeitet werden, wenn sich die Kartons beispielsweise verzogen haben, müssen neue Bleirisse für die Verglasungen gezeichnet werden. Bleirisse sind die skelettartigen Linien, die auf Pauspapier oder festem Karton dort gezogen werden, wo Farben voneinander zu trennen sind.

Die Steinmetze arbeiten schon länger mit ähnlichen Programmen.

Bei all diesen Vorarbeiten hilft neuerdings das Computerprogramm. „Das haben wir von den Steinmetzen übernommen, aber in einer Sparversion, denn wir arbeiten ja in der Fläche und nicht dreidimensional“, erklärt Glasmalerin Natalia Scheck. Nach einer Schulung in der Anwendung der CAD-Software bleibt für die zehn Mitarbeitenden der Glaswerkstatt in der Dombauhütte, einschließlich der wissenschaftlichen Leiterin Dr. Katrin Wittstadt, die Herausforderung der Anpassung an die speziellen Erfordernisse der Glasrestauration durch „Learning by doing – Lernen durch Machen“.

„Jeder Arbeitsschritt wird dokumentiert“

Auf fertigen Fenster-Vorlagen sind verschiedenfarbige Linien zu sehen. Die weiße Linie zeigt die Mitte des Bleiprofils an, das die Glasteile zusammenhält, und zugleich deren Schnittkante ist. Die roten Linien geben die Stärke des Bleiprofils vor, für die Domfenster sind das fünf Millimeter. Natalia Scheck erkennt daran auch, wo ihre Glasmalerei anfangen muss, um nicht vom Blei verdeckt zu werden. Die grünen Linien zeigen die Stellen für handgemalte Ornamente, Blätter und Muster auf dem Glas an.

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„Jeder Arbeitsschritt und jedes verwendete Material wird dokumentiert. Ein großer Vorteil des computerunterstützten Arbeitens ist, dass alles sofort gespeichert und somit für die Zukunft gesichert wird“, erklärt Leiterin Wittstadt.

Glaslieferant für die Dombauhütte ist die Fabrik Lamberts in Bayern. „Dort wird auch speziell für unsere – wie ich finde mustergültige – Restauration historischer Glasfenster produziert“, so Wittstadt. Sie hofft, dass ihre Abteilung in gleicher Qualität wie bisher weiterarbeiten kann, denn: Glasherstellung verbraucht viel Energie. Und die wird bekanntlich knapp.