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Krieg, Inflation, ZinsanstiegInvestmentmarkt bei Immobilien stark eingebrochen

2 min
Blick auf Einfamilien- und Reihenhäuser.

Der Immobilien-Investmentmarkt ist stark eingebrochen.

Wie das letzte Jahr auf dem Kölner Investmentmarkt gelaufen ist und wie sich 2023 entwickeln könnte.

Der Krieg in der Ukraine, Inflation und Zinsanstieg: Laut Immobilienmakler Greif & Contzen die drei entscheidenden Faktoren, warum der Investmentmarkt bei Gewerbeimmobilien im vergangenen Jahr um rund zwei Drittel einbrach. Für Köln wurde ein Transaktionsvolumen von 1,2 Milliarden Euro verzeichnet. Vor allem aufgrund der Zinswende hätten Investoren ihre Anlageoptionen überdacht, Verkäufe zurückgezogen , Preisabschläge durchsetzen können, erklärt Thorsten Neugebauer, Leiter des Bereiches Investment bei Greif & Contzen. Über alle Immobilienarten hinweg lag das Volumen 2022 mit 4,3 Milliarden Euro rund 35 Prozent unter dem Ergebnis von 2021.

Rund ein Fünftel weniger Transaktionsvolumen bei Eigentumswohnungen

Ab dem zweiten Quartal 2022 brachen die Transaktionen spürbar ein, die Verkaufspreise gaben nach. Die Büroimmobilien blieben mit rund 70 Prozent Anteil am Gesamtvolumen aller Gewerbeimmobilien die am meisten gehandelte Assetklasse und erzielten ein Volumen von rund 875 Millionen Euro, in der langjährigen Betrachtung schneidet 2022 damit unterdurchschnittlich ab. Das Hotelsegment erholte sich 2022 zwar von Corona, aber hier wurden im vergangenen Jahr kaum Immobilien veräußert. Einen Einbruch gab es ebenfalls bei den Industrie- und Logistikimmobilien, wo das Transaktionsvolumen im Kölner Stadtgebiet auf rund 60 Millionen Euro sank. Der fünfjährige Mittelwert von etwa 120 Millionen Euro wurde damit deutlich unterschritten.

Rund ein Fünftel weniger Transaktionsvolumen gab es bei Eigentumswohnungen. Während die Kaufpreise für Bestandswohnungen nachgaben, blieben sie im Neubau aufgrund der hohen Baukosten stabil: In gefragten Stadtteilen werden Neubauwohnungen aktuell in einer Kernspanne von 6000 bis 8000 Euro pro Quadratmeter angeboten.

Für das laufende Jahr erwartet Greif & Contzen zunächst, dass sich die meisten Investoren weiter zurückhalten und die Zinsentwicklung abwarten werden. „Insofern die Europäische Zentralbank jedoch signalisieren wird, dass die Zinsanpassungen beendet sind und das Zinsumfeld damit wieder planbar wird, ist mit einer Zunahme der Investmentaktivitäten zu rechnen“, erläutert Neugebauer. Grundsätzlich sei zu erwarten, dass sich der Kölner Immobilieninvestmentmarkt in den kommenden Monaten preislich weiter zu Gunsten der Käufer entwickele – Verkäufer müssten sich auf Forderungen nach weiteren Preisreduktionen einstellen.