Köln – Aufbruchstimmung herrschte am Freitagmorgen am Spendenlager des Vereins Blau-Gelbes Kreuz in Raderberg. Die Vorsitzende Linda Mai setzte sich ans Steuer eines mit Hilfsgütern vollgepackten Krankentransportwagens für die Ukraine. Geladen hat sie Wundverbände, medizinische Scheren, Dekompressionskanülen, Decken, Windeln und Stromgeneratoren. Die Lieferung ist für die Millionenstadt Dnipro bestimmt, die neue Partnerstadt von Köln wird.
Ende Juni griff Russland die wie Köln viertgrößte Stadt des Landes mit Raketen an. Linda Mai wird bis zur westlichen Grenzstadt Lwiw fahren, dort nimmt der Fahrer einer Hilfsorganisation in Dnipro den Wagen samt Ladung in Empfang. Mit an Bord ist ein Ukrainer, der in Köln Patient war und jetzt in sein Land zurückkehrt.
Spende der Stadtwerke macht Hilfe möglich
Die Güterbeschaffung ermöglichte eine Spende der Stadtwerke Köln in Höhe von 25.000 Euro. „Das ist nicht die letzte Unterstützungsleistung“, versprach der Leiter Unternehmenskommunikation Frank Bender. Insgesamt verfügen die Kölner Stadtwerke über ein Spendenbudget von 100.000 Euro, das in Absprache mit der Stadt an Hilfsorganisationen verteilt wird.
Zur Verabschiedung des Gütertransports kamen Bürgermeister Andreas Wolter und die Generalkonsulin der Ukraine Iryna Shum. Beide sind sich einig, „dass die Ukraine den Krieg gewinnen muss, weil dort für die Freiheit Europas gekämpft wird.“
Ende Juni hatte Wolter nach einem Treffen mit dem Vizebürgermeister von Dnipro, Volodymyr Miller, auf dem World Urban Forum in Kattowitz eine Liste benötigter Unterstützungsleistungen mit nach Köln gebracht.
Da in Dnipro zehn Krankentransportwagen verloren gingen, ist das Rettunhsfahrzeug Teil der Spende. „Wir können nur helfen, wenn wir Hilfe bekommen“, dankte Linda Mai, bevor sie ihre 1400 Kilometer lange Reise nach Lwiw antrat.

