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Kundgebung an der SüdbrückeKöln will mehr Geflüchtete aufnehmen

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Auf Transparenten forderten diese Besucher (l.) eine humanitäre Asylpolitik und die Aufnahme von mehr Geflüchteten im „sicheren Hafen“ Köln. 

Köln – Die Kundgebung „#Weg Frei! Für die sofortige Aufnahme Flüchtender!“ hatte sich Claus-Ulrich Prölß anders vorgestellt. „Wir sind zerknirscht. Wir wollten die Kundgebung auf einem öffentlichen Gelände veranstalten, aber die Auflagen waren einfach zu hoch“, erklärt der Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrats. Offen zugänglich und sichtbar sollte #Weg Frei! sein und Menschen ansprechen, die sich noch nicht oder kaum mit der aktuellen Flüchtlingspolitik Deutschlands und der Europäischen Union auseinandergesetzt haben. Ziel der Kundgebung: Innenminister Horst Seehofer soll den 250 Städten, die sich zum „sicheren Hafen“ erklärt haben – darunter Köln –, erlauben, mehr Geflüchtete aufzunehmen.

Prominenz zeigt Solidarität

Vor einigen Wochen, als dem Bündnis „Köln zeigt Haltung!“ klar wurde, dass die Auflagen für die ins Auge gefasste Deutzer Werft nicht erfüllbar sein würden, sahen sich die Veranstalter gezwungen, entweder abzusagen oder einen neuen Ort zu finden. Sie nahmen notgedrungen die Möglichkeit wahr, die Kundgebung auf den neuen, noch kaum bekannten Open-Air-Veranstaltungsort „Südbrücke“ an der Alfred-Schütte-Allee 34 zu verlegen. Dort stand nicht wie auf der Deutzer Werft zu befürchten, dass die rockig aufspielenden Bands „Brings“ und „Kozmic Blue“ die zulässige Lautstärke überschreiten würden. Die angefragten Künstler, darunter ein Opernensemble um den Tenor Lazaro Calderon, zogen solidarisch mit. Südstadt-Pfarrer Hans Mörtter und Ciler Firtina vom Verein El-De-Haus moderierten.

Für die engagierten Reden und das Musikprogramm der Kundgebung gab es von den Zuhörern viel Applaus (r.).

Bis zu 1000 Besucher durfte der Veranstalter am Sonntag aufs Südbrücke-Gelände lassen. Hunderte kamen, um eine humane Flüchtlingspolitik zu fordern. Sie mussten vorab für fünf Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr Tickets buchen. Das Geld floss in Technik und Sicherheit, für die Flüchtlingsarbeit blieb laut Prölß nichts. Er selbst sorgte dafür, dass trotz der Festivalatmosphäre mit viel Musik und Bewirtung die Botschaft nicht verloren ging. „Es ist wahnsinnig, dass nach dem Nato-Abzug aus Afghanistan noch 187 Menschen in ein Land unter Taliban-Regime abgeschoben wurden“, sagte Prölß. Bundesregierung und EU warf er vor, selbst gesetzte humanitäre und rechtliche Verpflichtungen zu brechen. Das Bündnis will Druck machen, mehr Flüchtlinge nach Köln holen zu können.