Die Landtagsabgeordneten Jochen Ott und Lena Teschlade wollen wieder antreten. Co-Parteichef Andre Schirmer stellt sich erstmals zur Wahl.
Drei Politiker wollen antretenKölner SPD bringt Kandidaten für Landtagswahl in Stellung

Der Kölner Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Fraktion im NRW-Landtag
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Bei einer Wahlkreisdelegiertenkonferenz im Bürgerzentrum Chorweiler bestimmt die Kölner SPD am kommenden Samstag ihre Kandidatinnen und Kandidaten in den sieben Kölner Wahlkreisen für die Landtagswahlen im kommenden Jahr. Dass das am 25. April und damit exakt ein Jahr vor den Wahlen am 25. April 2027 passiert, sei reiner Zufall, sagt Co-Parteichefin Claudia Walther. Man habe den Termin festgelegt, bevor der Wahltermin stand. Die jetzigen Kölner SPD-Landtagsabgeordneten Jochen Ott und Lena Teschlade stellen sich erneut zur Wahl. Carolin Kirsch tritt nicht wieder an.
Ott, seit 2010 Abgeordneter im Landtag und aktuell Vorsitzender der SPD-Fraktion, geht als Spitzenkandidat der NRW-SPD in die nächsten Landtagswahlen und fordert Ministerpräsident Hendrik Wüst heraus. Er hat seinen Platz im Landtag somit über die Liste sicher und muss nicht auf einen Sieg in seinem Wahlkreis Köln III (Ehrenfeld, Lindenthal, Nippes) setzen. Auch bei den letzten Landtagswahlen 2022 war ihm dort gegen Arndt Klocke von den Grünen kein Erfolg gelungen.

Lena Teschlade, Landtagsabgeordnete der Kölner SPD
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Lena Teschlade dagegen hatte sich im Wahlkreis Köln IV (Chorweiler und Nippes) durchgesetzt, ihr wird ein neuerlicher Erfolg zugetraut. Carolin Kirsch feierte im Wahlkreis Köln VII (Mülheim) ebenfalls einen direkten Sieg. Hier ist die SPD traditionell erfolgreich, entsprechend groß war der Andrang, in die Fußstapfen von Kirsch zu treten. Tobias Jacquemain, Manon Elisabeth Klein und Berit Kranz hatten Interesse angemeldet. Bei einer Vorab-Nominierung im Stadtbezirk sprach sich eine Mehrheit für Kranz aus, daraufhin zogen Klein und Jacquemain ihre Bewerbungen zurück.
Bislang ohne interne Konkurrenz sind auch Christian Joisten, Chef der SPD-Fraktion im Kölner Stadtrat, in Köln V (Porz und Kalk) sowie Leonard Kordowski in Köln VI (Innenstadt und Kalk). Joisten hatte 2022 in seinem Wahlkreis knapp gegen Florian Braun von der CDU verloren und hofft diesmal auf eine erfolgreiche Revanche.
Duelle stehen für Köln I (Rodenkirchen und Innenstadt) und Köln II (Lindenthal) an: Für Köln I liegen Bewerbungen von Leon Boness und Heidi Irlenbusch vor. Für Köln II konkurrieren Lisa Steinmann und der Kölner Co-Parteichef Andre Schirmer.

Andre Schirmer, Co-Vorsitzender der Kölner SPD
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Steinmann hatte bei den Landtagswahlen 2012 das Direktmandat in Köln II für die SPD gewonnen, es aber 2017 wieder verloren. Schirmer teilt sich seit Mai 2025 den Parteivorsitz mit Claudia Walther. „Ich weiß, dass ich meinen ganzen Stadtbezirk hinter mir haben, alle Lust haben und ihr bestes geben werden“, sagt Schirmer. Er übernehme gern Verantwortung und freue sich auf den Wahlkampf. „Dabei wollen wir den Elan aus der Kommunalwahl mitnehmen.“
In Köln sonnt sich die SPD noch im Erfolg von Torsten Burmester, der im vergangenen Jahr die Stichwahl um das Oberbürgermeister-Amt für sich entschied. Im Stadtrat hätte sich die Partei allerdings gern besser platziert als hinter den Grünen und knapp hinter der CDU. Und aus Berlin und Düsseldorf sei wenig vom dringend benötigten Aufwind zu spüren, heißt es aus Kölner Parteikreisen. Wie 2012 bei den vorgezogenen Neuwahlen des Landtags im Windschatten von Hannelore Kraft (SPD), von 2010 bis 2017 NRW-Ministerpräsidentin, alle sieben Kölner Wahlkreise direkt zu gewinnen, scheint da ein ferner Traum der Kölner SPD.
Kölns Co-Parteichefin Claudia Walther sagt: „Die SPD insgesamt geht durch schwere Zeiten, aber wir ziehen in Köln Kraft aus der erfolgreichen OB-Wahl.“ Man sei stolz, dass mit Jochen Ott ein Kölner den amtierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst herausfordert. Und es sei erfreulich, dass sich auch in dieser Situation noch „viele kompetente Menschen“ fänden, die gern für die SPD kandidieren wollen.