Der Weiher im Klettenbergpark ist saniert. Bei der Einweihung erläuterten Verantwortliche die Arbeiten und Vorteile des Projekts.
WeihersanierungDer Klettenbergparkweiher glitzert in frischem Gewand

Der Weiher im Klettenbergpark ist wieder ein idyllischer Ort.
Copyright: Susanne Esch
Am Uferrand blühen violette Stauden. Flauschige Wiesen umgeben das klare Wasser. Ein paar Blesshühner paddeln bereits auf dem Wasser, obwohl die Bauzäune den Klettenbergweiher noch umgeben.
Sie werden bald abgebaut, denn der Weiher ist fertig saniert und glitzert in frischer Idylle, umgeben von frisch ausgerolltem Rasen. Eine neue Sumpfeiche ist am östlichen Weiherrand gepflanzt, dort, wo bereits ein Baum stand, als er vor 120 Jahren angelegt wurde.
Bei der feierlichen Einweihung freuen sich Ulf Schulze-Hennings, Geschäftsbereichsleiter Infrastrukturbewirtschaftung der Stadtentwässerungsbetriebe (Steb), Projektleiter Axel Scholle und Bezirksbürgermeister Roland Schüler über das fertige Werk und testen einmal mit der Hand die Wassertemperatur. Angesichts der Hitze sei es im Uferbereich doch schon recht warm, sagt Scholle.
Tiefer, kühler und im ökologischen Gleichgewicht
Doch grundsätzlich ist das Weiherwasser nun kühler und seine Qualität besser: Denn der Weiher wurde in der Mitte auf 2,50 Meter vertieft und ist nun im Schnitt 1,50 Meter tief. Das kühlere Wasser speichert mehr Sauerstoff und verlangsamt Stoffwechselprozesse, die zu Wassertrübungen führen. Mehr Wasser kann auch Nährstoffe besser aufnehmen, ohne dass das ökologische Gleichgewicht sofort kippt. Für einen Sauerstoffanstieg im Wasser sorgt künftig auch eine moderne Umwälzanlage. Sie pumpt das Wasser aus dem Weiher hoch auf die Ebene der Luxemburger Straße. Von dort wird es wie vorher über den kleinen Wasserfall im Park wieder in ihn hineinlaufen. In der Mitte des Klettenbergparkweihers wird auch noch eine Sprudelanlage installiert. Die neue tiefe Zone bietet an heißen Tagen künftig auch einen Rückzugsort für Fische und andere Wassertiere.
„Noch sind keine Fische im Weiher“, sagt Scholle. Sie würden erst in zwei, drei Jahren hineingesetzt, wenn ausreichend neue Nährstoffe vorhanden sind.
Die ersten Wasserpflanzen, Armleuchteralgen, haben Taucher aber bereits in den Weiherboden gesetzt. Es werden weitere gepflanzt. Sie werden künftig überschüssige Nährstoffe im Wasser binden. Die Amphibien, die wie die Fische vor der Sanierung ausgelagert wurden, müssen nicht zurückgebracht werden. Sie werden selbstständig zurück in den Weiher wandern.
Fit für die Zukunft und umsichtig saniert
Die aufwendige Sanierung des Klettenbergparkweihers war nötig geworden, weil seine Tonsohle undicht war und der Weiher Wasser verlor. Trotz Grundwasserspeisung und des Zulaufs über den kleinen Wasserfall war die ökologische Balance nicht gesichert. Das etwa 6500 Quadratmeter große Gewässer wies vor der Sanierung eine Wassertiefe von lediglich rund einem halben Meter auf. Dadurch erwärmte es sich bei Hitze stark und war sehr mit Nährstoffen belastet.
Durch die Sanierung haben die Steb den Weiher nun fit für die Zukunft gemacht. Die Arbeiten erfolgten mit größter Umsicht, um die Parkanlage originalgetreu zu erhalten, denn der von Stadtdirektor Encke auf einer ehemaligen Kiesgrube angelegte Park steht unter Denkmalschutz. Zunächst wurden die Uferbereiche gerodet, anschließend das Wasser abgepumpt und der Schlamm entsorgt. Nach dem Entfernen der Tonsohle wurde der Weiher vertieft und mit einer neuen, wasserdichten Sohle ausgelegt. Dafür wurden Kunststoffdichtungsbahnen verlegt und verschweißt. Sie wurden dann mit Erdnägeln am Ufer befestigt.
„Sportliche Leistung“ der Steb
Ulf Schulze-Hennings freute sich besonders, den sanierten Weiher am „Tag der Daseinsvorsorge“ einweihen zu können. Es handele sich um einen Tag, an dem die Leistungen kommunaler Unternehmen im Fokus stünden, betonte er. Und die Steb konnten nun zeigen, wie gut sie ihren Job machen: Die Sanierung wurde im vorgesehenen zeitlichen und finanziellen Rahmen umgesetzt, in anderthalb Jahren, mit einem sehenswerten Ergebnis. Dafür gab es Lob vom Bezirksbürgermeister: „In Köln, wo sonst Projekte gerne auch einmal 20 Jahre dauern, ist das eine sportliche Leistung“, sagte Roland Schüler.
