Die Lindenthaler Politiker unterstützen die Initiative der Anwohner, das Klettenplätzchen mit einem Wasserspeicher klimagerecht auszustatten.
Kölner KlimaDas „Klettenplätzchen“ soll einen Wasserspeicher bekommen

Auf dem „Klettenplätzchen“, der Kreuzung von Breiberg-, Hardt- und Peterbergstraße, befindet sich mittlerweile ein Parklet mit Grün.
Copyright: Archivfoto: Susanne Esch
Die Nachbarschaft hat den kleinen Platz, an dem sich Petersberg-, Breibach- und Hardtstraße kreuzen, liebevoll „Klettenplätzchen“ getauft – und zu einem Treffpunkt umgestaltet. Ein Parklet, also ein Stadtmöbelstück, steht auf einem ehemaligen Parkplatz und bietet Sitzmöglichkeiten umgeben von Pflanzen. Nun setzt die Bürgerinitiative „Klettenplätzchen“ sich auch für seine klimagerechte Umgestaltung ein. Ein Wasserspeicher soll dort gebaut werden, der bei starkem Regen das Niederschlagwasser aufnehmen und vermeiden soll, dass die anliegenden Straßen und Gebäude überflutet werden. Nachdem Ingo Schwerdorf von den Stadtentwässerungsbetrieben (Steb) in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung die Pläne genauer erläutert hatte, beschloss sie, dass der für den Bau des Speichers benötigte Raum auf dem Platz bereitgestellt werden soll, und zwar indem die Durchfahrt von der Hardtstraße in die Breibergstraße für Autos gesperrt wird.
Köln möchte „Schwammstadt“ sein
Die Stadt hat sich eine klimagerechte Umgestaltung von Plätzen auf die Fahnen geschrieben. Sie möchte eine „Schwammstadt“ werden, also widerstandsfähiger gegen Klimafolgen, wie Starkregen und Hitze. Durch Umbauten soll dafür gesorgt werden, dass in der Stadt Wasser aufgenommen, gespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben werden kann. So sollen beispielsweise Flächen entsiegelt und spezielle Entwässerungssysteme angelegt werden – so wie am Klettenplätzchen.
„Der Bau eines unterirdischen Wasserspeichers, beispielsweise einer Zisterne, setzt zunächst natürlich voraus, dass er groß genug ist, um bei Starkregen genügend Wasser zu speichern“, erläuterte Schwerdorf in der Sitzung der Bezirksvertreter. Ein Problem bei besonders starken Regenfällen, wie am 14. Juli 2021, sei aber, dass sie mit einer solchen Gewalt herunterkämen, dass Speicher sie trotzdem nicht aufnehmen könnten. Deswegen würden die Steb einen unterirdischen Wasserspeicher gerne mit einer oberirdischen Vertiefung des Platzes kombinieren, um so zusätzlichen Speicherplatz zu schaffen.
Dazu müsse dem Platz aber mehr Fläche zugeschlagen werden. „Wir als Steb können zwar die benötigte Fläche berechnen, aber wir sind nicht ihr Eigentümer. Das ist die Stadt Köln“, so Schwerdorf. Wenn die Kollegen von der Straßenverkehrsbehörde mit der veränderten Straßengestaltung einverstanden wären, könne die Steb in die konkrete Planung einsteigen und würde sich auch dafür stark machen, dass sie für das Projekt Fördermittel bekommen würden. Dafür gäbe es Programme des Bundes.
Mit seinen Ausführungen konnte Schwerdorf die Bezirkspolitik überzeugen. Sie beschloss somit, dass die benötigte Fläche für den anvisierten Wasserspeicher am Klettenplätzchen durch die Sperrung der Durchfahrt für den Autoverkehr zwischen Hardt- und Breibergstraße zur Verfügung gestellt werden soll. Ob das Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung diesen Beschluss tatsächlich umsetzt und den Bau des Wasserspeichers somit ermöglicht, ist allerdings fraglich: „Zunächst muss die Verkehrssituation vor Ort und in direkter Umgebung geprüft werden“, schreibt Stadtsprecher Robert Baumanns. „Im Nachgang können Ideen zur Neugestaltung entwickelt werden. Die Verwaltung kann derzeit keine konkrete Aussage dazu treffen.“

