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Pausenraum statt ParkraumDas Klettenplätzchen soll zwei Bäume erhalten

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Ein Sonnenschirm und Pflanzen umrahmen Sitzplätze auf einer Straße.

Das Klettenplätzchen ist ein beliebter Freiluft-Treffpunkt für die Nachbarn in Klettenberg geworden. 

Das als „Klettenplätzchen“ bekannte Parklet soll zwei Bäume bekommen. Ein Parkplatz muss dafür geopfert werden. Die Verwaltung prüft das Vorhaben.

Der Name Klettenplätzchen steht auf keinem Schild. Die Nachbarschaft hat den kleinen Platz auf der Kreuzung Petersberg-, Breiberg- und Hardtstraße so getauft. Er hat sich zu ihrem Treffpunkt gemausert, seitdem auf ihre Initiative hin hier ein Holzparklet als Sitzgelegenheit errichtet wurde. Aktuell ist es wieder abgebaut. Das Parklet macht allerdings nur eine Pause, weil die Stadt die Petersbergstraße derzeit im Abschnitt zwischen Gottesweg und Klettenberggürtel in eine Fahrradstraße umgestaltet.

Danach wird es wieder aufgebaut – wahrscheinlich schöner als bisher. Denn die Nachbarn und Nachbarinnen möchten zwei Bäume in Containern neben dem Parklet platzieren, die ihr die Initiative „1000 Stühle 1000 Bäume“ des Hauses der Architektur Köln (HdAK) zu diesem Zweck geschenkt hat. Die Bezirksvertretung Lindenthal hat in ihrer vergangenen Sitzung mehrheitlich beschlossen, dass dafür ein weiterer Parkplatz auf dem Klettenplätzchen geopfert werden soll.

Querparken soll nicht mehr erlaubt sein

Die Stadtverwaltung prüft nun, ob das Vorhaben umgesetzt werden kann: „Es werden zunächst alle betroffenen Dienststellen und die Polizei angehört“, schreibt Robert Baumanns, Sprecher der Stadt. „Sofern keine Einwände erhoben werden, wird die Genehmigung, auf dem Parkplatz die Bäume aufzustellen, erteilt.“ Derzeit wird allerdings zunächst die Fahrbahn der künftigen Fahrradstraße erneuert, und das Parken neu geordnet: „Die zulässige Parkregelung, dass Autos auf beiden Seiten der Petersbergstraße nur längs zur Fahrbahn parken dürfen, wird mittels Markierung und Beschilderung verdeutlicht“, schreibt Baumanns. „Im Zuge der Sanierung entfallen keine offiziellen Parkplätze.“ Die Verwaltung steuere nur dem regelwidrigen Querparken entgegen, das bislang die Gehwege und Fahrbahn verengt habe.

Weil das illegale Querparken künftig nicht mehr geduldet wird, wird es allerdings de facto künftig auf der Petersbergstraße weniger Parkmöglichkeiten geben. Deswegen war nicht jeder Bezirkspolitiker damit einverstanden, dass für die Bäume ein weiterer Stellplatz geopfert werden soll. Henning Werker (CDU) vertrat die Ansicht, dass ein Parkplatz nur dann entfallen sollte, wenn ortsnah ein neuer geschaffen wird. Weil im Umfeld nun eine ganze Reihe von Parkplätzen verloren gingen, so Werker, solle die Parksituation nicht noch mehr verschärft werden. Anwohnende würden auch berichten, dass sich Menschen auch nachts noch auf dem Klettenplätzchen aufhalten würden und das Ordnungsamt wenig ausrichten könne. „Wir betrachten daher eine weitere Optimierung kritisch“, sagte Werker.

Auf einem Parkplatz stehen Holz-Elemente.

Derzeit sind die Bänke auf dem Klettenplätzchen demontiert.

Ute Ackermann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, argumentierte dagegen: „Die legalen Parkplätze nehmen durch die Umgestaltung der Petersbergstraße sogar zu, nur die illegalen fallen weg.“ Dem Verzicht auf den Parkplatz steht laut Ackermann eine wichtige Verbesserung gegenüber: „Wer diesen Platz kennt, weiß, dass er sich im Sommer sehr stark erhitzt. Da fehlen definitiv Bäume“, betonte sie.

Elke Görgen-Schmickler (Linke) schilderte die Bedeutung des Engagements vor Ort: „Seit die Initiative Klettenplätzchen besteht, kümmert sich die Nachbarschaft sehr intensiv umeinander“, betonte sie. Menschen hätten sich kennen und schätzen gelernt, würden Ordnung halten, Blumen gießen, Müll wegräumen. Schilder würden darauf hinweisen, dass Menschen sich nur bis 22 Uhr dort aufhalten dürften. Die Nachbarschaft würde jetzt den weiteren Parkplatz benötigen, damit es einen Schattenspender gibt. „Wir haben ja gerade gemerkt, was das bei Hitze bedeutet“, so Görgen-Schmickler.

Friedhelm Hilgers, Fraktionsvorsitzender der SPD, befürwortete den weiteren Ausbau des Treffpunkts durch Bäume ebenfalls: „Als das Ensemble errichtet wurde, hat es dort in der Mitte einen Platz gegeben und der war auch vorgesehen“, führte er aus. Mit der Initiative sei ein Stück urbanes Leben entstanden, das man nur bewundern könne. Bäume dort aufzustellen, würde zur Attraktivität des Platzes weiter beitragen. „Wenn dafür nur ein Parkplatz geopfert werden muss“, so Hilgers, „ist das in Kauf zu nehmen.“