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Nach sechsjähriger SanierungWiSo-Hochhaus der Universität zu Köln wiedereröffnet

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15.04.2026, Köln: Nach sechsjähriger Sanierung WiSo-Hochhaus der Universität zu Köln wiedereröffnet Foto: Arton Krasniqi

Nach sechsjähriger Sanierung wurde das WiSo-Hochhaus der Universität zu Köln wiedereröffnet.

Die Sanierung des Gebäudes begann Mitte 2020 und dauerte länger als geplant. Die Kosten belaufen sich auf 50 Millionen Euro.

„Wir geben einer besonderen Fakultät ihre Heimstätte zurück“, sagte Joybrato Mukherjee, Rektor der Universität zu Köln, als am Mittwoch das WiSo-Hochhaus samt großem Hörsaal feierlich wiedereröffnet wurde. Etwa sechs Jahre hat die Sanierung des Gebäudes gedauert, das am nördlichen Ende des Campus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zwischen Universitätsstraße und Grüngürtel steht. „Besonders“ nannte Mukherjee die Fakultät, weil sie schon allein aus historischen Gründen für die Uni „herausragende Bedeutung“ habe. Sie geht auf die Kölner Handelshochschule zurück, die bereits 1901 gegründet wurde, also 18 Jahre bevor auf Betreiben des damaligen Oberbürgermeisters Konrad Adenauer die neue Universität ins Leben gerufen wurde.

Das neungeschossige Hochhaus ist Teil eines Ensembles, zu dem ein mehrgliedriger Flachbau mit drei Innenhöfen gehört. Entworfen wurde der 1960 vollendete und 1998 unter Denkmalschutz gestellte Komplex von dem Architekten Wilhelm Riphahn. Im Hochhaus, dessen Backsteinfassade durchlaufende Fensterbänder prägen, befinden sich überwiegend Büro-, aber auch Seminarräume. Im Flachbau sind unter anderem Seminarräume, Hörsäle und Bibliotheksbereiche untergebracht. Aus Gründen der Betriebssicherheit war die Instandsetzung nötig. Die Kernsanierung des Hochhauses und des Hörsaals, die Mitte 2020 begann, übernahm das Architekturbüro SSP AG aus Bochum; 50 ausführende Firmen waren beteiligt.

20.​​03.​​2020​, Köln​​:Fassadenklinker werden immer häufiger bei Neubauten verwendet und lösen die vorher dominierenden Stahl-/Glasfassaden ab. Wiso-Gebäude, Universitätsstraße. Foto: Max Grönert

Das WiSo-Hochhaus vor der Sanierung. (Archivfoto)

Die vom Land NRW getragenen Kosten belaufen sich auf 50 Millionen Euro. „Ich glaube, das Geld ist gut investiert“, sagte Uni-Kanzler Karsten Gerlof. „Ziel war es, das Gebäude energetisch, technisch und funktional grundlegend zu modernisieren, ohne die denkmalgeschützte Architektur zu beeinträchtigen. Dies ist sehr gut gelungen.“ Aus mehreren Gründen hätten die Arbeiten länger als geplant gedauert. Beispielsweise habe es Lieferschwierigkeiten gegeben, und die „rasante Entwicklung der Medientechnologie“ habe Umplanungen nötig gemacht.

Aufwendige Modernisierung

Zur Sanierung gehörte, Flächen neu aufzuteilen und dafür Wände zu versetzen, Vakuumfensteranlagen einzubauen, das Dach und von innen die Büroräume zu dämmen sowie den Brandschutz auf den neuesten Stand zu bringen. Büro- und Seminarräume erhielten neue Bodenbeläge, die Ziegelkonstruktion wurde umfangreich aufgearbeitet, und modernste Medientechnik wurde installiert. Neu im großen Hörsaal sind der gesteuerte Sonnenschutz, Akustikelemente und die Elektroausstattung, ebenso die Bestuhlung, die Bodenbeläge und die Farbbeschichtungen. „Wir sind besonders stolz auf dieses Projekt“, sagte Thomas Schmidt als Vertreter des Architekturbüros SSP AG und lobte die Qualität des Riphahn-Baus, bei dem erst recht gelte: „Der beste Baustoff ist die Substanz.“ Das Ergebnis sei eine „Mischung aus neuen und bestehenden Materialien“.

„Das modernisierte WiSo-Hochhaus verbindet die starke Tradition der Universität zu Köln mit den Anforderungen der digitalen und vernetzten Wissenschaft“, so NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studentinnen und Studenten fänden hier „optimale Voraussetzungen für Forschung, Lehre und Studium“. Schon jetzt leiste die Kölner Fakultät exzellente Arbeit. Das sanierte Hochhaus sei ein „sichtbares Zeichen, dass Wissenschaft in Köln Raum hat“, sagte Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Ollinger.

Nach den Worten von Dekan Ulrich W. Thonemann erhält die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät mit der Rückkehr in das Hochhaus einen „architektonisch prägenden Ort“ und zugleich ein „hochmodernes Lehr-, Lern- und Arbeitsumfeld“. Das Gebäude spiele ein wesentliche Rolle bei dem Vorhaben, die Arbeit der Fakultät auf weniger Orte zu konzentrieren.

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, zitierte Kanzler Gerlof eine Fußballweisheit, denn nun beginnt die Sanierung des Flachbaus.