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Anwohner verwundertWarum pflastert die Stadt Köln nur Teile der Gehwege neu?

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Der neu gepflasterte Gehweg in der Geibelstraße.

Der neu gepflasterte Gehweg in der Geibelstraße.

Kuriositäten des Alltags: Die Stadt erklärt, warum sie Gehwege nicht komplett neu pflastert. Das hat Auswirkungen auf das Stadtbild.

Sowohl in Lindenthal als auch in Sülz hat die Stadt zwei jeweils 20 bis 50 Meter lange Stücke des Gehwegs neu pflastern lassen – und Anwohner und Anwohnerinnen fragen sich, was es mit dem Pflastersteinstückwerk auf sich hat. Es handelt sich um ein Stück der Geibelstraße in Lindenthal und der Sülzburgstraße in Sülz.

An der Geibelstraße ist ein Teil des Gehwegs neuerdings akkurat gepflastert und hebt sich von dem schnöden Asphalt des restlichen Bürgersteigs ab, genauso wie vom Asphaltflickwerk, das vorherige Reparaturen hinterlassen haben.

Anwohner spekulieren über Gründe

Auch an der Sülzburgstraße wurde ein Stück des östlichen Gehwegs auf der Höhe Zülpicher Straße mit Pflastersteinen versehen und sticht durch seinen „Chic“ aus den Asphaltflächen hervor.

Bei den Bürgern und Bürgerinnen wirft das Fragen auf: Wohnt auf dem Stück vielleicht eine besonders prominente Person?, fragt sich ein Leser, der in der Nachbarschaft der Geibelstraße lebt.

Fertige Pflasterarbeiten in der Geibelstr.

Fertige Pflasterarbeiten in der Geibelstr.

In Sülz mutmaßen Anwohner, die Bewohner und Bewohnerinnen anliegender luxussanierter Häuser hätten vielleicht für einen besonders luxuriösen Gehweg vor ihrer Haustür bezahlt. Die Pflasterstücken wirken wie ein „roter Teppich“, den man vor der Haustür einer privilegierten Anwohnerschaft ausgerollt hat.

Pflastern ist die neue Regel und günstiger

Die Nachbarn finden keine Antwort auf die Frage, warum die Stadt sonst ein solches Stückwerk fabrizieren sollte.

Doch die Antwort ist einfacher, als die Bürger und Bürgerinnen denken: Sowohl auf der Geibel- als auch auf der Sülzburgstraße seien schlicht Gehwegschäden beseitigt worden, schreibt eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage.

„Gehwege werden im Zuge von solchen Reparaturarbeiten in der Regel in Pflaster wiederhergestellt“, so die Stadtsprecherin. „Das hat den Hintergrund, dass spätere Verlegungen von Versorgungsleitungen in Pflasterflächen auf Gehwegen nicht mehr zu erkennen sind, in Asphaltflächen aber viele Flicken hinterlassen.“

Die Stadt nennt aber noch einen weiteren Grund, warum nunmehr den Pflastersteinen der Vorzug gegeben wird: „Aufgrund der stark gestiegenen Preise von Asphalt ist der Einbau von Pflaster zudem mittlerweile in der Regel günstiger als eine Asphaltsanierung“, erläutert die Sprecherin der Stadt.

Gehwegpflaster für ganze Straßen nur in Ausnahmefällen

Allerdings ist laut Gestaltungshandbuch der Stadt eine Asphaltierung der Gehwege ohnehin nicht vorgesehen. „Der allgemeine Gehwegbereich ist seit Jahrzehnten mit Beton-Gehwegplatten ausgebildet worden“, heißt es da.

„Diese Platten zerbrechen unter den heutigen Belastungen schnell und sind schwer instandzuhalten. Daher wurde ein 'Stadtstein' zum Standard erhoben, der zusätzlich über die Jahre farbstabil bleibt.“

Bis ganze Straßenzüge damit schmuck gepflastert sind, wird es allerdings dauern: „Eine flächendeckende Pflasterung erfolgt in der Regel im Zuge umfassender Straßen-Generalsanierungen oder wenn sich Schäden weiter häufen“, schreibt die Sprecherin der Stadt. „Sollten vereinzelte Schadstellen weiter auseinanderliegen, schließt die Stadt Köln neue Pflasterarbeiten stets logisch an bereits bestehende Pflasterflächen an, um ein möglichst zusammenhängendes Stadtbild zu gewährleisten.“

An der Geibel- und der Sülzburgstraße wird es aber zunächst bei den kurzen Pflasterstücken auf den Gehwegen bleiben.