Die „Machbarschaft Petershof“ hat mit der Sanierung des alten Vierkanthofs in Müngersdorf begonnen. Jeden Freitag sind Besucher willkommen.
Wohnprojekt in KölnLand NRW fördert Sanierung des Petershofs mit 200.000 Euro

Mitglieder der Machbarschaft Petershof stoßen mit Barbara Schock-Werner, Bezirksbürgermeister Roland Schüler und der Vorsitzenden des Bürgervereins Müngersdorf, Antje Frings (v.l.) auf die Förderung an.
Copyright: Holger Brass
Kunstwerke und interessante Bücher sollen künftig in der Scheune aus- und vorgestellt, werden. Gruppen sollen dort diskutieren oder planen, Nachbarn sich treffen. Speziell für den passenden Innenausbau hat die NRW-Stiftung der Machbarschaft Petershof, die den denkmalgeschützten Vierkanthof aktuell saniert, nun mit einer Fördersumme von 200.000 Euro unter die Arme gegriffen. Die ehemalige Dombaumeisterin und Vizepräsidentin der Stiftung, Barbara Schock-Werner, war persönlich auf dem Hof zu Gast, um die entsprechende Urkunde zu übergeben. „Der Petershof steht exemplarisch dafür, wie historische Bausubstanz bewahrt und zugleich mit neuem Leben gefüllt werden kann“, lobte die Denkmal-Liebhaberin. „Mit unserer Förderung unterstützen wir einen Ort, der Geschichte, Bildung und bürgerschaftliches Engagement auf vorbildliche Weise verbindet“, sagte Schock-Werner.
Wohnen, Werkeln, Kaffee trinken und Kultur in Köln-Müngersdorf
Die Machbarschaft Petershof möchte ihm künftig mit vielfältigen Nutzungen neues Leben einhauchen. Dort sollen rund 30 Menschen wohnen und sich Räume und einen Garten teilen. Ateliers, Werkstätten, Büros, ein Hofladen und ein Café sollen ebenfalls einen Platz finden. Herzstück des soziokulturellen Zentrums wird die Scheune sein. Nicht nur ein Veranstaltungs- und Versammlungsraum, sondern auch mehrere Seminar- und zwei Büroräume entstehen dort.

Die Sanierungsarbeiten haben begonnen.
Copyright: Machbarschaft Petershof
Bevor die Machbarschaft Petershof sich gründete, die mittlerweile eine Genossenschaft ist, stand der Hof, der sich im Eigentum der Stadt Köln befindet, viele Jahre lang leer und verfiel zusehends. Bis 2015 war dort noch eine Kita zuhause, die aber wegen Wasserschäden ausziehen musste.
Im Jahr 2018 veranstaltete die Gebäudewirtschaft der Stadt eine Bürgerwerkstatt mit der Nachbarschaft, die das gewünscht Grundkonzept für die Nutzung des Hofs erarbeitete. Danach sollte wieder eine Kita in den Hof einziehen. Ein anderer Bauherr errichtet sie nun im Südflügel. Der Hof sollte aber vor allem auch eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und kulturellen Veranstaltungen ermöglichen und ein Treffpunkt für die Bürger sein. Auf der Basis dieses Konzepts schrieb die Stadt ein Konzeptvergabeverfahren aus, bei dem die Initiative Machbarschaft Petershof, deren Ansatz den Wünschen aus der Bürgerwerkstatt sehr nahekam, den Zuschlag bekam. Sie schloss sodann einen Erbpachtvertrag mit der Stadt Köln und ist seitdem mit der Planung, Finanzierung und Umsetzung des Mammutprojektes beschäftigt.
Die Sanierung hat inzwischen begonnen. „Die Dachstühle, Dächer und Dachfenster sind erneuert“, erzählt Dorothee Frings von der Machbarschaft Petershof. „Der Brunnen für die Wärmepumpe ist angelegt. Andere Fenster werden restauriert. Und das Gebäude erhält eine Dämmung, einen ökologischen Lehmputz.“ Den wird die Initiative komplett in Eigenleistung herstellen. Ab dem kommenden Jahr sollen die ersten Teile des Hofes fertig sein. Ende des Jahres dann auch die Scheune. „Ab 2028 möchten wir dann den Vollbetrieb aufnehmen“, sagt Frings.
Petershof beherbergte eins die Reiterstaffel der Hitlerjugend
In der Scheune sollen dann auch Veranstaltungen auf dem Programm stehen, die an die Geschichte des Petershofs erinnern, auch an seine düstere: Während der NS-Zeit war die Reiterstaffel der Hitlerjugend auf dem Hof untergebracht. Noch heute erinnern Nazi-Symbole im Gebäude an die unrühmliche Vergangenheit. Künftig sollen die Scheunentore Menschen aller Herkunft und Altersgruppen offenstehen, vor allem auch der Müngersdorfer Nachbarschaft.
Der Petershof steht interessierten Besuchern und Besucherinnen jeden Freitag zwischen 17 und 19 Uhr offen. www.petershof.org