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Manhattan in Köln-SülzIm „Alusefreth“ gibt es Pizza, obendrauf Kunst

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Ein junger Mann mit dunklem Haar und Schnurrbart steht vor einem Kiosk mit dreieckigen Figuren auf dem Dach.

Hagen Daniel Weber vor dem Büdchen „Alusefreth“ an der Zülpicher Straße.

Das Büdchen an der Zülpicher Straße 303, das lange leerstand, hat seltsamen Dachschmuck und einen noch seltsameren Namen. Der Betreiber erklärt, was dahintersteckt.

Das Büdchen an der Zülpicher Straße 303 wirft neuerdings Fragen auf: Warum hat es so ein großes weißes Ding auf dem Dach? Und was bedeutet eigentlich sein Name „Alusefreth“? Hagen Daniel Weber, „Manager gastronomische Einrichtungen“ der Betreiberfirma, kann sie beantworten: Auf dem Büdchen sei derzeit die Installation „Bycatch“ des Künstlers Daniel Hölzl zu sehen, erläutert er. Es  handele sich um drei große, luftgefüllte Nachbildungen von Tetrapoden, also Wellenbrechern, aus Kunststoffplanen.

Tarot-Karte stand Pater für den Kiosk-Namen

Der Name sei hingegen dem Schicksal geschuldet: Sven Oliver Pink, Inhaber des Betreiber-Unternehmens „Seelchen World“, das zugleich ein Verlag für spirituelle Bücher ist, habe eine Karte aus dem verlagseigenen Tarot gezogen. Die fantasievollen Namen der Karten seien Eigenkreationen: „Alusefreth“, die er zog, stehe für eine Närrin, die mit den Menschen Schabernack treibe, ihnen aber auch den Spiegel vorhalte und sie verbinde. Sowohl das Kunstwerk, welches sich mit Barrieren auseinandersetzt, die Menschen gerne errichten, als auch den Namen befand das Betreiberteam als sehr passend: „Wir möchten ja Barrieren zwischen den Menschen ab- und hier einen Treffpunkt aufbauen“, sagt Weber. Der Name war also gefunden.

Ein junger Mann reibt Parmesan auf ein Pizza-Stück.

Die New-York-Pizza-Slices werden mit Parmesan serviert.

Menschen zusammenbringen tun sie vor allem mit Pizza. Denn Pink und sein Team kennen sich damit bestens aus. Sie übernahmen vor vielen Jahren das verwaiste Büdchen in Marienburg, konnten einen preisgekrönten Profibäcker neapolitanischer Pizza für sich gewinnen und versorgen seitdem das Viertel mit den heißen Teigfladen. Anfang dieses Jahres übernahmen sie auch eine Kölner Institution in der Innenstadt: Im Café Central sind nun ebenfalls ihre Pizza-Spezialitäten zu haben. In Sülz haben sie jetzt einen neuen kleinen Ableger. „Sven hat sich in das Büdchen verliebt“, erzählt Weber. Da war es noch das „Eisfeldchen“. Die Verkaufsstelle für handgemachte Eiscreme war aber bereits in einen Dauerschlaf verfallen und öffnete ihre Türen nicht mehr.

Drei Sorten Pizza gibt es im Alusefreth in Köln-Sülz

Kurzerhand belebte Pink es wieder und verwandelte die Eis- in eine Imbissbude, nach einem besonderen Konzept: „Pizza-Slices“ im „New-York-Streetfood-Style“ stehen hier auf der Karte. Die großen Pizza-Ecken bestehen im Alusefreth-Büdchen aus Sauerteig. Es gibt sie in drei Sorten: „Marinara“ mit Tomaten und Knoblauch, „Margeritha“ mit Tomaten und Käse, und „New York Peperoni“ mit scharfer Peperoni-Salami. Vorgefertigt werden die Pizza-Ecken im Café Central. Den letzten Schliff erhalten sie allerdings im Büdchen: Nachdem sie im Ofen erhitzt wurden, wird dort frischer Parmesan darüber gerieben, getrockneter Oregano darauf gestreut und „Hot Honey“, also scharfer Honig, darüber geträufelt. Den richtigen „New-York-Style“ bekommen sie mit einem Klecks Trüffel-Mayonnaise auf dem Teller verpasst.

Eine geröstete Weißbrotscheibe liegt in einer Schale, daneben ein Klecks oranger Mayo.

Zwei Sandwich-Hälften werden gegrillt und mit Chilimayonnaise serviert.

Auch andere Spezialitäten aus Sauerteig sind im Büdchen zu haben: ganze Sauerteigbrot-Laibe, klassisch, mit Sesam oder mit „Fleur de sel“ und Olivenöl. Aus der selbst produzierten Brotspezialität fertigen die Mitarbeiter zudem Sandwiches mit Pesto und getrockneter Tomate, mit Trüffelpesto sowie Trüffel-Mayonnaise und mit Kimchi. Alle werden zudem mit Gouda, wahlweise auch vegan, gefüllt, gegrillt und als „grilled Cheese Sandwiches“ mit Chili-Mayonnaise serviert. Die Pizza-Ecken kosten 5 bis 7 Euro, die Sauerteigbrote à 750 g 7 Euro, die Käse-Sandwiches 8 Euro.

Zu den Kaffeespezialitäten verspeisen die Kundinnen und Kunden zudem gerne Zimt- und Kardamomschnecken. Kölsch und Softdrinks sind auch zu haben. Kunst und Kultur sollen am und vor allem auch auf dem Büdchen ebenfalls einen Platz haben. Die kunstvolle, weiße Dachbedeckung ist erst der Anfang. „Wir werden die dort ausgestellten Kunstwerke alle zwei bis drei Monate wechseln“, sagt Weber. „Künstler können sich gerne dafür bewerben.“ So können sich Kunden nun nicht nur auf Speisen auf Manhattan-Art freuen, sondern auch auf wechselnde Dachausstellungen freuen.


Alusefreth, Zülpicher Straße 303, Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag: 11 bis 18 Uhr