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NachbarschaftshilfeVerein Schmitzundkunzt ist wieder in Sülz zuhause

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Vereinsvorstand Günter Schmitt in den neuen Vereinsräumen an der Luxemburger Straße 284a.

Vereinsvorstand Günter Schmitt in den neuen Vereinsräumen an der Luxemburger Straße 284a.

Nach einem Abstecher ins Belgische Viertel ist Schmitzundkunzt zurück in Sülz: Der Verein hat an der Luxemburger Straße neu eröffnet.

Im Schaufenster steht eine schwarze Hutschachtel neben einer Engelsfigur und einer alten Petroleumlampe. Alte Schätzchen, Stehrümchen und unzählige gut erhaltene Gebrauchsgegenstände aller Art füllen auch die Regale in den Räumen an der Luxemburger Straße 284a, abholbereit. Der Sülzer Verein Schmitzundkunzt ist nun dort zuhause, in seinem Heimatviertel ansässig – nach einigen Exil-Jahren im Belgischen Viertel. Anfang Mai will der Verein dort mit all seinen Angeboten offiziell starten.

Nachbarschaftshilfe aller Art

Er leistet auf verschiedenste Weise Nachbarschaftshilfe und das neue Heim passt perfekt zum Bedarf des Vereins: Im vorderen Bereich ist „Dingsbums“ untergebracht, ein nachbarschaftlicher Tauschort von gebrauchten Dingen. Nachbarn und Nachbarinnen können solche, die sie nicht mehr benötigen, hier loswerden, andere dafür mitnehmen.

Das neue Vereinsheim an der Luxemburger Straße 284a in Sülz.

Das neue Vereinsheim an der Luxemburger Straße 284a in Sülz.

Im hinteren Bereich des Erdgeschosses hängen Kleiderständer voller Klamotten. Es ist eine Sammelstelle für den „Kleider-Tauschrausch“, der zwei- bis dreimal im Monat stattfindet. Hier können Menschen Kleidungsstücke abgeben, die sie nicht mehr tragen, und sich dafür ein neues Outfit zulegen. Eine Treppe führt zu einer Empore hinauf, zu einem kleinen Atelierbereich. Dahinter befindet sich ein großer Gemeinschaftsraum für verschiedenste Veranstaltungen: Ein Repair-Café findet hier regelmäßig statt, eine Näh- und eine Bastelgruppe, Gesellschaftsspiele. Einmal wöchentlich werden Pflanzen verschenkt, die auf den Wochenmärkten übrig geblieben sind. Die beliebte Pflanzentauschbörse startet bald wieder ganz in der Nähe, am Sülzer Triangel an der Euskirchener Straße/Sülzgürtel, wo Schmitzundkunzt auch Urban Gardening betreibt.

Ganz neu im Programm ist das gemeinsame „Tufting“, eine Technik, bei der mit einer Pistole Garn durch einen gespannten Stoff geschossen wird, um flauschige Teppiche, Wandbehänge oder Kissen herzustellen.

Der Gemeinschaftsraum bietet zahlreiche Arbeitsplätze für verschiedene Gruppenveranstaltungen.

Der Gemeinschaftsraum bietet zahlreiche Arbeitsplätze für verschiedene Gruppenveranstaltungen.

Passende Räume und funktionierende Toiletten

Günter Schmitt, Vereinsvorstand von Schmitzundkunzt, hat gerade selbst begeistert mitgetuftet und ist sehr froh, dass der Verein die neuen Räume in Sülz gefunden hat. Insgesamt 130 Quadratmeter sind sie groß und bieten Platz für alle Vereinsaktivitäten. „Das ist für uns ideal“, sagt Schmitt. „Und die Toiletten funktionieren einwandfrei.“ Das hat für ihn an Bedeutung gewonnen, seitdem ein WC am letzten Standort an der Richard-Wagner-Straße plötzlich defekt war und nicht mehr genutzt werden konnte, obwohl der Verein dort auch größere Konzerte veranstaltete. Im Zuge der Auseinandersetzung mit dem Vermieter wandte sich Schmitt hilfesuchend an die Stadt – die dem Verein die weitere Nutzung der Räume kurzerhand verbot, denn es lag gar keine Genehmigung dafür vor. Zudem fehlte ein zweiter Fluchtweg. So war Schmitzundkunzt, der erst im Jahr 2022 seine ursprüngliche Unterkunft an der Berrenrather Straße verloren hatte, erneut heimatlos – und nutzte das für die Rückkehr nach Sülz.

Neue Heimat und neue Ideen

Vier Monate lang suchte der Vereinsvorstand passende Räume. Es gab einige Angebote. Vieles war teuer oder aufgrund der Laufkundschaft nicht nutzbar. Der 580 Mitglieder große Verein finanziert seine Unterkunft vor allem über seine jährlichen Beiträge zwischen 18 und 60 Euro. Eine luxuriöse Unterkunft kann er sich damit nicht leisten.

Das Erd- und Obergeschoss an der Luxemburger Straße in der Nähe des Sülzgürtels findet Schmitt allerdings perfekt. Es ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. „Der Vermieter ist ebenfalls sehr nett“, sagt Schmitt. Und hier ist auch noch Raum für weitere Ideen: Es soll künftig Hilfe bei der Immobiliensuche und eine Beratung für Finanzangelegenheiten geben. Ein Seelsorger steht zudem für das seelische Wohl der Nachbarschaft zur Verfügung. Vor allem ist aber auch Platz für viele Menschen, die ehrenamtlich mithelfen möchten. Über Zuwachs freut sich der Verein sehr.


www.schmitzundkunzt.de