Die Stadt soll das Kopfsteinpflaster in der Lotharstraße schleifen. Die Lindenthaler Politiker folgen damit einem Beispiel aus der Hauptstadt.
Pilotprojekt in KölnSo könnte die Lotharstraße in Sülz fahrradfreundlich werden

Die Lotharstraße in Sülz ist eine Fahrradstraße, aber wegen des Kopfsteinpflasters eher fahrradunfreundlich.
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Die Lotharstraße ist eine Fahrradstraße. Ute Ackermann, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung Lindenthal, wollte das zunächst nicht glauben. „Ich habe gelacht, als mir jemand das sagte“, erzählte sie in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung, „die Fahrbahn besteht schließlich aus Kopfsteinpflaster.“ Sie hielt es daher für ausgeschlossen, dass die Stadt dem Radverkehr ausgerechnet auf einer solchen Buckelpiste den Vorrang eingeräumt hat, musste sich aber eines Besseren belehren lassen. Und sie präsentierte auch die Lösung des Problems: Man könne das Kopfsteinpflaster abfräsen, so dass die Fahrbahn glatt wird. Gleichzeitig bliebe das Pflaster erhalten. Wasser würde weiterhin in den Zwischenräumen versickern. Damit überzeugte sie die Kollegen und Kolleginnen, und so beschloss die Bezirksvertretung, dass die Verwaltung die Idee in der Lotharstraße umsetzt.
Kölner Lösung: Asphalt wird auf Kopfsteinpflaster aufgebracht
Es ist ein Pilotprojekt für Köln, denn normalerweise setzt die Stadt auf eine andere Lösung, um Kopfsteinpflaster zu ebnen: „Hier in Köln wird eigentlich einfach Asphalt auf Kopfsteinpflaster gelegt“, sagte Ackermann, „der dann irgendwann zerbröselt. Er heizt sich auch auf.“ In Berlin habe man nun damit begonnen, Kopfsteinpflaster für den Radverkehr abzuschleifen. Das könne man nun in Köln sehr gut auf der Lotharstraße einmal ausprobieren. Es wäre auch deutlich günstiger, als die Straße zu asphaltieren.
Vorbild aus Berlin soll in Köln ausprobiert werden, findet die Politik
Michael Olligschläger, Vorsitzender der CDU-Fraktion, unterstützte den Vorschlag: „Auch wir haben uns mit dem Berliner Vorgehen auseinandergesetzt. Man kann da augenscheinlich etwas lernen“, bemerkte er. Nach den Berichten aus Berlin sei ein willkommener Nebeneffekt, dass die Fahrradfahrenden dann auch tatsächlich die Straße nutzen würden und nicht mehr auf dem Gehweg unterwegs seien, um dem Kopfsteinpflaster auszuweichen. Die Fahrradfahrer seien dort sicherer unterwegs. Darüber hinaus würde der Verkehrslärm reduziert.
In der Hauptstadt wurden bereits mehrere Kopfsteinpflasterstraßen für den Radverkehr abgefräst. Die Medien vermelden Erfolge: Die Radfahrer würden nunmehr tatsächlich auf der Fahrbahn fahren, statt auf den Gehwegen, und zwar komfortabel. Durch das Abfräsen der Kopfsteinpflaster bleibt auch das Erscheinungsbild der Straßen erhalten.
Die Stadtverwaltung ist von der Idee ebenfalls angetan, ob die Lotharstraße nun tatsächlich abgefräst wird, lässt sie allerdings offen: „Die Stadt Köln hat das Verfahren aus anderen Städten zur Kenntnis genommen“, schreibt Robert Baumanns, Sprecher der Stadt. „Sie befürwortet den Ansatz und prüft derzeit, ob und wo ein solches Pilotprojekt in Köln umgesetzt werden könnte.“