Verband der Islamischen KulturzentrenNeue Zentrale in Köln lässt auf sich warten

Neuer Hauptsitz: So soll die zukünftige Zentrale des Verbandes in Müngersdorf mal aussehen.
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Köln – Der Bau des neuen Hauptsitzes des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in Müngersdorf verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Eigentlich sollte das 70-Millionen-Projekt 2019 losgehen und 2022 stehen, doch daraus wird nichts. Das teilte ein Sprecher mit. Aktuell hat die Stadt laut Angaben des Sprechers die Baugenehmigung noch nicht erteilt, obwohl der Verband den Antrag im August 2018 gestellt hat. Durch die Corona-Krise fürchtet der Verband eine weitere Verzögerung. Der Sprecher sagte: „Mit der Erteilung der Baugenehmigung müssen wir die Terminplanung noch einmal im Angesicht der neuen Situation beurteilen.“Ob es nun möglicherweise teurer wird, ließ der Verband unbeantwortet. Das Projekt an sich steht aber laut Sprecher nicht in Frage.
Hauptsitz bishher in Köln-Ehrenfeld
Bisher hatte der bundesweit aktive Verein seinen Hauptsitz in Ehrenfeld an der Vogelsanger Straße, doch die Räume dort reichen nicht mehr aus. Der VIKZ ist 1973 in Köln gegründet worden, das Ziel war „die Bedürfnisse der damaligen muslimischen, vor allem der türkischen Gastarbeiter in Deutschland zu decken“.

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Mittlerweile haben sich ihm 300 selbstständige Gemeinden und Bildungsvereine aus Deutschland angeschlossen, der Verband versteht sich nach eigenen Angaben als parteipolitisch neutral, wirbt für die Akzeptanz des Islams und will das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Abstammung fördern.
Die neue Zentrale hat auch einen großen Gebetssaal für 900 Muslime, ein Minarett, also einen Turm für den Gebetsrufer, gibt es nicht. Zudem soll der Neubau eine öffentliche Bibliothek, ein Studentenwohnheim samt Ausbildungsstätte (222 Betten) und ein Gästehaus (114 Betten) versammeln.
Bei der Vorstellung der Pläne im März vor zwei Jahren war es dem Verband wichtig, auf die offene Gestaltung des Gebäudes hinzuweisen. Das Signal soll sein: Wir ziehen uns nicht zurück, es soll Begegnung und Austausch stattfinden. Es soll im Erdgeschoss auch Geschäfte geben, ebenso ein öffentlich zugängliches Restaurant. „gmp“-Architekt Christian Hoffmann sagte damals über die Idee dahinter: „Es ist kein abgeschlossenes, in sich gekehrtes Haus.“ Eine Tiefgarage soll Parkplätze schaffen.
