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Startplätze ausgebuchtMehr als 32.500 Anmeldungen – Köln-Marathon bricht alle Rekorde

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Die Massen laufen nach dem Start des 27. Köln-Marathon auf dem Ottoplatz über die Deutzer Brücke.

Die Massen laufen nach dem Start des 27. Köln-Marathon auf dem Ottoplatz über die Deutzer Brücke.

Veranstalter verdoppelt das Budget für die Verpflichtung von Spitzenathleten und erwartet Streckenrekorde über die Marathondistanz.

Der 28. Köln-Marathon wird am 4. Oktober aller Voraussicht nach alle Teilnahme-Rekorde sprengen. Die rund 20.000 Startplätze für den Halbmarathon sind schon seit Monaten ausgebucht. Als letzte Hoffnung bleibt nur noch die Startplatzbörse. War das nach dem Trend der vergangenen Jahre zu erwarten, überrascht die Entwicklung beim Marathon sogar die Experten.

Mit 12.500 Meldungen steuert der Klassiker auf Anmeldezahlen zu, die an die Bestwerte kurz nach der Jahrtausendwende heranreichen, als es noch keinen Halbmarathon im Programm gab.

Immer mehr Jüngere trauen sich die 42,195 Kilometer zu

„Wir liegen aktuell bei 12.500 und werden am Ende wohl bei 13.000 bis 14.000 landen“, sagt Markus Frisch, Geschäftsführer der Kölner Ausdauersport GmbH. Die Obergrenze von 14.600 werde man aber nicht erreichen.

Ein Blick auf die Altersklassen zeigt, dass sich vor allem jüngere Läuferinnen und Läufer zwischen 20 und 40 zutrauen, die 42,195 Kilometer anzugehen.

Viele von ihnen haben während der Corona-Pandemie zum Laufsport gefunden und bereits Wettkampferfahrungen beim Halbmarathon gesammelt. „Der typische Marathonläufer war vor 20 Jahren zwischen 40 und 55 Jahre alt. Das hat sich stark verändert“, sagt Frisch. „Der Marathon wird jünger.“

Bei einem Marathon dieser Größenordnung müssen wir auch hochklassigen Spitzensport bieten
Markus Frisch, Geschäftsführer der Kölner Ausdauersport GmbH

Das ist kein spezifischer Kölner Trend, eröffnet dem Veranstalter aber neue finanzielle Möglichkeiten, mehr Geld in den Spitzensport zu stecken. „Wir werden in diesem Jahr das Budget verdoppeln und möchten die Streckenrekorde bei den Männern und Frauen auf ein neues Niveau bringen. Bei einem Marathon dieser Größenordnung müssen wir auch hochklassigen Spitzensport bieten, um in der Laufszene mehr Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen“, so Frisch.

Der Berlin-Marathon Ende September schwebt mit mehr als 50.000 Teilnehmenden und regelmäßigen Weltrekorden über allem, dahinter streiten sich Frankfurt, Hamburg, Köln und München um die Plätze.

„Wir haben bei den Männern drei Top-Athleten verpflichten können und unterstreichen damit unsere Ambitionen, internationalen Spitzensport nach Köln zu holen“, sagt Frisch.

Vorjahressieger Barnaba Kipkoech (33) aus Kenia, der mit 2:06:54 nach 13 Jahren einen Streckenrekord und persönliche Bestzeit lief, will dieses Kunststück wiederholen, hat aber diesmal zwei härtere Konkurrenten.

Victor Kiplangat (26) aus Uganda hat eine Bestzeit von 2:05:09 Stunden, die allerdings schon vier Jahre alt ist. Mit der Empfehlung als zweimaliger Sieger von Hamburg (2023 und 2024) kommt der Kenianer Bernard Koech (38) nach Köln, dessen Bestzeit von 2:04:09 Stunden ihn in die erweiterte Weltspitze brachte.

Ich habe wunderbare Erinnerungen an Köln
Barnaba Kipkoech, Marathonsieger 2025

„Ich habe wunderbare Erinnerungen an Köln. Die Atmosphäre entlang der Strecke, die Begeisterung der Zuschauerinnen und Zuschauer und die schnelle Strecke haben mir im vergangenen Jahr zu einem besonderen Rennen verholfen“, sagt Vorjahressieger Kipkoech. „Ich freue mich sehr darauf, nach Köln zurückzukehren und meinen Titel zu verteidigen.“

Sieger mit neuem Streckenrekord in Köln: Barnaba Kipkoech ist im Oktober erneut am Start.

Sieger mit neuem Streckenrekord in Köln: Barnaba Kipkoech ist im Oktober erneut am Start.

Auch das Frauenfeld ist mit vier Läuferinnen, die alle Zeiten unter 2:25 Stunden laufen können, stark besetzt. Besonders beeindruckend dabei ist die Entwicklung von Fantu Shugi aus Äthiopien, die das Rennen Köln im vergangenen Jahr in 2:29:12 Stunden gewann und wenige Monate später in Dubai diese Bestmarke mit 2:23:29 Stunden um fast sechs Minuten verbesserte.

„Die Leistungsdichte ist so hoch wie selten zuvor. Unser Ziel ist es, ein Rennen auf internationalem Spitzenniveau zu bieten. Ich bin überzeugt, dass der Streckenrekord von 2:25:34 Stunden in diesem Jahr ernsthaft in Gefahr gerät“, sagt Frisch.

Ein Botschafter für olympische Spiele

Der Köln-Marathon sei auch ein Marken-Botschafter im nationalen Wettbewerb der Region mit München und Berlin um die Ausrichtung olympischer Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Die Entscheidung über den deutschen Bewerber trifft der Deutsche Olympische Sportbund  eine Woche vor dem Köln-Marathon – am 26. September. „Wir sind bereit und haben in vielen Jahren bewiesen, dass wir mit Großveranstaltungen viele Menschen bewegen können“, sagt Frisch. „Die meisten kommen immer wieder gern nach Köln.“

Dass der Laufboom, der nach Corona eingesetzt hat, bald ein Ende finde, sieht Frisch nicht. „Wir sind selbst überrascht, wie stabil dieser Trend ist.“ Mehr Startplätze, vor allem für den Halbmarathon, der besonders nachgefragt ist, wird es in den kommenden Jahren aber nicht geben. „Dafür sind unsere Straßen einfach zu eng. Wir wollen allen ein möglichst optimales Laufvergnügen bieten.“

Noch mehr Startplätze wird es nicht geben

Theoretisch ließen sich zwar noch mehr Startplätze in weiteren Blöcken anbieten, dazu müsste die Strecke aber zwei oder drei Stunden länger gesperrt bleiben. Das wolle man niemandem zumuten. In Berlin hatte es im vergangenen Jahr erste kritische Stimmen gegeben, die Veranstaltung sei zu groß und entspanntes Laufen nicht mehr überall möglich. „Diesen Fehler wollen wir nicht machen“, so Frisch.

Vom ausgebuchten Halbmarathon in Köln profitiert offenbar auch der Brückenlauf des ASV am 13. September, dessen neue Kernmarke zum zweiten Mal neben einer „kölschen Runde“ über 11,11 Kilometer der Halbmarathon entlang des Rheins über vier Brücken ist. Von 4100 Anmeldern bisher haben sich 2850 über die 21,1 Kilometer entschieden. Tendenz steigend, heißt es beim ASV. Der Halbmarathon startet um zehn Uhr am Harry-Blum-Platz im Rheinauhafen. Das Ziel bleibt am Schokoladenmuseum.