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Mehrere Verletzte Radabstellanlage in Deutz ist gefährlich für Vorbeiradelnde

Um weitere schwere Unfälle zu vermeiden, wurde die Abstellanlage zwischenzeitlich abgesperrt.

Um weitere schwere Unfälle zu vermeiden, wurde die Abstellanlage zwischenzeitlich abgesperrt.

Köln – Ein Schlag ins Gesicht. Mit einer Eisenstange. Ohne Vorwarnung. In der Dunkelheit. Was nach übelster Niedertracht klingt war eigentlich von Herzen gut gemeint. Fahrradfahrer sollten am Deutzer Bahnhof, am Auenweg, die Möglichkeit bekommen, ihre Räder komfortabel abzustellen. Die Stadtverwaltung ließ dort eine Abstellanlage über zwei Etagen aufstellen. Doch gut gemeint und gut gemacht ... Keiner hatte dabei wohl im Blick, dass die ausfahrbare Radschiene für die zweite Etage tief hineinragt in den Bereich des vorbeiführenden Fuß- und Radweges – genau auf Kopfhöhe.

Die Unachtsamkeit hat beachtliche Folgen. Fahrradfahrer zogen sich an ausgefahrenen Schienen bei Dunkelheit schwere Blessuren zu – bis hin zu Nasenbrüchen. Die dunklen Stangen sind bei Nacht und Dämmerung für heraneilende Radler so gut wie nicht auszumachen. Klar, eigentlich sollten sie eingefahren sein. „In der Nähe gibt es beliebte Ausgehlokale. Da bleibt es erwartungsgemäß nicht aus, dass der ein oder andere Angetrunkene es witzig findet, sie auszufahren“, sagt Christoph Schmidt vom ADFC Köln. Das wäre im Zweifel auch gar nicht so schlimm, würden sie eben nicht in den Wegbereich hineinragen.

Platz für Räder bieten die Anlagen – wenn richtig aufgestellt.

Platz für Räder bieten die Anlagen – wenn richtig aufgestellt.

Radständer stehen auch an anderen Stellen in Köln

Erfahrung genug, um so etwas zu beachten, könnte die Verwaltung haben. Die doppelstöckigen Ständer stehen schon an mehreren Stellen in der Stadt. Mit Vorliebe in Bahnhofsbereichen. Nicht, dass es dabei nicht schon weitere Malörchen gab. Am Bahnhof Süd wurde zwar auf genügend Spielraum geachtet. Aber nicht bedacht, dass dem benachbarten Lokal eine Außengastronomie gestattet ist. Die Schienen können über den Köpfen der Gäste ausgefahren werden. Eine Petitesse im Vergleich zu den Deutzer „Kopfnüssen“. Um die zu vermeiden, fordert Schmidt zumindest Reflektoren an den oberen Schienen. „Vielleicht kann die hinter dem Deutzer Ständer liegende Böschung etwas zurückgebaut werden, so dass die Abstellanlage aus dem Gefahrenbereich kommt“, lautet ein weiterer Vorschlag vom Radexperten.

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Die Stadt hat auf die Schnelle einen anderen Ansatz verfolgt: Kabelbinder. Mit denen seien die oberen Schienen nun fixiert, so ein Stadtsprecher. Und damit unbrauchbar. Sicherlich nur ein Provisorium. Aber mit Provisorien kennt man sich in Köln ja aus.