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Metropolregion RheinlandKölns OB Torsten Burmester übernimmt Vorsitz

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Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (l.) übernimmt das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Metropolregion Rheinland von seinem Düsseldorfer Amtskollegen Stephan Keller.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (l.) übernimmt das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Metropolregion Rheinland von seinem Düsseldorfer Amtskollegen Stephan Keller.

Der 2017 gegründete Verbund erlebte im vergangenen Jahr eine Austrittswelle. Burmester setzt dennoch darauf, als Region „handlungsfähig und sichtbar“ zu sein.  

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) ist der neue Vorstandsvorsitzende der Metropolregion Rheinland (MRR). Die Mitgliederversammlung des Zusammenschlusses hat ihn am Montagabend im Historischen Rathaus von Köln einstimmig gewählt. Burmester übernimmt das Amt von seinem Düsseldorfer OB-Kollegen Stephan Keller (CDU), der dem Verbund rund fünf Jahre vorstand. Davor hatte Kölns ehemalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) den Posten inne. 

„Das Rheinland gehört zu den wichtigsten Industrie- und Transformationsregionen Europas. Es muss unser Anspruch sein, diese Stärke selbstbewusst zu vertreten – mit klaren Positionen, enger Zusammenarbeit und einer Metropolregion, die handlungsfähig und sichtbar ist“, sagte Burmester nach seiner Wahl.

Die Metropolregion Rheinland wurde 2017 gegründet und vereint Städte wie Köln und Düsseldorf, Kreise wie den Rhein-Sieg-Kreis sowie Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern. Ziel ist es, Fördergelder und Förderprojekte in die Region zu holen und so Arbeitsplätze zu schaffen und Steuereinnahmen zu generieren. Statt großer Erfolge gab es in der Vergangenheit allerdings vor allem Enttäuschung bei den Mitgliedern, das vergangene Jahr war von einer Austrittswelle geprägt. Zum 31. Dezember traten neun Mitglieder aus. Gegenüber der „Kölnischen Rundschau“ hatte Burmester zuletzt angekündigt, „die Kommunen, die ausgeschieden sind, zurückholen zu wollen“. Aktuell hat der Verbund 26 Voll- und neun Gast-Mitglieder.

Burmester erklärte: „Der Wirtschaft und den Kommunen muss die Metropolregion Rheinland in Zeiten von Rohstoffmangel, zunehmendem Wettbewerb der europäischen Metropolregionen und schwacher Konjunktur einen konkreten Mehrwert bieten, mit gemeinsamen Strategien für Themen wie Infrastruktur, Energie und Bürokratieabbau.“

Burmester vertritt die MRR beim Parlamentarischen Abend in Berlin

Als ersten offiziellen Termin von Torsten Burmester als Vorstandsvorsitzenden kündigte die MRR ihren Parlamentarischen Abend am 19. Mai in Berlin an. Demnach sollen dort die Chancen von Staatsmodernisierung und das Thema Bürokratierückbau im Fokus stehen. Ein Schwerpunkt der weiteren Arbeit der MRR solle auf zentralen strukturpolitischen Zukunftsthemen des Rheinlands liegen. Dazu gehörten „insbesondere die gemeinsame Entwicklung einer strategischen Perspektive für Rheinquerungen und Brückeninfrastrukturen, die Entwicklung von Wasserstoff- und Energieinfrastrukturen, die Transformation energieintensiver Unternehmen und Industriestandorte und die Sicherung der Handlungsfähigkeit der Kommunen im Rheinland“.

Bisher ungeklärt ist offenbar, wie es mit der Miete für das MRR-Büro in Bestlage im Deutzer Hochhaus Köln-Triangle weitergeht. Diese soll sich auf rund 150.000 Euro pro Jahr belaufen und wurde bislang vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) getragen. Der gehört jedoch zu den unzufriedenen Mitgliedern, die den Verbund verlassen haben. Nach Angaben der Stadt Köln sei damit das Mietverhältnis zwischen LVR und MRR mit Wirkung zum 1. April gekündigt worden. Dadurch sind die Flächen der MRR-Geschäftsstelle im Rahmen einer Anmietverpflichtung an die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln übergegangen.

Trägt also jetzt die Stadt Köln trotz ihrer massiven Finanzprobleme die Kosten für die Büroräume der MRR? Dazu teilte ein Sprecher der Stadt mit: „Die zukünftige Miete wird aus dem Budget der MRR gezahlt. Die Stadt übernimmt das nicht. Es laufen derzeit Gespräche zwischen der MRR und der Gebäudewirtschaft über die zukünftige Höhe der Miete.“