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„Brauchen Mut zu transparenten Prozessen“Mike Homann spaltet die Kölner SPD

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Mike Homann Kölner SPD

Mike Homann

Köln – Die Nachwirkungen des denkwürdigen Auftritts von Mike Homann bei der SPD-Wahlkonferenz (wir berichteten) beschäftigen die Partei weiterhin. Ist Homann ein Nestbeschmutzer? In jedem Fall hat er die Partei gespaltet. Wir trafen ihn zum Gespräch.

Wie haben Sie Ihren Auftritt am Samstag erlebt?

Homann: Selbst für SPD-Verhältnisse war es eine sehr außergewöhnliche Wahlkreiskonferenz. Ich habe am Samstag in viele überraschte Gesichter gesehen, aber auch unfassbar viel Zustimmung und Zuspruch bekommen – sowohl während der Veranstaltung als auch in den Tagen danach.

Was sagen Sie zum Vorwurf, dass Sie die SPD mit Ihren Angriffen auf Christiane Jäger weiter spalten?

Ich denke, dass es in der SPD eine gewisse Sehnsucht gibt, bestimmte Dinge nicht totzuschweigen, sondern offen anzusprechen. Das haben mir die Reaktionen deutlich gezeigt. Einen Streit kann man nicht beilegen, indem man sagt, es gibt keinen Streit.

Aber Sie haben den Streit weiter angefacht. Ist das für die Partei nicht kontraproduktiv?

Es war mir bewusst, dass mein Auftritt eine zweischneidige Angelegenheit sein würde. Aber mir liegt diese Partei am Herzen, und es war mir wichtig, etwas deutlich zu machen: Wir können nicht einfach immer so weiter machen wie bisher, wir brauchen in dieser Partei, die für „Mehr Demokratie wagen“ steht, mehr Mut zu transparenten Prozessen. Das ist meine feste Überzeugung, und dafür wollte ich ein Ausrufezeichen setzen.

Bleibt am Ende nicht vor allem das Bild einer zerstrittenen Kölner SPD übrig?

Inhaltlich sind wir bereits auf einem Weg, wo wir als Partei geschlossener nicht sein könnten. Doch immer dann, wenn es um Personalfragen geht, wird es schwierig. Daran müssen wir arbeiten. Wo ist das Problem, wenn zwei oder mehrere Kandidaten für ein Amt gegeneinander antreten? Ich finde, da können wir in Köln einiges von der Bundes-SPD lernen. Die Frage: „Wie gehen wir miteinander um?“ ist doch auch ganz wichtig dafür, wie wir von den Bürgern wahrgenommen werden.

Wie geht es jetzt weiter ?

Ich habe erklärt, dass ich Andreas Kossiski ab sofort nach besten Kräften unterstützen werde, und das werde ich auch tun. Die SPD hat gute Inhalte und einen guten Kandidaten, und wir spielen auf Sieg.

Und für Sie persönlich?

Ich werde mich weiterhin für sozialdemokratische Politik in dieser Stadt einsetzen und strebe zunächst einen Sitz im Stadtrat an. Alles Weitere wird man sehen.