- Seit diesem Monat hat die Stadt Köln erstmals eine 24-stündige Ampelbereitschaft.
- Möglich macht dies ein neuer Großrechner, der seit vergangenem Jahr im Einsatz ist.
- Wird damit nun das Problem der maroden Ampeln schnell gelöst? Ein Überblick
Köln – In wenigen Minuten angefahren, für Monate schief. So ergeht es manch einer Ampel in Köln. Beliebt ist auch der technische Defekt, der tagelang Kreuzungen lahm legt. Bei seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr hatte Kölns Verkehrsmanager Patric Stiels angekündigt: Wir müssen schneller werden.“ Jetzt macht er ernst – zumindest bei bei Ampelschäden.
Seit diesem Monat hat die Stadt Köln erstmals eine 24-stündige Ampelbereitschaft. „Zudem kooperieren wir nun mit einem Tiefbauunternehmen, dass wir im Ernstfall zu jederzeit in Anspruch nehmen können“, sagt Stieler. Möglich wird die neue Ampelbereitschaft durch den Verkehrsgroßrechner, der im vergangenen Jahr in Betrieb gegangen ist.
Umgehend reagieren dank moderner Technik
Rund 80 Prozent aller Ampeln in Köln sind nun auf den neuen leistungsfähigen Rechner geschaltet. Davon wiederum sind rund 70 Prozent mit aktueller Technik ausgestattet, so dass eine umfangreiche Kommunikation mit dem Rechner möglich ist. Alte Ampeln geben im Prinzip nur preis, ob sie ein- oder ausgeschaltet sind. Die neuen geben bei Bedarf ein ganzes Schadensbild ab. „Dadurch können wir jetzt umgehend reagieren und den Schaden sofort beseitigen“, sagt Stieler. Wird eine Ampel durch ein Fahrzeug auf Abwegen „entwurzelt“, kommt die Tiefbaufirma zum Einsatz, die schnell einen neuen Mast für eine Lichtsignalanlage „pflanzt“.
Anzeigen
In den nächsten Wochen lässt das Amt für Verkehrsmanagement stadtweit 17 Verkehrsinformationsanlagen, die an den Hauptverkehrsstraßen platziert sind, gegen neue Anlagen austauschen. Mit den Arbeiten wurde am vergangenen Dienstag auf der A 559/Höhe am Grauen Stein begonnen In den nächsten Tagen folgen die Anlagen an der A 57, A 555 und an der A 3.
Der Austausch der letzten Anlagen an der Luxemburger Straße und an der A 559 an der Lanxess-Arena sollen im Juli abgeschlossen werden. 2,2 Millionen Euro kosten die modernen LED-Anzeigen und ihre Installation. (ngo)
Die Modernisierung aller Ampeln und ihre Aufschaltung auf den Rechner laufen also. Den nächsten großen Schritt, den der Verkehrsmanager machen möchte, beinhaltet eine Softwareaufrüstung. Ein übergeordnetes Programm wird auf den Großrechner aufgeschaltet. Damit können dann umgehend Maßnahmen eingeleitet werden, die sich aus Sperrungen und Ampelausfällen ergeben.

Beim Ampelausfall schnell zur Stelle will das Verkehrsmanagement künftig sein. Erstmals gibt es eine Bereitschaft.
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Wird beispielsweise der Kalker Tunnel aus Sicherheitsgründen gesperrt, schaltet dieses Programm Anzeigen und Ampeln so, dass Umleitungen angezeigt und Staus verhindert werden. Noch hängen an den großen Zufahrtsstraßen veraltete elektronische Anzeigetafeln (siehe Kasten). „In den kommenden Wochen werden sie gegen digitale Anzeigen ausgetauscht. So können wir dann Verkehrsflüsse optimieren. Das Geld für diese übergeordnete Software kommt aus einem Förderprogramm für saubere Luft“, berichtet Stieler.
Optimal koordiniert werden können diese Prozesse, wenn eine Verkehrs- und Tunnelzentrale eingerichtet ist. Die ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Die Stadt Köln ist allerdings im Verzug. „Das hat ganz wesentlich mit unseren Raumproblemen zu tun“, räumt Stieler ein. Doch nun sei es gelungen, Platz im Deutzer Stadthaus freizuschlagen. „Im kommenden Jahr können wir dort die Zentrale einrichten und beziehen.“
