Köln – Zeugenaussagen warfen gestern im Prozess um die Bluttat von Dünnwald erneut ein anderes Licht auf das Opfer. Als ihre Tochter mit einem Ball vor dem Fenster der 34-jährigen Mutter von sieben Kindern gespielt hatte, sei die Frau durchgedreht, gab eine Nachbarin vor Gericht an. „Scheiß Nazis“ habe diese ihre Tochter angeschrien. Daraufhin habe sie geantwortet: „Wenn es dir hier nicht gefällt, dann geh doch dahin zurück, wo du herkommst.“ In „Windeseile“ sei sie daraufhin von der Frau attackiert worden. „Sie hat mir an den Haaren gezogen und versucht, mir ins Gesicht zu beißen.“
Dann griffen drei Männer ein, um den Streit zu schlichten. Ob der Angeklagte, dem vorgeworfen wird, seine Frau im Beisein der Kinder mit 50 Stichen getötet zu haben, einer dieser Männer war, konnte die Zeugin nicht mit Gewissheit sagen. Sie beschrieb ihn aber als „freundlich und zurückhaltend“. Eine andere Nachbarin (52) charakterisierte das spätere Opfer gestern vor Gericht ebenfalls als „krakeelig“. „Man durfte ihren Kindern nichts sagen. Und wenn doch, dann ist die direkt ausgeflippt.“ Die 34-Jährige habe „ziemlich oft ziemlich viel Bier“ getrunken.
Die Angaben der Nachbarinnen stützen die Aussage des Angeklagten, der seine Frau zum Prozessauftakt als gewalttätig, herrisch und sehr impulsiv beschrieben hatte. Nachdem er am Tattag von seiner Frau mehrfach gedemütigt worden sei und sie ihm vorgehalten habe, er sei kein richtiger Mann, habe er ein Messer aus der Küche geholt und seine Frau erstochen. (bks)
