Mit Veranstaltungen informiert der Aktivkreis Gebäudebestand der Genossenschaft „heuteStadtmorgen“ unter anderem über sogenanntes Clusterwohnen.
Zukunftsmodell ClusterwohnenGenossenschaft informiert in Dellbrück über Wohn-Perspektiven

Mit Veranstaltungen informiert der Aktivkreis Gebäudebestand der Genossenschaft „heuteStadtmorgen“ unter anderem über Clusterwohnen.
Copyright: Thorsten Kern Fotografie
„Wir haben Wohnungen in Köln, sie sind nur schlecht verteilt“, sagt Claudia Pannhausen. Die Architektin ist eine von vier Vorständen der Klima-Genossenschaft „heuteStadtmorgen“ und Sprecherin des Aktivkreises Gebäudebestand. Ziel der Genossenschaft ist es, ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Dazu gehören Klimaschutz, aber auch soziales Miteinander und gerechte Verteilung.
Seit der Gründung 2023 hat die Genossenschaft fünf Photovoltaik-Anlagen in Köln-Süd und Zollstock gebaut und ein Wärmenetz in Ehrenfeld geschaffen. Ferner setzt sie Mitmachprojekte und gemeinnützige Projekte um. „Wir wollen die Leute mitnehmen und Angebote machen, um Köln lebenswerter zu machen, und in den meisten Fällen ist das umweltfreundlich“, erklärt Claudia Pannhausen. So beispielsweise auch beim Thema Wohnen.

Claudia Pannhausen von der Genossenschaft „heuteStadtmorgen“.
Copyright: Thorsten Kern Fotografie
„Viele ältere Menschen haben viel Wohnraum, den sie nicht unbedingt benötigen, finden aber keine kleineren Wohnungen, die sie sich leisten können“, sagt Pannhausen. Mit der Informationsreihe „anders wohnen“ will die Genossenschaft deshalb in ganz Köln darüber aufklären, wie Wohnraum effizienter und suffizienter genutzt werden kann. Zuletzt fand eine solche Veranstaltung im Gemeindesaal der Pauluskirche in Köln-Dellbrück statt.
Genossenschaft möchte Köln lebenswerter gestalten
Dabei berichteten diverse Teilnehmer eben davon, viel Wohnraum zu haben, der nicht genutzt werde. „Viele wissen gar nicht, was möglich ist, und haben gegebenenfalls auch Angst“, sagt Pannhausen. „Uns ist es wichtig, diese Ängste abzubauen, Vertrauen zu schaffen und jegliche Fragen zuzulassen.“
So berichtete eine 85-jährige Frau bei der Veranstaltung von ihren Erfahrungen mit „Wohnen für Hilfe“. Eine Studentin zog in ihre kleine Einliegerwohnung. Sie übernimmt die Arbeiten im Garten und zahlt dafür „nur“ die Nebenkosten für die kleine Wohnung. „Meine Kinder, die nicht in meiner Nähe wohnen, sind froh, dass wieder jemand mit im Haus ist“, erzählt sie.
Solche Wohnveränderungen könnten die Lage am Wohnungsmarkt und auch die soziale Situation von Menschen verbessern, meint Claudia Pannhausen. Gleichzeitig würden sich durch das bessere Ausnutzen von Wohnraum Verbesserungen für das Klima ergeben. Die Genossenschaft wolle deshalb unter anderem in Zukunft Clusterwohnen als Modell umsetzen. Dabei wird Gebäudebestand, etwa alte Gewerbehäuser, so umgebaut, dass kleine Appartements entstehen. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftsräume, die alle nutzen können.
Die Genossenschaft möchte dann als Betreiber fungieren, während die Bewohnenden einen Verein gründen. Dafür werden gerade Investoren sowie Bestand gesucht. „Wir haben den Bestand, wir müssen ihn nur umgestalten, und das geht am besten in Kooperationen“, sagt Pannhausen. Zudem müssten die Menschen eben über Möglichkeiten wie solche aufgeklärt werden. Das will die Genossenschaft an weiteren Terminen mit der Inforeihe „anders wohnen“ als Nächstes wieder in der Pauluskirche in Dellbrück am Mittwoch, 15. Juli.