Michaela Auer hat den Stoffladen seit 2012, seit vergangenem Jahr unterstützt sie ihre Tochter Lara. Warum Nähen schon lange kein „Oma-Hobby“ mehr ist.
Schatzkisteröffnung nach RenovierungMutter und Tochter betreiben gemeinsam das „Nähkästchen“ in Dünnwald

Seit 2012 betreibt Michaela Auer das „Nähkästchen“. Mittlerweile unterstützt sie ihre Tochter Lara.
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„Für mich ist es total schön, es ist ein toller Austausch“, sagt Michaela Auer über die Arbeit mit ihrer Tochter Lara. Seit 2012 betreibt die gelernte Bekleidungstechnikerin den Stoff- und Nähladen Nähkästchen in Dünnwald, seit 2025 unterstützt Lara Auer sie. „Das ist schon mega cool, das kann wirklich nicht jeder von sich behaupten“, sagt die 26-Jährige, „natürlich ist es auch mal anstrengend, und wir pampen uns auch mal an, hart, aber herzlich.“
Die Tochter arbeitet vollzeit in Mannheim als Designerin. Sie kümmert sich vor allem um den Online-Auftritt und steuert neue Ideen und Trends bei. Die Mutter ist vor Ort, leitet Nähkurse und kennt, so erzählen es die beiden Frauen, ihre Zielgruppe und das Handwerk genau. „Letztlich ist genau das, was wir in unserer Zusammenarbeit tun, auch das, was wir hier vor Ort leben wollen“, erklärt Lara Auer. „Wir wollen jüngere und ältere Leute zusammenbringen.“
Köln-Dünnwald: Mutter und Tochter betreiben zusammen das Nähkästchen
Das Hobby Nähen sei schon lange kein „Oma-Hobby“ mehr, betonen Mutter und Tochter. „Die Leute wollen mehr mit ihren Händen machen und analog arbeiten“, sagt Michaela Auer. Zudem gebe es ein ganz neues Gefühl für Stoff und Kleidung, etwas selbst zu nähen. „Wir wollen den Leuten auch mitgeben, wie wichtig dieses Handwerk ist und dass hochwertige Teile ihre Zeit brauchen. Das kann ein Schritt weg von ‚Fast Fashion‘ sein“, sagt Lara Auer. Ihre Mutter erzählt, dass immer wieder Leute begeistert seien, etwas selbst geschaffen zu haben.
Regelmäßig bietet die Ladenbesitzerin projektbezogene Nähkurse an. Damit habe das Nähkästchen auch begonnen. Nachdem Michaela zwei Kinder bekommen hatte, sei es schlecht möglich gewesen, ihrer Arbeit wieder nachzugehen. Besonders im Rheinland sei die Textilindustrie laut Auer sehr schwierig für Mütter, sagt Michaela Auer.
Doch als Hobby und für ihre Kinder nähte sie immer. „Das war natürlich mega cool, ich hatte Sachen, die niemand sonst hatte“, erinnert sich Lara Auer. Immer wieder seien Eltern vom Kindergarten und der Schule auf Michaela Auer zugekommen und hätten gefragt, ob sie ihnen nicht das Nähen beibringen könnte. Zu Hause bot die Mutter dann Nähkurse an und machte sich 2007 selbstständig. 2012 folgte der kleine Laden an der Berliner Straße, in dem sie auch Stoffe verkauft. 2024 kam ein Onlineshop hinzu. Die Nähkurse bleiben das Herzstück des Nähkästchens.
Nähkästchen eröffnet am 22. August nach Renovierung
Auch Mutter-Kind-Kurse sind darunter. „Generationenübergreifendes Arbeiten ist doch eigentlich das Schönste“, ist Lara Auer überzeugt, „die Älteren können etwas von den Jüngeren lernen und die Jüngeren von den Älteren ja ohnehin.“ Und so sei es auch bei Michaela und Lara Auer. Einmal die Woche haben die beiden einen fixen Termin, an dem sie sich über alles rund um den Laden austauschen. „Mama sagt mir dann schon mal ‚Mach mal hösch‘, wenn ich wieder mit dem Kopf durch die Wand will und alles direkt umsetzen will, und ich sage Mama, wenn etwas altbacken ist.“ Ihre Mutter fügt hinzu: „Wir ergänzen uns da wirklich sehr gut!“
Dieses Jahr waren die Frauen erstmals bei Flohmarktfestivals, wo sie Interessierten beigebracht haben, Scrunchies (weiche Haarbänder aus Stoff) zu nähen. Jetzt renovieren sie den Laden: Mit der Wiedereröffnung am 22. August soll das Geschäft komplett anders aussehen und das Sortiment um Wolle und Strick- und Häkelnadeln erweitert werden.
„Das passt perfekt in unseren Laden. Wir decken weitere Hobbys ab, die zur Textilindustrie gehören, die analog und kreativ sind“, sagt Lara Auer. Zudem möchte das Mutter-Tochter-Duo sein Kursangebot ausdehnen und auch Strickevents anbieten: „Wir wollen einen Ort schaffen, an dem alle sich wohlfühlen und kreativ sein können.“
Nähkästchen Köln, Berliner Str. 961, 51069 Köln. Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag und Samstag: 9:30–13 Uhr; Dienstag und Freitag: 15–18:30 Uhr; Mittwoch und Sonntag geschlossen