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Weil die Stadt kein Geld hatKölner Unternehmer will Depot in Mülheim als Kulturort sichern

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Der Carlsgarten neben dem Depot in Köln-Mülheim.

Der Carlsgarten neben dem Depot in Köln-Mülheim. Unternehmer Frank Blase will die Zukunft des Kulturorts langfristig sichern.

Die Stadt Köln zieht sich aus der Finanzierung der Kulturstätten Depot 1 und 2 in Mülheim zurück. Ein Unternehmer springt in die Bresche.

Der Kölner Unternehmer Frank Blase (66) macht seiner Heimatstadt ein großzügiges Angebot. Angesichts der schweren Haushaltskrise der Stadt Köln will er die Finanzierung der rechtsrheinischen Kulturorte Depot 1 und 2 auf dem Carlswerk-Gelände in Mülheim sicherstellen und die freie Kulturszene über zehn Jahre mit insgesamt zehn Millionen Euro unterstützen.

Die ehemaligen Industriehallen dienten während der Sanierung der Bühnen am Offenbachplatz bis Juni 2026 als Interimsspielstätten für das Kölner Schauspiel und sollten künftig als Standort für Musicals und die freie Szene weitergeführt werden. Weil die Stadt Köln das geplante Konzept nicht mehr finanzieren kann, springt nun Blase ein. Er war bereits Teil der ursprünglichen Pläne: Seine Firma Apiro Entertainment zeigt ab November im Depot 1, einem Saal mit 600 Plätzen, als Welturaufführung das Musical „Kick Like a Woman“ über den Erfolg der SSG 09 Bergisch Gladbach bei der ersten Frauenfußball-WM 1981.

Wie diese Redaktion erfuhr, wird Apiro Entertainment ab der Spielzeit 2027/28 den Mietvertrag der Stadt mit dem Grundstückseigentümer Beos AG übernehmen und beide Säle im Depot bespielen. Eine entsprechende Abmachung zwischen der Stadt und Apiro wurde am Donnerstag unterschrieben. Damit würde der Musical-Standort Köln weiter gestärkt. Am Staatenhaus im Kölner Rheinpark, der früheren Interimsspielstätte der Kölner Oper, errichtet die ATG Entertainment derzeit mit dem „Theater am Rhein“ ein neues Musical-Theater mit 1800 Plätzen für internationale Großproduktionen.

Firmen-Chef will zehn Millionen Euro für freie Kulturszene Kölns spenden

Sein Angebot zur Anmietung des Depots verbindet der Unternehmer mit einer Spende. Über zehn Jahre will er die freie Szene Kölns jährlich mit einer Million Euro unterstützen. Für dieses Mäzenatentum, sagt Blase, wolle er weder gelobt noch bejubelt werden: „Wir wollen nur eine faire Chance haben, was die öffentliche Meinung angeht.“

Frank Blase ist Chef und Eigentümer der Firma Igus in Köln-Porz, eines weltweit führenden Anbieters hochspezialisierter Kunststoffteile. Seine Leidenschaft gilt dem Theater, er trat bereits als Produzent des Musicals „Himmel und Kölle“ in Erscheinung. Die Stadt sei auf ihn mit der Frage zugekommen, ob er das Depot komplett übernehmen wolle, sagte Blase.

Der Kölner Unternehmer Frank Blase.

Der Kölner Unternehmer Frank Blase ist Chef der Firma Igus und außerdem im Musical-Geschäft tätig.

Mit dem neuen Plan der Stadt steht das ursprüngliche Konzept für ein Kooperationshaus von Schauspiel und freier Szene im Depot 2 vor dem Aus. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Dass wir das Depot nicht wie geplant als gemeinsames Haus für Schauspiel und freie Szene weiterführen können, ist schmerzhaft. Umso wichtiger ist, dass es uns trotz der dramatischen Haushaltslage gelingt, diesen besonderen Ort als Kulturstandort für Köln zu erhalten.“ Das außergewöhnliche Engagement von Frank Blase mache dies möglich. Kulturdezernent Stefan Charles erklärte, das Geld von Blase komme der freien Szene zusätzlich zu den städtischen Mitteln zugute. Im Stadtrat stieß Blases Engagement auf Zustimmung.