Mülheim SüdVierte Haltestelle soll Anbindung an geplantes Wohnquartier verbessern

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Zwei Männer stehen nebeneinander an einer Straße, hinter ihnen ist ein Bus zu sehen.

Roland Schüler (l.) und Engelbert Becker von der Arge Umweltverbund Köln-Mülheim fordern schon seit 2018 einen Haltepunkt an der Lindgens Kantine.

Grüne, Linke und Die Partei in der Mülheimer Bezirksvertretung fordern die Stadt auf, die Planung für die künftige Stadtbahn zu überdenken.

Es gibt weiterhin Diskussionen um die Frage, wo genau entlang der künftigen Stadtbahntrasse durch den Mülheimer Süden wie viele Haltestellen angelegt werden sollen. Die Fraktionen von Grünen, Linken und Andreas Altefrohne (Die Partei) haben zur Sitzung der Bezirksvertretung beantragt, einen bisher in der Danzierstraße vorgesehenen Haltepunkt nach Nordosten zu verlegen und in Höhe der ehemaligen Lindgens Kantine unweit der Einmündung Deutz-Mülheimer Straße/Auenweg eine zusätzliche Station einzurichten.

Hier soll in den kommenden Jahren ein Quartier mit Wohnungen, Büros, Einzelhandel, Schulen, Kindertagesstätten, Einrichtungen für Kulturschaffende und soziale Zwecke sowie öffentliche Grün-, Frei- und Spielflächen entstehen. Die neue Stadtbahnlinie soll diesen Bereich an den öffentlichen Nahverkehr anbinden.

Bisher sieht die Planung der Trassenführung – die Stadtbahnlinie soll von Deutz im Süden über die Deutz-Mülheimer Straße und die Danzierstraße bis zum Wiener Platz geführt werden – zwischen den Haltestellen Köln-Messe und Wiener Platz drei Haltepunkte vor: in Höhe der Ferdinandstraße, an der Unterführung unter der ICE-Strecke in Höhe Gaußstraße sowie auf der Danzierstraße in Höhe Horststraße.

Platz vor der Lindgens Kantine für  Haltestelle nutzen

„Es entsteht so jedoch eine Erschließungslücke, in der die Wege von den an der ehemaligen Lindgens Kantine befindlichen Hochpunkten mit ihrer intensiven Wohnnutzung zur nächsten Straßenbahnhaltestelle bis zu 400 Meter betragen werden“, begründen die Antragsteller ihr Anliegen. Das sei allerdings schwer zuzumuten. Damit nicht genug, verweisen sie auf mehrere Initiativen, die sich in der Arge Umweltverbund Köln-Mülheim zusammengeschlossen haben: „Diese und Bürgerinnen und Bürger befürworten eine weitere Haltestelle wie auch die Verschiebung der geplanten Haltestelle Danzierstraße in Richtung Schleiermacherstraße.“ Der Platz vor der ehemaligen Lindgens-Kantine biete ausreichend Raum für die vierte Haltestelle und sei damit der hierfür prädestinierte Standort.

In einem Ratsbeschluss von 2021 wurde der Wunsch nach einem vierten Halt nicht berücksichtigt. Dennoch sind die Aktiven der Arge für jede Initiative dankbar, die Stadt doch noch zum Umdenken zu bringen. „Ich sehe den Antrag als Rückenstärkung für unsere Forderung, die wir bereits Ende 2018 erhoben hatten“, erklärt Arge-Sprecher Engelbert Becker. Für ihn ist die vierte Haltestelle von eminenter Bedeutung: „Gerade in diesem Bereich sollen Hochhäuser und Schulen entstehen, nicht gerechnet zahlreiche Wohnungen.“ Er und seine Mitstreiter möchten, dass ihre Alternative noch einmal ernsthaft geprüft wird.

Mülheims Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs hält eine vierte Haltestelle ebenfalls für sinnvoll: „An der Ecke Auenweg unweit der Kantine ist schließlich der zentrale Platz des gesamten neuen Quartiers geplant.“ In Kombination mit der künftigen Wohnbebauung und den Schulen sei eine Haltestelle in Höhe der heutigen Bushaltestelle Auenweg direkt vor dem Kantinen-Gebäude ideal.

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