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Sanierung schreitet voranVerkehr auf Mülheimer Brücke in Köln wird von Nord- auf Südseite verlegt

3 min

Trotz aller Pannen und Verzögerungen konnte die Stadt den Abschluss einer wichtigen Etappe der Brückensanierung präsentieren.

Seit 2018 dauert die Sanierung der Mülheimer Brücke im Kölner Norden bereits. Immer wieder kam es zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. Doch am Donnerstag, 22. Oktober, soll es einen wichtigen Schritt vorangehen: Dann wird der gesamte Verkehr von der Nordseite auf die mittlerweile fertiggestellte Südseite verlegt, gleichzeitig startet die Sanierung der nördlichen Brückenhälfte und damit die letzte Bauphase.

Auf Einladung des Amts für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau schauten sich am Samstag (10. Oktober) rund 400 Anlieger den Fortschritt auf der Baustelle an, die nach aktuellen Berechnungen annähernd 500 Millionen Euro kosten wird und bis 2029 terminiert ist.

Die Südseite der Mülheimer Brücke ist fertig.

Die Südseite der Mülheimer Brücke ist fertig.

Negative Schlagzeilen gab es in den vergangenen Jahren zur Genüge. Im tragenden Stahlbeton wurden erst spät Korrosionsschäden entdeckt, die bei Voruntersuchungen verborgen geblieben waren. Anders als ursprünglich geplant müssen sowohl die rechts- als auch die linksrheinischen Zufahrten, immerhin fast 100 Jahre alt, komplett abgetragen und erneuert werden. Das ist nun zumindest auf der südlichen Seite geschehen.

Frische grüne Farbe an Mülheimer Brücke

Hier liegt mittlerweile neuer Asphalt auf der Fahrbahn, Geländer und die hoch aufragenden Pylone des 1929 errichteten und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Bauwerks tragen frisches „Brückengrün“. Der Randstreifen für den Fußgänger- und Radverkehr wurde auf Höhe der Pylone um 1,20 Meter verbreitert und auch ein Stück davor und dahinter ausgebaut. Damit sollen unangenehme Engstellen entschärft werden. Ob nach der Sanierung eine Autofahrbahn pro Richtung für den Radverkehr reserviert wird, ist noch nicht entschieden. Hierzu läuft ein Gutachten.

Die Bauarbeiten an der Mülheimer Brücke finden nur wenige Meter von angrenzender Bebauung statt.

Die Bauarbeiten an der Mülheimer Brücke finden nur wenige Meter von angrenzender Bebauung statt.

Wie bisher wird es für Autofahrer nach dem 22. Oktober bei einer Fahrspur pro Richtung bleiben. Nach wie vor dürfen nur Fahrzeuge mit maximal 2,8 Metern Höhe und einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen die Brücke befahren. An der rechtsrheinischen Zu- und Abfahrt wird sich wenig ändern, im Linksrheinischen wird der Verkehr über den südlichen Niehler Gürtel abgewickelt, der bisher gesperrt war.

Weiterhin Einschränkungen für Radfahrer

Die Zufahrt über die Riehler Straße „An der Schanz“ bleibt weiterhin für Autofahrer gesperrt, da hier noch eine Ampelanlage fehlt. Radfahrer können die Strecke aber ab dem 22. Oktober nutzen. Wollen sie in Mülheim von der Brücke zur Mülheimer Freiheit, müssen sie den Umweg über den Wiener Platz nehmen. Der Grund: Bis die an der Mülheimer Freiheit gelegene Treppenanlage samt Schiebevorrichtung für Fahrräder nutzbar ist, hat die Stadt ein Provisorium aufgestellt, das aber nicht über eine solche Vorrichtung verfügt. Laut Sonja Rode, Leiterin des Amts für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbauten, werde sich die Situation „in den nächsten Monaten“ verbessern.

Zwei Drittel der Bauarbeiten sind abgeschlossen. „In der nächsten Bauphase rücken wir ganz nah an die Anlieger ran“, so Sonja Rode. Wie die südlichen werden auch die nördlichen Rampen abgebrochen und neu gegründet, im Rechtsrheinischen teils nur wenige Meter von der angrenzenden Bebauung entfernt. „Das geht nicht ganz ohne Staub und Vibrationen“, so die Amtsleiterin.

Claudia Bonnen, ihr Mann Josef und Sohn Dominik kennen das schon seit 2018. Sie wohnen an der Bachstraße und damit 50 Meter von der Baustelle entfernt. Die Lärmbelästigungen seien nicht so schlimm wie befürchtet, geben sie zu. Trotzdem freuen sie sich auf ein Ende der Arbeiten und dass die Querverbindungen unterhalb der Brücke endlich wieder nutzbar sind. Nach dem Spaziergang über die sanierte Brückenhälfte haben sie einen guten Eindruck. Vor allem die Situation für den Rad- und Fußverkehr habe sich stark verbessert.