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Mülheimer SeniorenzentrumMinister Joachim Stamp setzt auf kultursensible Altenarbeit

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Herzlich begrüßt Minister Joachim Stamp Bewohner des Mülheimer Seniorenzentrums und würdigt ihre Lebensleistung.

Herzlich begrüßt Minister Joachim Stamp Bewohner des Mülheimer Seniorenzentrums und würdigt ihre Lebensleistung.

Mülheim – Farbenfrohe Bilder vom Kölner Dom und der Istanbuler Hagia Sophia, von Granatäpfeln und Gewürzmärkten schmücken die Flure im Senioren- und Behindertenzentrum Köln-Mülheim. Die Pläne für „Lezzetli Menümüz“, leckere Menüs, machen Appetit auf Gemüsesuppe und Paprika-Goulasch an diesem Tag. Vorbei an türkischen und deutschen Schildern führt der Rundgang des neuen stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Joachim Stamp (FDP) direkt zu den Bewohnern.

In der Gymnastikrunde begrüßte der NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gestern bei seinem ersten offiziellen Amtstermin jeden Teilnehmer mit Handschlag. „Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, uns einen Besuch abzustatten“, sagt ein Senior. „Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, wie wichtig uns die Integration und kultursensible Altenarbeit ist“, erklärt Dr. Stamp.

Betreuung abgestimmt auf kulturelle Wurzeln

Gemeinsam mit Integrations-Staatssekretärin Serap Güler informierte er sich im Mülheimer Zentrum der Sozial-Betriebe-Köln (SBK) über das Konzept mit multikulturellem Schwerpunkt, besonders der Betreuung von Menschen mit türkischen Wurzeln, aber auch Senioren aus dem Veedel. „Ich bin der Willy“, stellte sich ein Bewohner vor, „und Sie e lecker Mädche“. Die Kölner CDU-Politikerin nahm's mit Humor: „Ich bin die Serap!“

Die Nachfrage nach „kultursensiblen“ Pflegeplätzen sei mittlerweile groß, erläuterte SBK-Geschäftsführer Otto Ludorff. Begonnen habe man schon vor zehn Jahren mit den Konzept, individueller auf die kulturellen Wurzeln und Bedürfnisse einzugehen. Die erste Generation türkischer Einwanderer ist in die Jahre gekommen, der Pflegebedarf wachse enorm. Nach anfänglichen Hemmschwellen wegen des traditionell engeren Familienzusammenhalts habe sich der integrative Ansatz herumgesprochen, unterstreicht auch Gaye Yilmaz vom Sozialdienst. Angehörige hätten Vertrauen in die externe, stationäre Betreuung gefasst.

Weiteres „kultursensibles“ Angebot in Bocklemünd

„Wir könnten noch mehr machen“, so Ludorff. Geplant ist ein weiteres „kultursensibles“ Angebot in Bocklemünd. Seit 2016 gibt es im neuen Haus 1 der Mülheimer Einrichtung 54 solcher Plätze, davon 23 für Menschen mit muslimischem Hintergrund. Mitarbeiter sprechen auch türkisch, auf dem Speiseplan stehen Spezialitäten, Feste wie Ramadan gehören zum Kulturprogramm. Ein Gebetsraum und ein Bereich für Familienfeiern werden gern genutzt. Weiter ging es auf der Integrations-Tour zum Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen in der Liebigstraße. Bildungs- und Beratungsangebote unterstützen sie auf dem Weg zum selbstbestimmten Leben.

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