Müllsammel-Aktion am RheinSo räumen Niederländer in Köln auf

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Im Naturschutzgebiet Porz-Langel packten die Freiwilligen aus Köln und Den Haag gemeinsam an, um das Rheinufer vom Müll zu befreien.

Im Naturschutzgebiet Porz-Langel packten die Freiwilligen aus Köln und Den Haag gemeinsam an, um das Rheinufer vom Müll zu befreien.

Nach dem Hochwasser ist das Rheinufer übersät von Plastik-Müll. Was hier nicht aufgesammelt wird, landet irgendwann in der Nordsee. Eine ungewöhnliche deutsch-niederländische Freundschafts-Aktion will das verhindern.

Das war auch für Christian Stock, den Gründer der Umwelt-Initiative Krake e.V., keine alltägliche Situation: Ein Tross von tatkräftigen Niederländern in Gummistiefeln trat zum Saubermachen am Porzer Rhein-Ufer an – gemeinsam mit engagierten Kölnern. „Das, was wir hier aufsammeln, kommt in den Niederlanden nicht mehr an“, so beschreibt Birgit Dircks-Menten vom Kölner Rotary-Club Kapitol das Motiv der ungewöhnlichen Kooperation. Sie hatte den grenzübergreifenden Einsatz zusammen mit dem befreundeten Rotary-Club aus Den Haag-Scheveningen organisiert. „So wird deutsch-niederländische Freundschaft Schulter an Schulter gelebt.“

Hier am Kölner Rheinufer beginnt das Meer.
Christian Stock, Gründer der Initiative Krake e.V.

Die Cleanup-Aktion der Initiative Krake war dafür der richtige Rahmen. Die Umweltschützer rufen regelmäßig zu Reinigungsaktionen auf. An diesem Wochenende im Naturschutzgebiet Am alten Lido in Porz-Langel. Wenige Tage zuvor hatte hier noch das Hochwasser gestanden. Aus dem Uferschlamm ragten Plastik-Überreste von Flaschen, Eimern, Verpackungen. Christian Stock erklärte, dass jedes einzelne Teil, das hier in den Müllsäcken lande, nicht mehr in die Nordsee gelange und den Freunden in den Niederlanden erspart bleibe. „Es ist so wichtig, vor unserer Haustür den Plastik-Schrott einzusammeln, denn hier am Rheinufer beginnt das Meer.“

Der Rhein ist die Hauptschlagader, die Deutschland und die Niederlande verbindet.
Margret Groenewegen aus Den Haag

Unterstützt von vielen anderen Kölnern begab sich die deutsch-niederländische Gruppe in das matschige Gelände. Schon nach kurzer Zeit stapelten sich an der Sammelstelle Unmengen an Plastik-Abfall, aber auch Autoreifen, Teppiche, Möbel-Teile, Anoraks, Stiefel, Geschirr. Besondere Fundstücke, darunter eine Kinder-Gießkanne, landeten in einer Extra-Box für das Müll-Museum der Krake. Insgesamt hoffte Christian Stock an dem Tag auf einen Ertrag von mehreren Tonnen.

Für die Niederländerin Margot Groenewegen war es Ehrensache, bei der Müllsammel-Aktion in Köln mit anzupacken: „Hier geht es schließlich um den Rhein, die Hauptschlagader, die Deutschland und die Niederlande verbindet.“ (eb)

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