Der Kölner Zoo führt ein dynamisches Preismodell ein. Unser Autor sagt: Höhere Preise sind legitim, aber nicht in diesem Ausmaß.

Neue EintrittspreiseWer spontan in den Zoo will, zahlt mehr – das ist übertrieben

Blick auf das Tickethäuschen des Kölner Zoo.
Copyright: Arton Krasniqi
Der Kölner Zoo erhöht mit einigen Ausnahmen massiv seine Eintrittspreise – und übertreibt es, dynamische Preise hin oder her. Das dynamische Preismodell mag kurzfristig unter anderem dazu geeignet sein, etwas von den teureren Tickets abzulenken, das ändert aber nichts an den Tatsachen.
Pro: Wer den Zoo-Besuch plant, der spart – das ist zumutbar
Vor gut vier Jahren kostete ein Tagesticket an der Tageskasse für Erwachsene 19,50 Euro, zukünftig sind es in der teuersten Variante 29,50 Euro. Nach zwei Preiserhöhungen ist das ein Anstieg von rund 51 Prozent in vier Jahren. Kinder zahlen vor Ort nach zwei Preiserhöhungen statt neun mittlerweile 15 Euro. Das ist ein Anstieg von rund 67 Prozent. 51 Prozent und 67 Prozent: Das macht das Ausmaß klar.
Unterstützung von der Stadt
Dazu kommt: Ja, der Zoo erhält zukünftig weniger Zuschuss von der Stadt, voriges Jahr waren es noch 3,3 Millionen Euro. Was aber viele vergessen: Wer immer nach Geld von „der Stadt“ ruft, greift sich selbst in die Tasche: Das Geld kommt vom Steuerzahler, auch die 3,3 Millionen Euro für den Zoo zählen dazu.
Wer ab sofort online bucht, kann unter bestimmten Bedingungen laut Zoo statt wie bisher 23 nur noch 22,50 Euro zahlen, also etwas weniger. Es wird spannend sein, wie viele Tickets ein Jahr nach der Einführung tatsächlich günstiger waren als bisher.
Sind es nur verschwindend wenige, wäre klar: Es war nur eine Beruhigungspille, um die höheren Preise besser in der Öffentlichkeit verkaufen zu können.
Natürlich gehen die höheren Kosten auch und vor allem an einem Zoo mit hohen Energiekosten nicht vorbei, höhere Eintrittspreise an sich sind legitim.
Doch der Zoo hat mit der Erhöhung überzogen, zumal er in seinem Geschäftsbericht davon gesprochen hatte, die Erhöhung „kundenverträglich“ einzuführen. Das darf man schon bezweifeln: Im Schnitt 27 Euro (online) oder 29,50 Euro für Erwachsene sind viel Geld für einen Besuch. Zu viel.