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Neue Funde im „MiQua“Wertvolle Ausstattungsstücke aus der Synagoge entdeckt

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Die große Stahlkonstruktion für das jüdische Museum „MiQua“ ist noch nicht fertig, da die Stadt dem Stahlbauer kündigte.

Köln – In regelmäßigen Abstand berichtet die Stadt Köln der Politik über den Sachstand der Arbeiten für das Jüdische Museum im Archäologischen Quartier – „MiQua“. In der Regel eine staubtrockene Lektüre. Doch dieses Mal: Michael Wiehen, Ausgrabungsleiter der archäologischen Zone, klingt euphorisch, als er von den neuen Funden erzählt, die bei Ausgrabungen in Nachbarschaft zum Historischen Rathaus entdeckt wurden.

Die Fachleute hat es überrascht, dass ausgerechnet dort, wo in der Neuzeit tiefe Keller für Häuser entstanden, noch Gegenstände ans Licht kamen, die die Zeit des Pogroms 1349 und davor bezeugen. Wiehen berichtet von Ausstattungsstücken der Synagoge und Teilen einer Lesekanzel, die freigelegt wurden. „Das ist ein wertvoller Fund, besonders, da er unerwartet war“, schildert der Archäologe.

„Viele Dinge sind massiv brandgeschädigt“

Er erklärt: „Damals war die Hochzeit der jüdischen Gemeinde in Köln. Im Pogrom in der Nacht vom 23. auf den 24. September ist das Viertel verwüstet worden.“ Zu dieser Zeit seien viele Gebäude und Gegenstände zerstört und die Überreste anschließend einfach in die Keller der Ruinen gefegt worden.

Gefundene Fragmente einer Lesekanzel.

„Viele Dinge sind massiv brandgeschädigt“, erklärt der Leiter der Ausgrabung. Doch einiges konnten die Entdecker zuordnen, unter anderem Reste des Handwerks, wie zerschlagene Gussformen oder Tiegel, in denen früher Buntmetall geschmolzen wurde. Dadurch sei ein einmaliger Blick in die damalige Lebenswelt möglich.

Weitere Teile des römischen Praetoriums

„Wir können durch die neuen Funde vieles präzisieren und dadurch die künftige Ausstellung weiter optimieren“, so der Archäologe. So soll laut Stadt auch der Parcours, der durch die Ausstellung führen soll, angepasst werden, um die historischen Strukturen zu erhalten und für die Öffentlichkeit erfahrbar zu machen.

Nicht nur Zeugnisse der jüdischen Gemeinde tauchten bei den Arbeiten auf, laut Stadt wurden auch weitere Teile des römischen Praetoriums vor der Rathauslaube entdeckt. Zudem seien Mauerzüge gefunden worden, die bei den ersten Ausgrabungen von Otto Doppelfeld, dem früheren, langjährigen Leiter des Römisch-Germanischen Museum, in den 1950er-Jahren noch verborgen blieben. Es sei jedoch zu früh, für Einschätzungen und eine Zuordnung, so Wiehen.

Experte sieht Beruhigung auf dem Stahlmarkt

Erste Parcoursstege sind laut Stadt im Museum bereits fertig, ein neuer Stahlbauer ist jedoch noch nicht gefunden, die Stadt hatte den letzten im Dezember gekündigt. Noch in diesem Monat sollen neue Angebote geprüft werden. Zeitprognose (Fertigstellung 2024) und die Kostenplanung über 127 Millionen Euro sind Makulatur.

Die Rundschau fragte bei Dr. Rolf Heddrich, Geschäftsführer beim Bauforumstahl nach, wie es aktuell um den Sektor Baustahl in Deutschland steht. Der Experte berichtet, dass die Preise stark gestiegen sind, besonders durch die Corona-Pandemie und sinkende Exportquoten, vor allem die Lieferungen Richtung Asien und Indien seien weniger geworden.

Geschäftsführer sieht einen klaren Vorteil

Der Einfluss des Kriegs in der Ukraine sei dagegen weitgehend abgebaut, so Heddrich: „Mittlerweile wurden die Lieferketten für Stahl neu geordnet, Stahl steht wieder in beliebiger Menge zur Verfügung.“ Also sollten Sorgen wie Materialknappheit, die in den vergangenen Monaten nicht nur im Stahlsektor ihr Unwesen trieben, keine Rolle mehr spielen.

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Der Geschäftsführer sieht zudem einen klaren Vorteil: „Stahlschrott kann zu nahezu 100 Prozent ohne Qualitätsverlust wieder- und weiterverwendet werden und ist damit weniger abhängig von den Rohstoffen.“ Die Branche setze zudem auch immer mehr auf Nachhaltigkeit: „Die Unternehmen investieren in die Zukunft: Sie dekarbonisieren das Material und bringen den grünen Stahl stufenweise auf den Markt.“