Köln – Vor vier Wochen hat Daniel Rabe die „Brasserie aller Kolör" in der Südstadt geschlossen. Ein Betrieb ohne die Veranstaltungen im Keller, ohne Karneval und ohne Reservierungen für den Rest des Jahres lohne sich nicht. Alle Schilder und Werbetafeln an der Fassade waren wenige Tage später verschwunden. Allerdings hatte der umtriebige Gastronom einen Zusatz nicht vergessen: Er habe mit seiner Frau Reja „neue Ideen in der Schublade“. Nun ist klar, welche: Aus der Brasserie an der Alteburger Straße wird die „Bagatelle Bar“.
Pommes und Currywurst als einziges Gericht
Drei Bagatelle-Lokale gehören dem Paar derzeit, in der Südstadt, in Sülz und in Ehrenfeld. Die „Bagatelle Bar“ wird zwar ebenfalls französisch angehaucht sein, aber inhaltlich ein anderes Konzept bekommen. „Wir wollen eine gemütliche Bar mit vielen Tischen, mit bunter und sehr entspannter Atmosphäre“, erzählt Daniel Rabe der Rundschau. Eine Speisekarte gibt es nicht, Pommes und Currywurst heißt das einzige Gericht des Hauses. Dafür gibt es umso mehr Biere und Weine, 90 Prozent sollen von lokalen Anbietern kommen, unter anderem ein ungefiltertes Ur-Kölsch vom Fass.

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Die Umbauarbeiten sollen nächste Woche beginnen. Wie in den anderen Lokalen werden Flohmarktfunde und Ebay-Glücksgriffe die Einrichtung bestimmen, Kasperle-Figuren werden auch dabei sein, man darf also wieder Kind sein.
Theke kommt mitten in den Raum
Die Theke will Rabe komplett neu gestalten, sie rückt als viereckiger Körper zentral in den Raum. Rund 30 bis 40 Gästen sollen an allen Seiten Platz nehmen können. Aber war das nicht diese Pandemie? Ist es eine gute Idee, in Corona-Zeiten ein neues Lokal zu eröffnen? „Wir legen los, sobald die Gastronomie wieder öffnen darf“, sagt Rabe. Vor der Tür gab es in der Brasserie rund 60 bis 70 Plätze, die wird der Wirt weiter bespielen. „Ich glaube weiter, dass es ein gutes Jahr werden kann“, sagt Rabe. Er rechnet damit, ab Sommer alle Lokale wieder öffnen zu können - auch die Innenräume.
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Den Veranstaltungskeller will das Paar ebenfalls umbauen und langfristig verstärkt nutzen. Geplant waren dort von jetzt an bis in den Mai die traditionellen „Wohnzimmerkonzerte“ unter anderem mit Kasalla, Björn Heuser und Lupo. Die Konzerte will Rabe auf den Herbst verschieben, die Gespräche mit den Musikern laufen. Nicht nur fürs Stammpublikum in der Südstadt, auch für die Beschäftigten ist die Neueröffnung eine gute Nachricht: Allen soll ein Angebot gemacht werden. Insgesamt beschäftigt das Paar in den Lokalen rund 110 Mitarbeiter, davon viele in Teilzeit. Geöffnet haben soll die Bar täglich von 18 bis 2 Uhr. Rabe: „Gerade in der Südstadt vermissen die Leute es sehr auszugehen. Und wir haben einfach Lust, das Konzept auszuprobieren.“


