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Äußere Kanalstraße in KölnMehr Grün, weniger Asphalt – aber die Rodungen an der neuen Brücke bleiben ein Rätsel

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Die Holzbrücke über die Äußere Kanalstraße ist nahezu fertig. Anne Grose und Roland Schüler (r.) kritisieren jedoch die Rodungen seitlich der Brückenköpfe.

Die neue Holzbrücke über die Äußere Kanalstraße im Stadtbezirk Köln-Nippes, die beide Seiten des Bürgerpark Nord verbindet

An der neuen Holzbrücke an der Äußeren Kanalstraße sollen Asphaltflächen entsiegelt werden. Die BV Nippes stimmte dem Antrag einstimmig zu.

Etwas mehr Grün für die Äußere Kanalstraße in Höhe der wiederhergestellten Holzbrücke am Bürgerpark Nord, und den nördlichen Ortseingang von Bilderstöckchen: Anlässlich des Neubaus der Brücke für den Fuß- und Radverkehr, die mit nur noch einer statt vorher drei Mittelstützen auskommt, beschloss die Bezirksvertretung einstimmig einen Begrünungs-Antrag von Bündnis 90/Grünen- sowie der Linken-Fraktion und des Volt-Mandatsträgers.

Demnach soll auf der stadteinwärts liegenden Seite der Äußeren Kanalstraße und der Autobahn-57-Abfahrt zwischen dem Fuß- und Radweg sowie der vierspurigen Fahrbahn eine möglichst große Fläche entsiegelt und bepflanzt werden, „möglichst mit Bäumen“, so die Antragsteller. Rund 300 Quadratmeter Asphalt könnten so verschwinden und durch Grün ersetzt werden. Der weggefallene Brückenpfeiler zwischen Fuß- und Radstreifen macht zusätzliches Grün an jener Stelle möglich. „Auch wenn es keine riesigen Flächen sind, möchten wir entsiegeln, nach dem Motto ‚Kleinvieh macht auch Mist‘“, erläuterte Grünen-Mandatsträgerin Sandra Vogel. 

Die Holzbrücke über die Äußere Kanalstraße ist nahezu fertig. Anne Grose und Roland Schüler (r.) kritisieren jedoch die Rodungen seitlich der Brückenköpfe.

Die Holzbrücke über die Äußere Kanalstraße ist nahezu fertig. Anne Grose und Roland Schüler (r.) kritisieren jedoch die Rodungen seitlich der Brückenköpfe.

Brücke steht kurz vor Wiedereröffnung

Der 1990 errichtete Vorgängerbau der Holzbrücke war 2020 gesperrt und im April 2021 abgebrochen worden, nachdem Bewegungen des Bauwerks festgestellt worden waren. Nach einer langen Planungsphase und einer nötig gewordenen Kostenaktualisierung begannen im Spätsommer 2025 die Bauarbeiten für die Rückkehr der Verbindung. Nun ist sie baulich weitgehend fertiggestellt und steht kurz vor der Wiedereröffnung. Sie ist Teil einer Rad-Pendelroute zwischen den nördlichen Stadtteilen und der City; am stadteinwärts liegenden Brückenende hat die im Sommer 2024 im Container-Interim gegründete Gesamtschule Weidenpesch ihr Quartier, in dem vorher das Dreikönigs-Gymnasium (DKG) während dessen Gebäudesanierung saß.

Die neue Brücke hat eine Breite von vier statt zuvor drei Metern; der Verkehrsclub Deutschland und der Fußgänger-Verband Fuss hätten sich sechs Meter gewünscht, wie zunächst auch geplant war. Der Naturschutzbeirat hatte jedoch nur der vier Meter breiten Brücke zugestimmt, um das Grün an den Brückenrampen zu schützen – bei einer breiteren Brücke müssten auch die Zuwege breiter ausfallen. Wie Anne Grose (Fuss) und Roland Schüler (VCD), zugleich Lindenthaler Bezirksbürgermeister, jedoch vor Ort feststellten, ist an beiden Brückenenden großflächig Grün gerodet worden – gerade das Seitengrün war jedoch das Hauptargument für eine schmalere Brücke. „Das kann kein Mensch mehr verstehen“, sind sich beide einig.