Der 16-jährige Andrii Koroshev aus der Ukraine ist ein Mathegenie. Neben der Schule besucht er Uni-Vorlesungen – nun erhält er eine Förderung.
Stipendium16-jähriges ukrainisches Mathematik-Talent am DKG erhält Förderung

Stifter Helmut Schönenkorb, Andrii Koroshev mit seiner Mutter, Stiftungs-Vorstandsmitglied Patrik Schäfer und DKG-Schulleiterin Barbara Wachten (v.l.) auf dem Gruppenbild vor dem Schuleingang.
Copyright: Sebastian Vietor / Helmut-Schönenkorb-Stiftung
Nicht nur angesichts seines großen Talents, sondern auch wegen seiner sozialen Art ist Patrick Schäfer, Vorstandsmitglied der Helmut-Schönenkorb-Stiftung, von Andrii Koroshev begeistert. „Er nutzt sein großes Wissen nicht elitär, um sich von den anderen abzugrenzen, sondern hilft im Gegenteil seinen Mitschülern.“
Der aus der Ukraine stammende 16-Jährige ist ein mathematisches Ausnahmetalent, das neben seinem Besuch am Dreikönigs-Gymnasium (DKG) zum Schnuppern auch mal Erstsemester-Vorlesungen in Linearer Algebra an der Kölner Universität besucht hat. „Wir waren und sind nach unserem Kennenlernen und den folgenden Gesprächen tief beeindruckt“, sagt Schäfer. „Sein Talent ist groß, sein Ehrgeiz ist außergewöhnlich und sein Leistungswille ansteckend. Andriis Story ist eine absolute Erfolgsgeschichte, ein Gewinn für alle Seiten.“
Erster Stiftungsstipendiat, der noch zur Schule geht
Die Helmut-Schönenkorb-Stiftung mit Sitz in Ehrenfeld, die im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, greift dem Jungtalent nun unter die Arme: Er erhält das erste Schülerstipendium, das von ihr vergeben wird. Dank der Unterstützung der Stiftung kann sich Koroshev nun vollends auf sein mathematisches Talent konzentrieren. Im aktuellen Wintersemester stehen zehn weitere Stipendiaten im Förderprogramm, bis auf Andrii jedoch allesamt Studierende.
Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, der seine bis dahin weitgehend unbeschwerte Kindheit beendet hatte, war Koroshev mit seiner Mutter und seiner Schwester nach Deutschland geflohen; sein Vater harrt nach wie vor im Land aus. Über Umwege kommt er in Köln an – und erlebt schließlich mit, was Mitmenschlichkeit bedeutet, und die schöne Erfahrung, wieder gesehen und geschätzt zu werden. „Ich habe hier ein neues Leben gefunden“, sagt er. „Denn hier am DKG habe ich nicht nur Freunde gefunden, sondern auch die Freude wiederentdeckt.“
Lehrkräfte hatten Andriis Talent direkt entdeckt
Für die Kooperation war die Stiftung auf das Gymnasium zugekommen. „Wir freuen uns, dass wir über die Kooperation mit der Stiftung Schülerinnen und Schülern ein Unterstützungsangebot machen können, das über den reinen Unterricht hinausgeht“, betont Barbara Wachten, DKG-Schulleiterin. „Unsere Lehrkräfte haben sofort gespürt, dass Andrii da ein unglaubliches Talent besitzt. Seine Leistungen sind außergewöhnlich und auch im Vergleich brillant.“
Die Stiftung, vom inzwischen 86-jährigen Kölner Helmut Schönenkorb gegründet, unterstützt gezielt Jungtalente in den „Mint“-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, sowie Wirtschafts-Studiengängen. Die drei Hauptvoraussetzungen sind – neben der Begabung – soziales Engagement sowie die finanzielle Bedürftigkeit. „Wir fördern gerade Studierende aus Arbeiterhaushalten, die keinen akademischen Hintergrund besitzen und es ungleich schwerer haben als der Nachwuchs aus Akademikerfamilien“, so Schäfer. „Wir versuchen jedoch, nicht nur ein reiner Geldgeber zu sein, sondern schauen, wie wir unsere Stipendiaten gezielt fördern können – etwa mit Seminaren, Fortbildungen und Netzwerktreffen.“
