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Diskussion in Nippes Geplanter Kreisverkehr gefährdet 110 Jahre alte Kastanie

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An der Kreuzung Kempener/Neusser Straße soll der Kreisverkehr entstehen. 

Köln-Nippes – „Wir haben hart verhandelt, und ich sehe da keinen weiteren Spielraum mehr“, resümierte Grünen-Fraktionschef Max Beckhaus am Ende der rund 90-minütigen Marathon-Debatte. Fest steht nun: Am südlichen Nippeser Ortseingang, dem Abzweig Neusser / Kempener Straße, soll ein Kreisverkehr entstehen, der die umständliche, stauträchtige Ampel-Kreuzung ersetzt und einen Städtebau-Akzent bietet. Der Plan hat nur einen großen Haken: An der Ecke zur Auerstraße steht eine mindestens 110 Jahre alte Kastanie, die durch den Umbau gefährdet sein könnte.

Am Ende beschloss die Runde jedoch gegen SPD, CDU und AfD die Vorlage zur Kreisel-Planung – mit der Forderung nach zusätzlichem Raum für Radverkehr, mehr Grün und allen Anstrengungen, den Baum zu erhalten. Den SPD-Antrag, den Baum-Erhalt zur Bedingung zu machen, lehnte die Runde zuvor ab.

Kleinerer Kreisel in Nippes nicht machbar

Thorsten Claußen vom Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung zeigte sich optimistisch, dass der Baum bleiben könne. „Wir haben in der neuen Planung den Kreisel nochmal etwas vom Baum abgerückt.“ Zudem sei günstig, dass dessen Wurzeln recht tief lägen. Man könne an der Stelle per Hand ausschachten. Den Kreisel kleiner zu bauen als mit 30 Metern Querschnitt – wie etwa Bezirksbürgermeisterin Diana Siebert vorschlug –, sei nicht machbar. „Dies liegt an den spitzwinkligen Zufahrten und den damit verbundenen Schwierigkeiten für große Fahrzeuge.“

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„Der Kreisel hat einen Vorteil und bringt Nippes viel. Aber wir als SPD wollen ihn nicht um jeden Preis“, warb deren Fraktionschef Henning Meier für die Alternative. „Ihr nehmt in Kauf, dass der Baum gefällt wird, und die Auerstraße viel mehr Verkehr bekommt.“ Das nämlich ist das zweite Problem: Zukünftig könnte nicht nur der Verkehr von der Neusser, sondern auch der Kempener Straße den „Schleichweg“ zu Niehler Straße und Zoobrücke nutzen. Eine Einbahnstraßen-Umkehr scheide aber aus, so Claußen.

„Sobald die Einbahnstraße gedreht wird, ist der Baum weg“ – wegen des extrem ungünstigen Winkels, wenn man von der Auerstraße in den Kreisel biegen wolle. Es bliebe, die Einbahnstraße beidseitig zur mittig liegenden Eichstraße zu führen – doch dann müsste man auch deren Richtung drehen.