„Kölner Elf“Bürgerzentren rufen im Mai zum „Monat des guten Nachbarn“

Die Vertreter der „Kölner Elf“ stellten das Programm des „Monats der Nachbarn“ gemeinsam im Altenberger Hof in Nippes vor.
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Nippes – Ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbarn zu haben, ist eine feine Sache, in Großstädten aber nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. Stattdessen leben die meisten Menschen mehr oder weniger aneinander vorbei. Um diese Anonymität aufzubrechen, hat eine Berliner Stiftung den europäischen Tag der Nachbarn ins Leben gerufen, der nun jedes Jahr am letzten Freitag im Mai stattfindet. Dabei sind Nachbarn aufgerufen, mit den Menschen in ihrer direkten Umgebung zu feiern – in welchem Rahmen auch immer.
Kölner Bürgerzentren machen den Mai zum „Monat des guten Nachbarn“
Auch die „Kölner Elf“, der Zusammenschluss der Kölner Bürgerzentren, nimmt die Idee in diesem Jahr auf und ruft gleich den ganzen Mai zu einem „Monat der Nachbarn“ aus. Ab Freitag bieten die beteiligten Zentren – trotz des Namens sind es 14 an der Zahl - ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm an, das ganz im Zeichen der Begegnung steht.
Buffet und Tauschbörse in Nippes
Den Anfang macht das Bürgerzentrum Nippes, das für Freitag, 3. Mai, zum zweiten Nippeser Veedelsfest im Altenberger Hof einlädt. „Das Fest wurde im vergangenen Jahr von der Nippeser Willkommensinitiative ins Leben gerufen, um neue und alteingesessene Bewohner miteinander in Kontakt zu bringen“, sagte Susanne Rump, zuständig für kulturelle und pädagogische Angebote am Altenberger Hof. „Das war unheimlich erfolgreich, deshalb wollen wir es in diesem Rahmen wiederaufleben lassen.“
Ein reichhaltiges Buffet wartet auf die Besucher, dazu werden Begegnungstische aufgebaut, die Gelegenheit zum Austausch bieten. Außerdem findet eine Tauschbörse statt. Dabei sind die Teilnehmer aufgerufen, eine Geschichte zu den Stücken zu erzählen, bevor sie sie zum Tausch anbieten.
Kaffeetafel und Kunstausstellung im Agnesviertel
In der Alten Feuerwache im benachbarten Agnesviertel fällt der Monat der Nachbarn mit der Neueröffnung der rundum sanierten Ausstellungshalle zusammen, in der der syrische Künstler Manal Bilalge am 23. Mai eine Fotoausstellung über Kinder im Flüchtlingslager Zaatari präsentieren wird.
Eingeläutet wird der Tag schon am Nachmittag mit einer langen Kaffeetafel auf dem Hof der Feuerwache, zu der alle Bewohner des Agnesviertels eingeladen sind. Das Nachbarschaftsfest im Bürgerzentrum Ehrenfeld am 24. Mai hingegen steht ganz im Zeichen der Themen Lebensmittel und Ernährung. „Das nimmt bei uns einen hohen Stellenwert ein, so haben wir etwa schon seit geraumer Zeit ein Foodsharing-Regal“, sagt Martin Zienke, Mitarbeiter des Ehrenfelder Zentrums.
Den Tag über sind Aktionen und Workshops zu Themen wie Lebensmittelrettung und gesunde Ernährung mit kleinem Budget geplant. Am Abend greift „Escht Kabarett“ das Thema dann noch mal auf humoristische Art und Weise auf.
Infos zur Europawahl in Chorweiler
Das Bürgerzentrum Chorweiler thematisiert derweil die ebenfalls im Mai stattfindende Europawahl. „In Chorweiler ist die Wahlbeteiligung für gewöhnlich eher gering, deshalb wollen wir über das Thema Nachbarschaft im multikulturellen Stadtteil dazu anregen, über Demokratie nachzudenken und zum Wählen motivieren“, sagt Ute Weber, Leiterin des Bürgerzentrums. So ist für den 12. Mai eine Informationsveranstaltung zur Europawahl geplant. Am 26. Mai, dem Wahltag, können sich die Bürger an einem langen Tisch austauschen.
Die Zusammenarbeit der Bürgerzentren unter der Dachmarke der Kölner Elf beschränkt sich jedoch nicht auf das abgestimmte Veranstaltungsprogramm. „Wir wollen, dass unsere Stimme in der Stadtgesellschaft gehört wird, darum müssen wir diese natürlich auch weiter entwickeln“, meint Helga Gass, Leiterin des Nippeser Zentrums. Dazu gehören etwa das neue Logo des Zusammenschlusses und die Überarbeitung einer neuen Homepage.
Aktionen im Rechtsrheinischen
Auch die Bürgerzentren im Rechtsrheinischen beteiligen sich an der Aktion. Am Bürgerzentrum Deutz wird an einer Neuauflage des „Tags des guten Lebens“ gearbeitet. Der hatte hier 2017 schon einmal stattgefunden, nun ist eine bescheidenere Version vorgesehen. „Die Vorbereitungen, waren ein so inspirierender Prozess, dass wir uns vorgenommen haben, dies im Juli wieder aufleben zu lassen“, so der Leiter Tobias Kempf. Ein erstes Planungstreffen für das „Tägchen des guten Lebens“ ist für den 11. Mai geplant.
Der Engelshof in Westhoven und das Bürgerzentrum Vingst hingegen verfügen beide über großzügige Grünflächen, die sie nutzen wollen, um ihre Nutzer zum gemeinsamen Gärtnern und anschließendem Grillfest einzuladen.
Im Bürgerhaus Mülheim wird am 24. und 25. Mai ein zweitägiges Kulturfest mit Tanz und Musik, etwa Hip Hop, französischem Jazz und osteuropäischer Musik, gefeiert. (dro)
