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Rheinkiesel-Exkursionen KölnGeologischen Touren mit echter Schatzsuche

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Auf der Suche nach dem „Rheingold“ sind die Kinder der jüngsten Rheinkiesel-Exkursion mit Sven von Loga (r.). Regelmäßig leitet er geologische Touren für Jung und Alt.

Niehl – Die meisten Spaziergänger schätzen am Rheinufer vor allem das Panorama und achten weniger darauf, was sich zu ihren Füßen befindet. Dabei führt der Fluss jede Menge Schätze mit sich, die an den Ufern zu finden sind, wenn man die Augen aufhält. Worauf dabei zu achten ist, konnten Nachwuchs-Schatzsucher von Sven von Loga erfahren. Der Geologe hatte eine neuerliche Exkursion ans Rheinufer angeboten, bei denen er Kindern ab sechs Jahren vorführte, was an den Flussufern alles zu finden ist – so zum Beispiel Knochen von Tieren der Eiszeit.

Von Loga führte etwa den Backenzahn eines Mammuts vor, der aus dem Uferschlamm stammte. „Mammuts, Elche, Rentiere – alles Tiere, die hier in der Eiszeit lebten und deren Knochen man immer noch findet.“ Die Eiszeit-Knochen sind vor allem wissenschaftlich wertvoll. Doch so mancher Knochen, der am Rheinufer liegt, ist deutlich jüngeren Datums. „Viele stammen schlicht von den vielen Grillfesten hier am Rhein“, so von Loga.

Doch ist „Schatz“ auch durchaus wörtlich zu verstehen – denn das „Rheingold“ ist längst nicht nur eine Legende. Davon konnten sich die jungen Forscher selbst überzeugen: von Loga verteilte Goldwaschpfannen, mit denen sie den Ufersand siebten. „Vielversprechend ist schwarzer Sand, der ist reich an Eisenerz wie Magnetit und zu einem gewissen Teil eben auch an Gold“, wusste von Loga. Tatsächlich fanden sich in mehreren Pfannen gelb glänzende Partikel, die mit einer Pipette aufgesammelt werden konnten. „Jetzt nur noch 200 000 davon und man hat ein Gramm zusammen“, grinste von Loga. Dafür benötige man mit etwas Übung etwa zwei Wochen – reich wird man mit dem Rheingold also nicht. „Aber es ist eine schöne Beschäftigung für einen Ausflug“, meint er.

Der Ursprung des Rheingolds

Aber wo kommt das Rheingold überhaupt her und wie kommt es in den Fluss? Ursprünglich stamme es aus großer Tiefe, etwa 100 Kilometer unter der Erdoberfläche, erklärt von Loga. „Dort herrscht ein solcher Druck und so hohe Temperaturen, dass sich Quarz in Wasser löst. Das quarzhaltige Wasser steigt in der Erdkruste auf, kühlt dabei ab und der gelöste Quarz verfestigt sich zu Milchquarz – das sind die weißen Adern, die an vielen Kieselsteinen zu finden sind“, weiß von Loga. Bei seinem Weg durch die Erdkruste nimmt der Quarz auch viele Metalle auf, unter anderem eben auch Gold. Im Fluss verwittert das Gestein schließlich, bis die Goldpartikel freigesetzt sind und sich an den Innenkurven des Flusses sammeln, wo das Wasser langsamer fließt. Bei seinen Führungen für Erwachsene erklärt von Loga all dies anhand von Schaubildern mit dem entsprechenden wissenschaftlichen Vokabular – doch Kinder lässt er am liebsten selbst zu Entdeckern werden. „Denen kann man nicht mit der Theorie kommen, man muss es zu einem Abenteuer machen, dann kann man sie selbst für Steine begeistern“, meint von Loga.