In der historischen Longericher Hofanlage aus dem 19. Jahrhundert sollen 15 Wohnungen entstehen. Nun war der symbolische Spatenstich.
SpatenstichMühlenhof in Longerich – Bauarbeiten für Mehrgenerationen-Projekt vor Start

Freude über den anstehenden Beginn der Arbeiten: der Bauunternehmer Peter Wall, Architekt Ulrich Schlüter, Mitarbeiterin Elvia Weber sowie Sandra, Grete und Christian Best.
Copyright: Bernd Schöneck
Vier Jahre nach dem Kauf des historischen Mühlenhofs, einer langen Planungszeit sowie viel Hoffen und Bangen stehen endlich alle Lichter auf Grün: Die Bauarbeiten für die Restaurierung des Hof-Ensembles, in dem ein gruppenübergreifendes, inklusives Wohnprojekt entstehen soll, stehen vor ihrem Beginn. Zum symbolischen Spatenstich im rückwärtig gelegenen Garten kamen ein Teil der Eigentümerfamilie des Hofes, Christian Best, seine Frau Sandra und eine der Töchter, Grete, mit Architekt Ulrich Schlüter, Mitarbeiterin Elvia Weber sowie Peter Wall als ausführendem Bauunternehmer zusammen.
„Wir sind einfach erleichtert, dass es nun richtig losgeht“, so Christian Best, der 2022 das damals kurz vor der Zwangsversteigerung stehende, seit 2010 unbewohnte Ensemble erworben hatte. „Nun sind wir frohen Mutes für das Projekt.“ Die Beteiligten rechnen mit einer Bauzeit von rund 20 Monaten.
Historischer Vierkanthof wird zum Wohnprojekt
In den vergangenen Monaten ist auf dem Hof an der Wirtsgasse 2 / Ecke Longericher Hauptstraße viel passiert: Neben einer Rest-Entrümpelung wurden Trockenbauwände entfernt, die Innenräume entkernt und der Garten gründlich umgegraben. Nun ist, im doppelten Sinne, der Boden fürs Bauprojekt bereitet. In dem historischen Vierkanthof an der Ecke Longericher Hauptstraße/Wirtsgasse sind insgesamt 15 Wohneinheiten mit 1440 Quadratmetern Wohnfläche geplant. Die aus sieben Gebäuden bestehende Hofanlage gehört neben dem ebenfalls zu Wohnzwecken genutzten Balsamhof zu den prägenden alten Höfen des Stadtteils und steht seit 1989 unter Denkmalschutz.
Das inklusive Konzept umfasst etwa das Wohnen von behinderten und nicht behinderten Menschen, eine WG und die Möglichkeit der Zusammenkunft in einem Infrastrukturraum, auch für Menschen von außerhalb des Hofes. In einem Gemeinschaftsraum sollen interne und externe Veranstaltungen möglich sein. Bei der Energieversorgung wird auf regenerative Quellen gesetzt.
„Wir danken allen verantwortlichen Stellen, darunter der Denkmalpflege, dem Landschaftsverband Rheinland, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der NRW-Bank, der UmweltBank und dem Amt für Wohnungswesen“, so Best. Nachdem die bis dato letzte Bewohnerin mit 92 Jahren verstorben war, blieb die Hofanlage weitgehend sich selbst überlassen. Auf dem Gelände des Mühlenhofs, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen benachbarten Restaurant, waren Autos und Container abgestellt, der Unrat im Innern türmte sich buchstäblich bis an die Decke.
Im Sommer 2023 war für ein Konzert die Hofanlage erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Es folgten Flohmärkte und Hoffeste. Im Frühjahr 2025 ging die Baugenehmigung für das Sanierungs- und Wohnungsbauprojekt ein. Einige Monate später war das Projekt akut gefährdet, weil der LVR zunächst seine sicher geglaubte Förderung für dieses und weitere ähnliche Vorhaben im NRW-Rheinland gestrichen hatte; diesen Schritt nahm der Landschaftsausschuss auf seiner Sitzung am 2. September 2025 in Jüchen jedoch einstimmig zurück. In der Zeit danach gelang es Familie Best, den Rest der Finanzierung zu sichern.
