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Nach InfoabendNeubauprojekt in Alt-Niehl – Investorenfirma tritt Verkehrssorgen entgegen

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Volles Haus: Rund 45 Leute kamen zum Infoabend ins Linkewitz.

Volles Haus: Rund 45 Leute kamen zum Infoabend ins Linkewitz.

Der Investor Bonava plant, rund 300 Wohnungen in Alt-Niehl zu errichten. Beim SPD-Infoabend sorgte vor allem zusätzlicher Verkehr für Kritik.

Ein Verkehrschaos habe Alt-Niehl nach Fertigstellung des Neubauquartiers an der Feldgärtenstraße nicht zu erwarten, versicherte Elisabeth Kaufmann vom Verkehrsplanungs-Büro Bernard. „Unser Gutachten geht von rund 900 zusätzlichen Fahrten pro Tag aus“, erläuterte sie. Die Spitze läge zwischen 18 und 19 Uhr, mit 75 Fahrten. „Der Verkehr kann verträglich von den umliegenden Straßen aufgenommen werden“, so ihr Fazit. Eine Besucherin im „Gaffel im Linkewitz“ äußerte Skepsis: „Wir können unser kleines Fischerdorf nicht mit innenstädtischen Maßstäben messen.“ Die Straßen seien eng, Parkplätze chronisch knapp. Hinzu käme viel Freizeitverkehr, etwa bei Spielen des Fußballclubs CfB Ford Niehl.

Rund um das Siedlungsprojekt hatte der SPD-Ortsverein Longerich/Niehl um den Co-Vorsitzenden, den Nippeser Bezirks-Fraktionschef Ulrich Müller, und die Landtagsabgeordnete Lena Teschlade zum Infoabend ins „Linkewitz“ eingeladen. Mit rund 45 Gästen war die Resonanz sehr stark. Dort informierten Maike Limbrock, Projektleiterin der Bonava, Kaufmann sowie Beate Connert vom Kölner Stadtplanungsbüro Zimmermann über das Vorhaben. 

Rund 300 Wohnungen entstehen – Planverfahren soll Ende 2028 abgeschlossen sein

Geplant ist der Bau eines Ensembles mit 290 bis 320 Wohneinheiten auf drei bis fünf Etagen und rund 27.500 m² Wohnfläche zwischen dem Reihenhaus-Viertel Im Grund, dem Niehler Friedhof, Flüchtlingsheim und Fußballanlage sowie den Schützen. Die Zufahrt für den motorisierten Verkehr wäre nur von der Feldgärtenstraße; die Siedlung soll aber einen Anschluss an den Fahrrad- und Fußweg erhalten, der parallel zur Industriestraße verläuft. 140 Tiefgaragenplätze sind vorgesehen, sowie einige Gaststellplätze.

Im März beschlossen die Bezirksvertretung Nippes und der Stadtentwicklungsausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplans. Derzeit, und noch bis September, läuft der Architektenwettbewerb fürs Quartier. Im Westen des Projektgebiets liegt eine rund 6000 m² große Grünfläche, die eine solche bleiben wird. „Das Bebauungsplan-Verfahren soll bis Dezember 2028 abgeschlossen sein“, blickte Limbrock voraus. Die Fertigstellung wäre dann um 2032 herum. 

Neben dem Verkehr der neuen Siedlung gab es auch Sorgen wegen der zu erwartenden Baustellenfahrten. „Wir prüfen vor Baubeginn die kritischen Stellen, etwa die Schleppkurven der Lkw“, so Kaufmann. Laut Müller prüfe man zudem, den Fuß- und Radweg an der Industriestraße ausnahmsweise als Baustraße zu öffnen. Auch dem Baum- sowie Hochwasserschutz werde man Rechnung tragen, so die Beteiligten. Und den nächsten Termin gab es bereits zum Vormerken: Am 12. Oktober präsentiert die Bonava im Schützenhof den Siegerentwurf für die Siedlung.