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Neubauvorhaben NiehlPolitik plädiert für mehr geförderten Wohnungsbau

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Auf einer Brachfläche mit viel Gestrüpp parkt ein einsames Auto. Im Hintergrund sind Häuser zu sehen.

Auf dieser Brachfläche soll die neue Siedlung entstehen. Im Hintergrund sind die Häuser der Feldgärtenstraße, davor der Schützenhof und die Schötzekuhl, zu sehen.

Das Wohnungsbauprojekt der Bonava an der Feldgärtenstraße ist beschlossen. Allerdings behielten sich Stadt und Politik noch einige Bedingungen vor.

Für das geplante Wohnungsbauprojekt der Bonava auf einer Brachfläche zwischen Feldgärtenstraße, Im Grund und dem Alt-Niehler Friedhof an der Hermesgasse ist der Weg politisch frei: Für das Vorhaben mit 290 bis 320 Wohneinheiten beschlossen die Bezirksvertretung Nippes und der Stadtentwicklungsausschuss die Aufstellung eines „vorhabenbezogenen Bebauungsplans“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Außerdem soll ein städtebauliches Qualifizierungsverfahren – ein Architekten-Wettbewerb – für das Neubauvorhaben stattfinden. 

Laut des städtebaulichen Vorentwurfs der Bonava sind 18 Häuser in zehn Gebäudekörpern, mit drei bis fünf Etagen plus jeweils einem rückversetzten Staffelgeschoss geplant. Wie das Viertel letztlich konkret aussehen wird, entscheidet jedoch der Wettbewerb. Die Zufahrt zum neuen Quartier würde von der Feldgärtenstraße aus möglich sein.

35 statt 30 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein

Zeitgleich mit dem Votum beschloss die Bezirksvertretung Nippes jedoch zahlreiche Änderungen und Auflagen. Die bedeutendste: Um Wohnraum für alle zu schaffen und soziale Durchmischung zu unterstützen, sollen mindestens 35 Prozent der Wohnungen – statt der im Kooperativen Baulandmodell der Stadt ansonsten vorgesehenen 30 Prozent – im öffentlich geförderten Segment entstehen, jene Wohnungen ohne räumliche Trennung ins Neubaugebiet integriert werden.

Zudem sollen im Plangebiet Gemeinschaftsflächen entstehen; mindestens zehn Prozent der Wohneinheiten sollen zudem als barrierefreie Seniorenwohnungen geplant werden. Ferner sind unter anderem, nach Möglichkeit, Maßnahmen zur Biodiversität wie möglichst wenig Boden-Versiegelung und Bäume als Schattenspender, naturverträgliche Wegebeleuchtung und Wasser-Retentionsflächen zu berücksichtigen, außerdem eine öffentliche Mobilitätsstation und Lademöglichkeiten für E-Bikes. Außerdem soll geprüft werden, mit dem Neubaugebiet am Klimaquartier-Wettbewerb des Landes NRW teilzunehmen.

Stadtentwicklungsausschuss übernahm Forderungen der Bezirksvertretung

Den entsprechenden Änderungsantrag mit den neuen Forderungen, einschließlich dem geförderten Wohnen, hatten Grünen- und Linken-Fraktion gemeinsam eingebracht. Auf einen ebenfalls beschlossenen Änderungsantrag der SPD hin wurde die Forderung nach einem höheren Anteil an geförderten Wohnungen, seniorengerechtem Wohnen und Gemeinschaftsflächen an die erste Stelle der Beschlussvorlage verlegt, die übrigen Punkte sollen „nach Möglichkeit“ realisiert werden. Der Stadtentwicklungsausschuss, der fünf Tage später zusammentrat, übernahm in seinem Beschluss die zusätzlichen Forderungen aus Nippes. CDU und AfD stimmten jeweils gegen die Vorlage.

Bedenken aus dem Veedel, dass das Neubaugebiet die Straßen verstopfen werde, trat Kira Limbrock von der Bonava auf der Nippeser Sitzung entgegen. „Wir haben in der Zwischenzeit die Verkehrsuntersuchung gemacht. Das Ergebnis war, dass die neuen Wohnungen zu keiner übermäßigen Verkehrsbelastung führen werden, auch ohne Carsharing-Plätze.“ Die ursprünglich ebenfalls geplante Kita sei als nicht mehr notwendig erachtet worden, weil in der Umgebung genug Kapazitäten vorhanden seien.